nnz-Forum: Ein Bleicheröder zieht in den Krieg

Mit großem medialen Interesse wurde durch den Vertreter der Stadt Bleicherode ein Einwohner dieser friedliebenden Stadt zum Kriegseinsatz nach Afghanistan verabschiedet. Dazu die Anmerkungen eines nnz-Lesers...


Ich fühlte mich beim Lesen dieser Nachrichten gleichwohl in die Jahre 1914 und 1939 versetzt. Damals wurden ebenfalls mit viel nationalem Tam-Tam junge Männer zum Kriegseinsatz verabschiedet. In gleicher Sekunde stellte ich mir vor, wie die „Schwerter zu Pflugscharen-Fuzzis“ 1988 bei einer solchen Verabschiedung von Angehörigen der NVA durch den 1. Sekretär der SED-Kreisleitung Nordhausen reagiert hätten. Gott sei Dank brauchte sich von diesen Menschen niemand vor dem Bleicheröder Rathaus verbrennen.

Ich erfahre noch, dass dieser Einwohner der Stadt Bleicherode ein junger Familienvater sei, der gerade ein neues Haus gebaut habe. Erkenne ich da Motive des Handelns? Menschen in einem fremden Land, welches der BRD nie einen Krieg erklärte, zu erschießen, um mit dem Sold ein Haus zu finanzieren? Welch' ein Irrsinn.

Was muss im Kopf des Verwaltungsvertreters vorgehen, wenn er eines Tages der Frau und den Kindern die Nachricht überbringen müsste, dass der Mann und Vater beim Morden selbst das Leben verlor? Gut, er kann an die überreichte Fahne Trauerflor binden und diese vor die Linse der Kameras halten. Warten wir es ab.
Jürgen Nagel, Nordhausen
    
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