Kosten für Gasheizungen:

Verdopplung bis 2040 möglich

Zwar erleichtert das neue Heizungsgesetz den Einbau neuer Gasheizungen, langfristig steigen die Kostenrisiken dafür jedoch deutlich - vor allem durch die Pflicht zur Beimischung klimafreundlicher Gase, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW)...

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Gasheizung (Beispielfoto) (Foto: Peter Fly auf Unsplash)

Mit dem neuen Heizungsgesetz sind fossile Heizungen wieder erlaubt. Bedingung: Sie müssen schrittweise mehr klimafreundliche Gase wie Biogas nutzen. Für Vermieter wirkt das zunächst wie eine Entlastung, weil Gasheizungen in der Anschaffung meist günstiger sind. Langfristig wird diese Entscheidung aber deutlich teurer, wie Modellrechnungen des IW zeigen.

Grüngasquote verursacht über 70 Prozent der Mehrkosten
Welche Kosten bei neu eingebauten Gasheizungen entstehen, hat das IW für eine typische teilsanierte Altbauwohnung in einem Mehrfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden in mehreren Szenarien berechnet.

Das Ergebnis ist sogar für das Durchschnittsszenario alarmierend: Die jährlichen Kosten verdoppeln sich nahezu – von rund 1.080 Euro im Jahr 2026 auf 1.952 Euro im Jahr 2040. Mit einem Anteil von über 70 Prozent entfällt der größte Teil des Kostenanstiegs auf die verpflichtende Beimischung klimafreundlicher Gase.

Drei Faktoren treiben die Kosten:
  • Beimischung klimafreundlicher Gase: Neue fossile Heizungen müssen schrittweise höhere Anteile klimafreundlicher Brennstoffe nutzen: Der Anteil an Biomethan und anderen klimafreundlichen Gasen startet 2029 bei zehn Prozent und wächst bis 2040 auf 60 Prozent. Weil Biomethan und Wasserstoff auf absehbare Zeit eine knappe Ressource bleiben, steigen die Preise: 2040 müssen Gasheizungsbesitzer mit Mehrkosten von 643 Euro im Jahr rechnen.
  • Gasnetzentgelte: Neben dem Gaspreis fallen Gebühren für das Gasnetz an. Weil künftig immer mehr Haushalte auf Wärmepumpen und Fernwärme umsteigen, verteilen sich die Fixkosten auf weniger Anschlussnutzer – die Gebühren pro Anschluss steigen. Zusatzkosten im Jahr 2040: 184 Euro jährlich.
  • CO2-Preise: Wer mit Gas heizt, verursacht CO2 und zahlt dafür einen steigenden CO2-Preis. Dieser Effekt schlägt mit 44 Euro zu Buche und ist relativ klein im Vergleich zu den anderen Faktoren, da durch die sogenannte Bio-Treppe die Anteile von fossilem Erdgas sinken müssen.
Viele unterschätzen die Folgekosten von Gasheizungen
Die Vorgabe, dass neu eingebaute Heizungen zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden müssen, ist Geschichte und eröffnet Eigentümern wieder mehr Spielraum beim Heizungstausch. Diese neue Freiheit hat jedoch ihren Preis: Die Folgekosten fossiler Heizungen steigen und werden künftig zwischen Vermietern und Mietern deutlich komplexer verteilt.

„Die Politik verkauft das neue Heizungsgesetz als Freiheit im Heizungskeller – ohne Mehrkosten. Das ist irreführend“, sagt IW-Experte Ralph Henger. „Wer sich für eine neue Gasheizung entscheidet, zahlt am Ende drauf – Vermieter wie Mieter“, so Henger.
    
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