Warum Hobbygärtner jetzt besonders aufpassen sollten
Ein Gartenexperte ruft alle Menschen mit Garten oder anderen Außenflächen dazu auf, Igelbabys zu helfen, da sie in diesem Sommer zahlreichen Gefahren in heimischen Gärten ausgesetzt sind. In ganz Deutschland verlassen junge Igel derzeit ihre Nester und lernen, selbstständig nach Nahrung zu suchen. Da sie blind und taub geboren werden, ist dies eine der verletzlichsten Phasen ihres Lebens...
Igel in Gefahr (Foto: Christopher Morgan)
Aktuelle Daten von MyHammer, einer Plattform zur Vermittlung von Handwerkern, zeigen, dass zehn Prozent der Deutschen noch nie einen Igel im natürlichen Lebensraum gesehen haben. Das überrascht wenig, denn in den vergangenen zehn Jahren ist die Igelpopulation in Deutschland um 50 % zurückgegangen.
Hauptursache dafür ist die zunehmende Urbanisierung, die zum Verlust natürlicher Lebensräume führt. In Deutschland gilt der Igel mittlerweile als potenziell gefährdet. Dennoch ist vielen Hausbesitzern nicht bewusst, wie wichtig ihre Gärten für den Schutz der Tiere sein können.
Ein Sprecher von MyHammer erklärt, dass die Umfrage deutlich zeigt, wie sehr die Deutschen Igel lieben: Stolze 91 % der Befragten geben an, dass sie Igel niedlich finden – und fast die Hälfte der Deutschen bezeichnet den Igel sogar als ihr liebstes Wildtier. Daher sind sie auch bereit zu helfen: 65 % sagen, dass sie Interesse daran haben, den Igeln in ihrer Umgebung ein sicheres Leben zu ermöglichen.”
Vielen Menschen ist allerdings nicht bewusst, wie gefährlich gewisse Gartenarbeiten für Igel sein können – und gleichzeitig, wie viel sie mit einfachen Maßnahmen bewirken können. Eines der größten Risiken besteht darin, versehentlich ein Igelnest zu stören. Zu dieser Jahreszeit können sich darin mehrere Igelbabys befinden. Wer seinen Garten aufräumt oder größere Umgestaltungsmaßnahmen plant, sollte daher besonders darauf achten, wo sich möglicherweise Igelnester befinden könnten. Häufig verstecken sie sich unter Gartenbauten, in dichten Hecken, Brombeerbüschen, im hohen Gras, oder in Laubhaufen und Gartenabfällen.”
Der Ratgeber enthält zahlreiche einfache, kostengünstige Tipps. Wer seinen Garten noch stärker auf die Bedürfnisse von Wildtieren ausrichten möchte, kann einen Gärtner um Hilfe bitten. Viele Maßnahmen lassen sich unkompliziert umsetzen und können für Igel einen großen Unterschied machen.
Teiche, Planschbecken und sogar Abflüsse können Igeln schwere Verletzungen zufügen, die im schlimmsten Fall tödlich enden. Deshalb ist es wichtig, solche Gefahrenquellen ausreichend zu sichern. Mit einfachen Maßnahmen lassen sich Risiken minimieren und die Voraussetzungen schaffen, dass die Wildtiere die Sommerhitze gut überstehen.
Neben der Empfehlung, vor dem Mähen, Trimmen oder Aufräumen nach versteckten Igeln und ihren Nestern Ausschau zu halten, sollten Gartenbesitzer in diesem Sommer auf folgende Gefahren achten:
Planschbecken
Bei steigenden Temperaturen sind Planschbecken eine beliebte Möglichkeit, Kinder abzukühlen. Für kleine Igelbabys können Planschbecken und Gartenteiche jedoch schnell zur Todesfalle werden. Decken Sie Planschbecken über Nacht ab oder sorgen Sie mit einer Rampe dafür, dass die Tiere leicht wieder herausklettern können.
Pestizide und Schneckenkorn
Schneckenkorn ist für Igel besonders schädlich. Chemische Pflanzenschutzmittel, einschließlich Schneckenkorn, können die gesamte Nahrungskette belasten. Wer Igel und andere Wildtiere schützen möchte, sollte lieber auf naturfreundlichere Alternativen setzen. Glücklicherweise gibt es viele natürliche Methoden zur Schädlingsbekämpfung. Als wirksam gegen Schnecken gelten beispielsweise sogenannte Bierfallen – teilweise abgedeckte Schalen mit Bier, die in den Boden eingelassen werden – oder Kaffeesatz rund um Pflanzen.
Heißes Wetter
Eine flache Schale mit frischem Wasser kann an heißen Tagen lebenswichtig für durstige Wildtiere sein. Achten Sie darauf, den Igeln niemals Milch zu geben.
Offene Abflüsse
Ungesicherte Abflüsse stellen eine Gefahr für Igel dar. Die Tiere können leicht hineinfallen, schaffen es aber oft nicht mehr ohne Hilfe heraus. Deshalb sollten Abflüsse nach Möglichkeit abgedeckt werden – etwa mit einer geeigneten Schachtabdeckung oder vorübergehend mit einem beschwerten, wassergefüllten Sack.
Verspielte Haustiere
Selbst der freundlichste Hund kann einem Igel versehentlich zu nahe kommen. Tatsächlich gehören Hundebegegnungen zu den häufigen Ursachen für Verletzungen oder sogar den Tod von Igeln. Wer seinen Hund in der Dämmerung oder nachts in den Garten lässt, sollte ihn beaufsichtigen und möglichst für ausreichend Beleuchtung sorgen.