Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, viele von Ihnen begleiten unseren Einsatz für ein Ende der Käfighaltung schon seit Jahren. Heute haben wir diese gemeinsame Forderung erneut an die Europäische Kommission gerichtet vor ihrer Vertretung in Berlin. ...
Symbolbild für schreckliche Käfighaltung von Schweinen (Foto: Pixabay-Hans)
Gemeinsam mit Vier Pfoten dem Deutschen Tierschutzbund, "Provieh und Animal Society haben wir mit einer Protestaktion, Redebeiträgen und der Übergabe eines offenen Briefes an ein Versprechen erinnert, das inzwischen fünf Jahre alt ist.
Die Kommission wollte konkrete Gesetzesvorschläge vorlegen, um die Käfighaltung in der Europäischen Union schrittweise zu beenden.
Ausgangspunkt war die Bürgerinitiative End the Cage Age". Fast 1,4 Millionen Bürger:innen haben sie unterstützt, darunter 474.753 Menschen aus Deutschland. Daraufhin kündigte die Europäische Kommission am 30. Juni 2021 an, bis Ende 2023 entsprechende Gesetzesvorschläge vorzulegen.
Diese zugesagte Frist ist damit seit 935 Tagen verstrichen
Unser Präsident Mahi Klosterhalfen bringt es auf den Punkt: Es braucht keine weiteren warmen Worte und keine neuen Versprechen. Es braucht Gesetze. In den kommenden Monaten muss die Europäische Kommission die angekündigten Gesetzesvorschläge vorlegen und damit den Ausstieg aus der Käfighaltung verbindlich einleiten. Daran entscheidet sich die Glaubwürdigkeit europäischer Politik – und ob sie den Werten gerecht wird, auf die sie sich beruft.
Bereits vor drei Wochen waren meine Kollegin Dr. Julia Malchow und ich anlässlich des Jahrestags des Kommissionsversprechens in Brüssel. Auch in zahlreichen weiteren europäischen Ländern fanden Proteste statt. Gemeinsam erhöhen wir den Druck auf die Kommission, ihrer Zusage nun konkrete Taten folgen zu lassen.
Inzwischen hat die Kommission neue Zeitpläne angekündigt: Bis Ende 2026 sollen Vorschläge für Legehennen und Masthühner vorgelegt werden, Vorschriften zur Schweinehaltung sollen bis zum zweiten Quartal 2027 folgen. Das ist Bewegung in die richtige Richtung und dennoch nicht die umfassende Lösung, die 2021 versprochen wurde.
Noch immer sind in der EU schätzungsweise rund 300 Millionen Tiere pro Jahr von Käfigen, Kastenständen oder vergleichbaren Haltungssystemen betroffen. Bislang fehlen jedoch konkrete Perspektiven für Kaninchen, Wachteln, Enten, Gänse und Kälber.
Wir werden die nächsten Schritte der Europäischen Kommission genau verfolgen und uns weiter dafür einsetzen, dass wirksame und umfassende Gesetzesvorschläge folgen.