Mansfeld-Museum sichert Industriekulturerbe

Vom Betriebsmuseum zum Wissensspeicher

Die wertvollen Sammlungsbestände des ehemaligen Betriebsmuseums des VEB Mansfeld-Kombinates „Wilhelm Pieck“ im Mansfeld-Museum im Humboldt-Schloss Hettstedt werden umfassend gesichert, dokumentiert und fachgerecht erschlossen...

Möglich wird dies durch eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt in Höhe von 49.000 Euro aus dem Programm „Industriekultur Kultur“. Die Stadt Hettstedt als Träger des Mansfeld-Museums beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 21.000 Euro an der Umsetzung des Projekts.

Die Sammlung des heutigen Mansfeld-Museums ist ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte des traditionsreichen Mansfelder Kupferschieferbergbaus und der industriellen Entwicklung der Region. Als ehemaliges Museum des VEB Mansfeld-Kombinates „Wilhelm Pieck“ bewahrt sie zahlreiche Objekte, Dokumente und Sachzeugnisse aus mehreren Jahrzehnten Industriegeschichte.


Viele dieser Bestände sind bislang jedoch nur eingeschränkt erschlossen, teilweise unzureichend dokumentiert und damit für Forschung, Vermittlung und zukünftige museale Nutzung nur begrenzt zugänglich. Mit dem nun gestarteten Projekt soll diese wichtige Grundlage für die Weiterentwicklung des Museums geschaffen werden.

Ausgangspunkt war eine Untersuchung der Beratungsstelle Bestandserhaltung des Landes Sachsen-Anhalt, in der die Erhaltungsbedingungen der Sammlung bewertet und notwendige Maßnahmen zur langfristigen Sicherung aufgezeigt wurden. In Abstimmung mit dem Museumsverband Sachsen-Anhalt wurde deutlich, dass eine professionelle Erschließung und konservatorische Sicherung der Bestände eine zentrale Voraussetzung für die zukünftige Entwicklung der Ausstellungen und Bildungsangebote des Mansfeld-Museums darstellt.

„Die Sammlung des Mansfeld-Museums ist ein bedeutender Schatz der regionalen Industriegeschichte. Viele Objekte erzählen Geschichten über die Arbeit, das Leben und die technische Entwicklung im Mansfelder Revier. Mit der nun möglichen Erschließung und Sicherung schaffen wir die Grundlage dafür, dieses kulturelle Erbe dauerhaft zu bewahren und künftig noch besser vermitteln zu können“, erklärt Christin Saalbach, Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit und Kultur der Stadt Hettstedt.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen die systematische Sichtung, Bewertung und Sicherung der vorhandenen Bestände. Die Objekte werden hinsichtlich ihrer Sammlungswürdigkeit und ihres Erhaltungszustandes geprüft, auf mögliche Schäden oder Schädlingsbefall untersucht und – sofern erforderlich – konservatorisch behandelt. Anschließend erfolgt eine fachgerechte Verpackung und Lagerung nach modernen Standards der Bestandserhaltung.

Umgesetzt wird das Projekt durch Theresa Bastek. Die Designerin arbeitet mit einem Schwerpunkt auf Designforschung und Materialkultur. Sie gründete das Design- und Forschungsstudio Studio Plastique und lehrte mehrere Jahre an der Design Academy Eindhoven (Niederlande) sowie an der KASK in Gent (Belgien). Ihre Arbeit verbindet gestalterische Praxis mit Recherche, Analyse und der Auseinandersetzung mit materiellen und kulturellen Zusammenhängen. „Eine Sammlung wie die des Mansfeld-Museums ist weit mehr als eine Ansammlung historischer Objekte. Sie ist ein materielles Gedächtnis der Region. Unsere Aufgabe ist es, diese Zeugnisse sichtbar zu machen, Zusammenhänge herzustellen und eine Grundlage dafür zu schaffen, dass zukünftige Generationen mit diesen Objekten arbeiten und lernen können“, sagt Theresa Bastek.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Dokumentation und Strukturierung der Sammlung. Durch detaillierte Objektbeschreibungen sowie eine analoge und digitale Erfassung entsteht ein nachvollziehbares Ordnungssystem, das langfristig die Pflege, Verwaltung und wissenschaftliche Nutzung der Bestände ermöglicht.

„Die Sicherung und Erschließung historischer Sammlungen gehört zu den zentralen Aufgaben moderner Museumsarbeit. Gerade bei einer Sammlung von der industriegeschichtlichen Bedeutung des Mansfeld-Museums geht es darum, die Grundlage für zukünftige Forschung, Ausstellungen und Bildungsangebote zu schaffen. Wir freuen uns sehr, gemeinsam mit der Stadt Hettstedt dieses wichtige Projekt umsetzen zu können“, sagt Mike Leske, Geschäftsführer von Erlebniswelt Museen.

Das Projekt trägt dazu bei, die konservatorischen Bedingungen im Mansfeld-Museum nachhaltig zu verbessern und das Risiko weiterer Schäden an den wertvollen Kulturgütern zu minimieren. Gleichzeitig entsteht eine langfristige Grundlage für die wissenschaftliche Erschließung und Weiterentwicklung der Sammlung.

Mit der Förderung aus dem Programm „Industriekultur Kultur“ unterstützt das Land Sachsen-Anhalt damit nicht nur die Bewahrung eines bedeutenden Teils der regionalen Geschichte, sondern stärkt zugleich die zukünftige Rolle des Mansfeld-Museums als Ort der Erinnerung, Forschung und Vermittlung industrieller Kultur.
    
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