Der thüringische Infrastrukturminister Steffen Schütz (BSW) und Landrat Thomas Ahke besuchten am Donnerstag das Unternehmen Salza Tours König im Gewerbegebiet Nord in Bad Langensalza. Mario König, der Geschäftsführer von Salza Tours hatte in die Bushalle am Fliegerhorst geladen…
v.li.n.re Mario König Geschäftsführer von Salza Tours; Sekretär v. Ministerpräsidenten Schütz; Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz; Thomas Ahke Landrat des Unstrut-Hainich-Kreises (Foto: Eva Maria Wiegand)
Schwerpunkt des Treffens waren die Themen Fachkräftegewinnung im In- und Ausland und E-Mobilität. Die Salza Tours König ist ein mittelständisches Busunternehmen mit Sitz in Bad Langensalza. Die Firma ist im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in den Landkreisen Unstrut-Hainich und Gotha sowie im europaweiten Mietomnibusverkehr tätig. Das Familienunternehmen blickt auf eine lange Geschichte zurück, welche bereits 1948 mit dem ersten Busunternehmer Emil König begann. Im Jahr 1953 übernahm Walter König den Betrieb und baute einen Personennahverkehr in der Region auf.
25 Jahre später, im Jahr 1978, wurde Lutz König neuer Besitzer. Nach der politischen Wende (1990) und den damit verbundenen erheblichen Veränderungen boten sich für das Unternehmen völlig neue Möglichkeiten, die die Betreiber zu neuen Aktivitäten motivierten.
Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz testet Mobilität bei Salza Tours persönlich (Foto: Eva Maria Wiegand)
1996 bezog das Unternehmen den Betriebshof im Bad Langensalzaer Gewerbegebiet Nord. Seit 2012 wurde Lutz Königs Sohn Mario König als Gesellschafter und Geschäftsführer eingesetzt. Derzeit beschäftigt das Busunternehmen 26 Fahrerinnen und Fahrer, deren Altersdurchschnitt bei 53 Jahren liegt. Der moderne Betriebshof mit 20 Bussen setzt neben seinen dieselbetriebenen Modellen auf E-Mobilität. Fünf E-Busse werden zur Zeit eingesetzt. In Kürze wird ein weiterer E-Bus in den Hallen des Busunternehmens für Touren bereitstehen. Der Betriebshof kann mit Buswerkstatt, Tankstelle, Abstellhalle und Verwaltungsgebäude aufwarten. Darüberhinaus bietet eine eigene Photovoltaikanlagen genug Strom zum Aufladen der Busbatterien.
Minister Steffen Schütz war sichtlich angetan von dem fortschrittlichen Busunternehmen, welches sich immer weiter entwickelt und den neuen Herausforderungen der Energiepolitik stellt. Während eines Rundgangs durch das Unternehmen nutzte der Thüringer Infrastrukturminister die Möglichkeit, selbst einen der 540.000 Euro teuren E-Bus über das Gelände von Salza Tours König zu fahren.
Bei einem anschließenden Kaffeetrinken wurde über Fachkräftemangel und Fachkräftegewinnung diskutiert. Bundesweit fehlen bis dato 25.000 Fahrerinnen und Fahrer im Busgeschäft. Bis zum Jahr 2030/35 rechnet man mit bis zu 40.000 benötigten Fahrern.
Wir haben jahrelang die Möglichkeit, Auszubildene in den Betrieb zu holen, verschlafen. Jetzt merken wir, dass das eine falsche Vorgehensweise war. Auch der Versuch über die Arbeitsvermittlungen Fachkräfte zu bekommen, hat keine guten Ergebnisse gebracht, erklärt Mario König. Ich wäre für eine Kopfprämie. Diese würde die Kosten für die Ausbildung zum Busfahrer, welche bis zu 12.000 Euro kostet, kompensieren, schlug Mario König dem Minister vor.
Lothar Warschun, Inhaber der Fahrschule Warschun in Bad Langensalza, setzt dagegen auf Fachkräfte aus Usbekistan. Die usbekische Regierung hat Deutschland Geld zur Verfügung gestellt, um ausgebildete usbekische Busfahrer nach Deutschland zu holen. Voraussetzung für die Einreise sind Sprachkenntnisse auf B1-Niveau. Durch das deutsch-usbekische Migrations- und Mobilitätspartnerschaftsabkommen ist die Einreise und Unterbringung für die Fachkräfte geregelt. Wie sich das Projekt entwickelt, wird sich erst in einigen Jahren zeigen. Vorgesehen ist ein Aufenthalt von sechs Jahren.
Zum Thema Tankrabatt äußerte sich Minister Schütz kritisch: In keinem anderen europäischen Ausland ist der Tankrabatt so in die Hose gegangen, wie in Deutschland, erklärt der Minister und greift die Bundesregierung scharf an. Die Maßnahme hat nicht den Pendlern geholfen, sondern vor allem den Mineralölkonzernen. Den Bürgern muss an den Zapfsäulen geholfen werden und dies geht nur über die Senkung der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe. Darüber hinaus setzt der Minister für Digitales und Infrastruktur auf den Ausbau von Bus- und Bahnlinien, welche besonders im ländlichen Raum bis dato fehlen.