Thüringen im Jahr 2025

Erneuter Höchststand an Gefährdungseinschätzungen zum Kindeswohl

In vier von fünf Fällen Gefährdung durch eigene Eltern. Im Jahr 2025 wurden von den Thüringer Jugendämtern 5122 Verfahren zur Einschätzung einer Kindeswohlgefährdung1) durchgeführt. Wie das Thüringer Landesamt für Statistik mitteilt, war das im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 168 Gefährdungseinschätzungen bzw. 3,4 Prozent und damit ein erneuter Höchststand seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012...

Bild:
Symbolbild Gewalt an Kindern (Foto: Pixabay-LysogSalt)


Als Ergebnis der Gefährdungseinschätzungen wurde durch die Fachkräfte in etwa einem Drittel der Fälle (32,2 Prozent bzw. 1 649 Verfahren) eine Kindeswohlgefährdung festgestellt. Davon waren 671 akute, eindeutige und 978 latente2) Kindeswohlgefährdungen. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das einen Rückgang um 2,8 Prozent (-48 Verfahren). In den übrigen zwei Drittel der Fälle (67,8 Prozent bzw.3 473 Verfahren) kamen die Expertinnen und Experten zu dem Ergebnis, dass keine Kindeswohlgefährdung vorlag. Jedoch bestand bei 58,7 Prozent dieser Fälle (2040 Verfahren) Hilfe- bzw. Unterstützungsbedarf, was einem Anstieg um 6,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Als häufigste Art der Kindeswohlgefährdung wurden mit 1 131 Fällen Anzeichen für Vernachlässigung festgestellt (68,6 Prozent). Bei 33,1 Prozent (545 Verfahren) gab es Hinweise auf psychische Misshandlungen. In 23,2 Prozent der Fälle (382 Verfahren) wurden Indizien für körperliche Misshandlungen und in 4,5 Prozent (75 Verfahren) Hinweise für sexuelle Gewalt gefunden. Den Jugendämtern zufolge hatten bei 24,3 Prozent der festgestellten Kindeswohlgefährdungen (400 Verfahren) die Kinder und Jugendlichen mehrere dieser Gefährdungsarten gleichzeitig erlebt. Die meisten von einer Kindeswohlgefährdung betroffenen Minderjährigen wuchsen bei einem alleinerziehenden Elternteil (799 Kinder bzw. 48,5 Prozent) oder bei zusammenwohnenden Eltern (456 Kinder bzw. 27,7 Prozent) auf. 4,7 Prozent der Betroffenen (77 Kinder) lebten in einer Einrichtung mit oder ohne Elternteil.

In etwa jedem 5. Fall (19,3 Prozent bzw. 318 Verfahren) war mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft (nicht in Deutschland geboren).
    
nordthueringen.de bei Google bevorzugen