Ja, ich vermute mal, viele Leserinnen und Leser der Nordthüringer Online-Zeitungen haben die "Nase" voll von den immer noch andauernden Nachbetrachtungen zum Parteitag der AfD in Erfurt. Doch im Thüringer Landtag macht sich vor allem im linksgrünen Lager eine miese Stimmung breit, die Anzeichen einer Posse zu haben scheint...
Frühaufsteher (Foto: Анастасия auf Pixabay)
Noch immer können die parlamentarischen sowie die außerparlamentarischen Verbände und Gruppierungen rund um die Linke und den Grünen nicht verkraften, dass sie den Kampf um die Hoheit des vergangenen Wochenendes in Erfurt schlicht und ergreifend verloren haben.
Wie wir nun alle wissen und auch zur Kenntnis genommen haben, konnten 30.000 Vorfeldkämpfer "unserer Demokratie" es nicht verhindern, dass sich annähernd 600 Menschen mit AfD-Parteibuch in der Erfurter Messe zu ihrem Parteitag trafen. Da wurde von Flensburg bis Garmisch-Partenkirchen mobilisiert, da wurden im Vorfeld "Schlachtpläne" entworfen, um das Zustandekommen eines grundgesetzrechtlichen Treffen von Parteimitgliedern zu verhindern.
Wer das an jenem historischen 4. Juli ab 6 Uhr bei X verfolgt hat, der dachte fast, diese kühlen, verwegenen Strategen machen jetzt Erfurt Platt. Kein Reinkommen und vermutlich auch kein Rauskommen. Das Ergebnis ist bekannt: der Parteitag fand statt, und selbst als Frau Weidel die Delegierten in der Messe begrüßte, saß der "gelbe Finger" immer noch auf der A71 und sang "Seht ihr die Fahnen wehen", um die Reise der Delegierten nach Erfurt zu verhindern.
Das Ergebnis ist bekannt. Das frühe Aufstehen und Anreisen der Mehrheit der AfDler siegte über das Verhindern demokratischer Verfahren und Prozesse. Hätte der Parteitag der AfD statt in Erfurt in Halle an der Saale stattgefunden, dann hätten Kabarettisten bestimmt den einstigen Slogan der Sachsen Anhalter "Willkommen im Land der Frühaufsteher" aus der Gag-Kiste gezogen.
Wären die Linken und Grünen, also die Aktivisten und Drahtzieher hinter der Verhinderungsstrategie, normale Verlierer, dann sollten sie für ihre nächsten Aktionen einfach mal den Wecker eher klingeln lassen. Und ihre Niederlage eingestehen. Nein, das darf nicht sein und das vermeintlich Böse kann doch nicht wirklich über das vermeintlich Gute siegen. Soweit der Rückblick.
Und jetzt wird es tatsächlich lustig: In einer Dringlichkeitsanfrage an die Thüringer Landesregierung vom 7. Juli will der Linke-Abgeordnete Jens Thomas tatsächlich wissen, wer die "frühzeitige Anreise der AfD-Delegierten" geplant und umgesetzt habe? Oder ob das alles ein perfider Plan zwischen den "Faschisten" und der Polizei gewesen sei? Schon die bloße Idee eine solche Anfrage zu stellen zeigt, wie tief der Stachel der Vorführung im politischen Fleisch "unserer Demokratie" sitzen und wehtun muss.
Der Sprecher für Umwelt, Energie, Klima, Tierschutz, Verbraucherschutz und Petitionen will es ganz genau wissen, ob nicht doch auch die "Messe Erfurt GmbH, private Sicherheitsdienste, die Stadt Erfurt, die Polizei, das Landesverwaltungsamt, das Ministerium für Inneres, Kommunales und Landesentwicklung oder eine sonstige Stelle" in den aus Sicht der Linken perfiden Plan involviert waren?
Man kann nun natürlich sehr gespannt sein, wie die Antwort der Landesregierung lautet, ob sie offen zugeben muss, der Demokratie letztlich doch noch zum Sieg an diesem 4. Juli verholfen zu haben. So lustig die Vorgehensweise und das Ergebnis auch waren. So traurig ist es doch, dass "unsere Demokratie" so unverhohlen gegen die tatsächliche Demokratie zu der auch die Verpflichtung zum Abhalten von Parteitagen hineingeschrieben wurde, vorgehen will.
So lustig das alles auch gewesen sein soll, so schlimm und nachdenkenswert sollten die Vorgänge rund um Erfurt an jenem ersten Juliwochenende in Erinnerung bleiben. Peter-Stefan Greiner
Die Dringlichkeitsanfrage der Linke finden Sie hier .