Bevölkerungsgesundheit in Thüringen
Das Krankeste der Länder
Thüringen ist weiterhin das deutsche Bundesland mit der niedrigsten Bevölkerungsgesundheit. Das zeigt der kürzlich aktualisierte Morbiditäts- und Sozialatlas des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung für das Auswertungsjahr 2024. Demnach lag die durchschnittliche Krankheitslast in Thüringen 32 Prozent über dem Bundesschnitt...
Den Menschen im Freistaat wurden zudem 35 Prozent mehr Arzneimittel als im bundesweiten Durchschnitt verordnet, was ebenfalls Höchstwert im Ländervergleich ist.
Die bundesweit niedrigste Krankheitslast in der Bevölkerung wurde in Baden-Württemberg registriert, sie lag dort 13 Prozent unter dem Niveau des Bundesschnitts, die Arzneimittelverordnungen 16 Prozent. Deutliche Unterschiede bei der Bevölkerungsgesundheit zeigen sich auch in Thüringens Landkreisen. Während die Krankheitslast in Jena mit 16 Prozent über Bundesdurchschnitt vergleichsweise gering ausfällt, liegt sie im Kreis Nordhausen ganze 53 Prozent darüber.
Diese regionalen Unterschiede in der Bevölkerung sind eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft unseres Gesundheitssystems. Sie lassen sich nicht allein durch medizinische Versorgung lösen. Es muss noch viel stärker auf Prävention und Gesundheitskompetenz gesetzt werden, sagt Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der BARMER in Thüringen. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der es auf jede und jeden Einzelnen, aber auch auf das Mitwirken von Kommunen und Unternehmen ankomme. Gesundheit in der Gesellschaft sei Grundlage für eine gesunde Wirtschaft und die Stabilität des Solidarsystems.
Niedriges Einkommen, geringe Bildung, schlechte Gesundheit
Der BARMER Morbiditätsatlas zeigt auf, dass Einkommen, Bildung und Gesundheit korrelieren. So ist in Thüringen die allgemeine Krankheitslast bei Menschen mit Abitur rund 50 Prozent niedriger als im Thüringer Durchschnitt. Die Gesundheitsbelastungen unter Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss lagen hingegen rund 42 Prozent über dem Niveau der Abiturientinnen und Abiturienten.
Die höchste Krankheitslast wurde in Thüringen zudem in der Jahreseinkommensgruppe von 15.000 bis 20.000 Euro registriert. Sie lag im Jahr 2024 rund 67 Prozent über dem thüringischen Durchschnitt. Die deutlichen Unterschiede offenbaren nicht nur gesundheitliche Ungleichheit in der Gesellschaft, sondern auch Chancenungleichheit, sagt BARMER-Landeschef Büssow. Es sei notwendig, dass Gesundheitsaspekte in allen Politikfeldern mitgedacht und strukturelle Ungleichheiten abgebaut werden. Gesundheit werde maßgeblich von sozialen und regionalen Lebensbedingungen geprägt – etwa von Bildung, Wohnumfeld und wirtschaftlichen Chancen.
Was ist der BARMER Morbiditäts- und Sozialatlas?
Der BARMER-Morbiditäts- und Sozialatlas ist ein Informationsangebot des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (www.bifg.de/atlas). Die interaktive Kartengrafik zeigt mit dem Morbiditätsindex die allgemeine, durchschnittliche Krankheitslast in der Bevölkerung. Um regionale und demografische Vergleiche zu ermöglichen, wird die bundesweite, allgemeine Krankheitslast in der Bevölkerung mit dem Wert 1 ausgewiesen. Alle regionalen Abweichungen in Prozent orientieren sich an diesem bundesweiten Durchschnittswert. Für die Auswertung einzelner Krankheitsbilder wurde die Gesamtzahl der Krankheitsfälle in der Bevölkerung in den beschriebenen Zeiträumen dargestellt (Prävalenz). Es handelt sich bei den Angaben nicht um Neuerkrankungsraten (Inzidenz).
Auf welcher Datengrundlage basiert der Morbiditäts- und Sozialatlas?
Datengrundlage sind anonymisierte Versichertendaten der BARMER aus dem ambulanten, stationären und Arzneimittelbereich. Alle Daten wurden standardisiert/hochgerechnet basierend auf Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Bundesländern nach Geschlecht und Altersgruppen im jeweiligen Jahr. Die Daten erhalten deshalb Bevölkerungsrepräsentativität über das Maß reiner Kassendaten hinaus. Die BARMER versichert bundesweit rund 8,2 Millionen Menschen, etwa 190.000 davon in Thüringen.
Den Menschen im Freistaat wurden zudem 35 Prozent mehr Arzneimittel als im bundesweiten Durchschnitt verordnet, was ebenfalls Höchstwert im Ländervergleich ist.
Die bundesweit niedrigste Krankheitslast in der Bevölkerung wurde in Baden-Württemberg registriert, sie lag dort 13 Prozent unter dem Niveau des Bundesschnitts, die Arzneimittelverordnungen 16 Prozent. Deutliche Unterschiede bei der Bevölkerungsgesundheit zeigen sich auch in Thüringens Landkreisen. Während die Krankheitslast in Jena mit 16 Prozent über Bundesdurchschnitt vergleichsweise gering ausfällt, liegt sie im Kreis Nordhausen ganze 53 Prozent darüber.
Diese regionalen Unterschiede in der Bevölkerung sind eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft unseres Gesundheitssystems. Sie lassen sich nicht allein durch medizinische Versorgung lösen. Es muss noch viel stärker auf Prävention und Gesundheitskompetenz gesetzt werden, sagt Robert Büssow, Landesgeschäftsführer der BARMER in Thüringen. Das sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der es auf jede und jeden Einzelnen, aber auch auf das Mitwirken von Kommunen und Unternehmen ankomme. Gesundheit in der Gesellschaft sei Grundlage für eine gesunde Wirtschaft und die Stabilität des Solidarsystems.
Niedriges Einkommen, geringe Bildung, schlechte Gesundheit
Der BARMER Morbiditätsatlas zeigt auf, dass Einkommen, Bildung und Gesundheit korrelieren. So ist in Thüringen die allgemeine Krankheitslast bei Menschen mit Abitur rund 50 Prozent niedriger als im Thüringer Durchschnitt. Die Gesundheitsbelastungen unter Menschen mit Haupt- und Realschulabschluss lagen hingegen rund 42 Prozent über dem Niveau der Abiturientinnen und Abiturienten.
Die höchste Krankheitslast wurde in Thüringen zudem in der Jahreseinkommensgruppe von 15.000 bis 20.000 Euro registriert. Sie lag im Jahr 2024 rund 67 Prozent über dem thüringischen Durchschnitt. Die deutlichen Unterschiede offenbaren nicht nur gesundheitliche Ungleichheit in der Gesellschaft, sondern auch Chancenungleichheit, sagt BARMER-Landeschef Büssow. Es sei notwendig, dass Gesundheitsaspekte in allen Politikfeldern mitgedacht und strukturelle Ungleichheiten abgebaut werden. Gesundheit werde maßgeblich von sozialen und regionalen Lebensbedingungen geprägt – etwa von Bildung, Wohnumfeld und wirtschaftlichen Chancen.
Was ist der BARMER Morbiditäts- und Sozialatlas?
Der BARMER-Morbiditäts- und Sozialatlas ist ein Informationsangebot des BARMER Instituts für Gesundheitssystemforschung (www.bifg.de/atlas). Die interaktive Kartengrafik zeigt mit dem Morbiditätsindex die allgemeine, durchschnittliche Krankheitslast in der Bevölkerung. Um regionale und demografische Vergleiche zu ermöglichen, wird die bundesweite, allgemeine Krankheitslast in der Bevölkerung mit dem Wert 1 ausgewiesen. Alle regionalen Abweichungen in Prozent orientieren sich an diesem bundesweiten Durchschnittswert. Für die Auswertung einzelner Krankheitsbilder wurde die Gesamtzahl der Krankheitsfälle in der Bevölkerung in den beschriebenen Zeiträumen dargestellt (Prävalenz). Es handelt sich bei den Angaben nicht um Neuerkrankungsraten (Inzidenz).
Auf welcher Datengrundlage basiert der Morbiditäts- und Sozialatlas?
Datengrundlage sind anonymisierte Versichertendaten der BARMER aus dem ambulanten, stationären und Arzneimittelbereich. Alle Daten wurden standardisiert/hochgerechnet basierend auf Angaben des Statistischen Bundesamtes zur Bevölkerung in Bundesländern nach Geschlecht und Altersgruppen im jeweiligen Jahr. Die Daten erhalten deshalb Bevölkerungsrepräsentativität über das Maß reiner Kassendaten hinaus. Die BARMER versichert bundesweit rund 8,2 Millionen Menschen, etwa 190.000 davon in Thüringen.