Ferienworkshop verbindet Orchester, Museum und Medien

Musik erleben, entdecken und selbst dokumentieren

Musik nicht nur hören, sondern selbst entdecken, erleben und dokumentieren – genau darum ging es am Dienstag dem 7. Juli 2026 im Haus der Kunst in Sondershausen. Im Rahmen des Ferienworkshops „Soundcheck Museum“ der Thüringer Landesmusikakademie begegneten die teilnehmenden Kinder Musiker des Loh-Orchesters Sondershausen, lernten verschiedene Instrumente kennen und wurden am Ende sogar selbst zu kleinen Reporterinnen und -reportern...

Der mehrtägige Ferienworkshop richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen neun und 13 Jahren und wird von Theresa Schier, Sozialpädagogin und Community Musician, geleitet. Ziel des Projekts ist es, gemeinsam herauszufinden, warum Sondershausen als Musikstadt bekannt ist und welche Rolle Musik bis heute für die Residenzstadt spielt. Dafür verbindet das abwechslungsreiche Programm Museumsbesuche, kreative Workshops, Begegnungen mit Musiker:innen des Loh-Orchesters Sondershausen sowie medienpädagogische Angebote. Unter anderem bauen die Kinder eigene Instrumente, schreiben Songs, entwickeln eine interaktive Medienstation für das Schlossmuseum und werfen einen Blick hinter die Kulissen des Theaters.


Bereits am Montag führte der Workshop ins Schlossmuseum Sondershausen. Dort beschäftigten sich die Kinder mit historischen Musikinstrumenten und erfuhren, wie Musik das Leben am Hof über viele Jahrhunderte geprägt hat. Am Dienstag stand dann der Besuch im Haus der Kunst auf dem Programm. Im Saal nahmen die Kinder auf bunten Kissen vor der Bühne Platz und warteten gespannt auf das Programm geführt von Katrin Stöck, Dramaturgin für Konzert und Musiktheater sowie Konzertpädagogin am Theater Nordhausen/Loh-Orchester Sondershausen. Gemeinsam mit fünf Musiker:innen gestaltete sie eine musikalische sowie lehrreiche Stunde.

Nach und nach wurden die einzelnen Instrumente vorgestellt. Querflöte, Oboe, Horn, Fagott und Klarinette, erklangen zunächst einzeln, anschließend erklärten die Musiker:innen, wie ihre Instrumente funktionieren, wodurch sie sich unterscheiden und welche Aufgaben sie innerhalb eines Orchesters übernehmen. Gemeinsam mit den Kindern wurde erforscht, wie Klänge überhaupt entstehen und wo die Töne der Instrumente ihren Ursprung haben. So durften die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Querflöte auf unterschiedlich hoch mit Wasser gefüllten Glasflaschen selbst Töne erzeugen und erlebten, wie sich die Tonhöhe verändert. Beim Horn konnten sie anschließend auf einem aus einem gewickelten Gartenschlauch, einem Trichter und einem Mundstück gebauten Instrument selbst ausprobieren, wie ein Ton entsteht. Die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer verfolgten die Erklärungen mit großer Aufmerksamkeit und wurden dabei immer wieder selbst aktiv. Anschließend verwandelte sich die Instrumentenvorstellung in ein musikalisches Märchen. Katrin Stöck las die Geschichte von „Hänsel und Gretel“, während die Musiker:innen die Handlung mit passenden musikalischen Motiven, mal geheimnisvoll und leise, dann wieder lebhaft und spannend, begleiteten.

Auch Radio ENNO war Teil des Ferienworkshops. Gemeinsam mit Auguste Sandner, Medienpädagogin und Leiterin des Bürgerradios, wurden die Kinder selbst zu kleinen Reporter und Reporterinnen. Ausgestattet mit Mikrofonen interviewten sie die Musiker und Musikerinnen des Loh-Orchesters und kamen dabei ganz ungezwungen ins Gespräch. Sie wollten unter anderem wissen, wie lange man ein Instrument lernen müsse, wie oft geübt werde oder welches Instrument besonders schwierig zu spielen sei. Die Musikerinnen beantworteten die neugierigen Fragen geduldig und gaben dabei spannende Einblicke in ihren Berufsalltag. Darüber hinaus zeichneten die Kinder die Klänge der verschiedenen Instrumente auf und sammelten eigenes Audiomaterial für die weitere Arbeit im Workshop.

Der Ferienworkshop zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig Musikvermittlung heute sein kann. Musik wird hier nicht nur gehört, sondern erlebt, hinterfragt und mit anderen kreativen Bereichen verknüpft. Durch den direkten Austausch mit den Musikerinnen, die Begegnung mit historischen Instrumenten im Museum und die ersten Erfahrungen mit journalistischer und medialer Arbeit erhalten die Kinder einen Zugang zur Welt der Musik.
    
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