Stärkung des ländlichen Raums

7,8 Millionen Euro Fördermittel für den koordinierten Glasfaserausbau

Thüringens Digitalminister Steffen Schütz übergibt heute in Erfurt einen Förderbescheid über 7,8 Mio. Euro an den Verbandsvorsitzenden des Kommunalen Energiezweckverbandes Thüringen (KET), Marco Seidel. Die KET ist der Hauptgesellschafter der Thüringer Glasfasergesellschaft (TGG)...

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Symbolbild Glasfaser (Foto: Pixabay-RosZie)


„Mit den Mitteln fördern wir den landesweit koordinierten Ausbau der Glasfasernetze. Die digitale Infrastruktur ist Grundlage für wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit, für gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität. Der eigenwirtschaftliche Glasfaserausbau im ländlichen Raum ist für Unternehmen oft nicht rentabel. Wir wollen jedoch eine leistungsfähige digitale Zukunft für alle Menschen in Thüringen und deshalb muss der flächendeckende Ausbau gefördert werden", betont Minister Schütz.


Der Verbandsvorsitzende des Kommunalen Energiezweckverbandes Thüringen (KET), Marco Seidel sagt: „Wir sind froh, dass der Freistaat Thüringen das Geld bereitstellt. Damit dokumentiert die Landesregierung, wie wichtig ihr es ist, die Standortnachteile auszugleichen und den Glasfaserausbau auch im ländlichen Raum voranzubringen. Es zeigt zugleich das große Vertrauen der Landesregierung in die Thüringer Glasfasergesellschaft, um das gemeinsame Ziel zu erreichen, die ländlichen Räume an Glasfaser anzubinden."

Im Sommer 2021 wurde die Thüringer Glasfasergesellschaft (TGG) gegründet. An der TGG sind als Hauptgesellschafter die KET sowie als Minderheitsgesellschafter die Kommunale Energie-Beteiligungsgesellschaft Thüringen AG (KEBT) beteiligt. Ziel ist es, für alle interessierten Thüringer Kommunen landesweit koordiniert geförderte Glasfasernetze zu planen und zu bauen.

Um den Ausbau der digitalen Infrastruktur in Deutschland auch abseits der großen Ballungsräume voranzutreiben, haben Bund und Land jährlich seit 2021 Fördermittel im Rahmen des „Graue Flecken"-Förderprogramms zur Verfügung gestellt. Das Breitband-Förderprogramm ist jedoch kompliziert und nur mit hoher administrativer wie finanzieller Belastung gerade für Kommunen im ländlichen Raum verbunden. Der hohe Verwaltungsaufwand für die Kommunen führte zu einem nur langsamen Glasfaserausbau. Die Thüringer Glasfasergesellschaft in kommunaler Hand beschleunigt und koordiniert die Prozesse, um den geförderten Glasfaserausbau effizient in der Fläche umzusetzen.

Die Thüringer Glasfasergesellschaft bleibt Eigentümerin der Breitbandinfrastruktur und verpachtet diese langfristig an private Telekommunikationsunternehmen. Die Vergabe des Betriebs des Netzes ist verbunden mit einer Open-Access-Auflage, das heißt offen für alle Betreiber.

Die TGG wird für Kommunen tätig, die für ihr Gebiet den Breitbandausbau vorantreiben wollen, dabei jedoch Unterstützung brauchen. Eine Pflicht, die Dienste in Anspruch zu nehmen, besteht für Thüringer Kommunen nicht. Aufgrund der guten Erfahrungen haben sich bereits 470 Kommunen entschieden, die TGG mit der Umsetzung des geförderten Ausbaus zu beauftragen. Aktuell hat die TGG bereits für rund 440 Kommunen in Thüringen das Markterkundungsverfahren durchgeführt beziehungsweise gestartet.

Ende 2024 fiel im Landkreis Schmalkalden-Meiningen der Startschuss für die Bauarbeiten in den Clustern 1 und 4. Im Oktober 2025 folgte der Spatenstich im angrenzenden Cluster 3, bei dem die Thüringer Glasfasergesellschaft bis 2027 dreizehn Gemeinden und 2.456 Adressen mit Glasfaser versorgt. Für weitere Förderprojekte in ganz Thüringen laufen aktuell Pächter- oder Generalunternehmerausschreibungen, sodass planmäßig bereits in diesem Jahr weitere Bauphasen starten können.
    
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