Loh-Orchester gastiert in Ellrich

Barock meets Piazzolla

Ein kontrastreiches und spannendes Konzertprogramm erwartet das Publikum am Donnerstag kommender Woche in der besonderen Atmosphäre der St. Johanniskirche in Ellrich. Tango-Charme von Astor Piazzolla trifft auf Kompositionen des Barock...

Heinrich Franz Ignaz Biber (1644-1704) schuf mit seiner »Battalia à 10« eine instrumentale Kampfszene für zehn Instrumente. Es ist wie eine musikalische Bilderserie: Vom Zusammenstellen der Truppe, über das Besäufnis in der Kneipe bis in die Schlacht. Schließlich endet es mit einem Lamento der Verwundeten. Keine Kriegsmusik – Antikriegsmusik!

In der Sinfonie in F gestaltet der älteste Bach-Sohn Wilhelm Friedemann (1710-1784) einen »Kampf« – vor allem zwischen den Violinen. Nicht umsonst wird diese Sinfonie auch »Dissonanzen«-Sinfonie genannt.

Aus Henry Purcells (1659-1895) Semi-Opern »King Arthur« und »The Fairy Queen« präsentiert das Loh-Orchesters hinreißende instrumentale Ausschnitte, die sich ebenfalls wie Kämpfe ausnehmen, sei es in einem verzauberten Wald bei King Arthur oder beim Affentanz im Feenwald.
Jean-Philippe Rameaus (1683–1764) Ballettoper »Les Indes galantes« entführt schwungvoll und tänzerisch in ferne Länder.


Astor Piazzolla hatte mit seinen Kompositionen aus der einstmals belächelten und verachteten Musik der zwielichtigen Nachtlokale eine große Form zeitgenössischer Kunst gemacht, angereichert mit Einflüssen des Jazz und der Barockmusik. Er schuf eine raffinierte neue Kunstgattung, Tangos als Hörerlebnis und nicht zum Tanzen. »Otoño porteño« (1969) und »Primavera porteña« (1970), zwei seiner »Cuatro Estaciones Porteñas« (»Vier Jahreszeiten von Buenos Aires«) zeigen Piazzollas typischen Tango-Nuevo-Stil.

Piazzolla wollte in diesen Tangos erlebbar machen, wie sich die Jahreszeiten in seiner Heimat zeigen und von den Porteños und Porteñas, den Einwohnern der argentinischen Hauptstadt, erlebt werden. Er schuf damit ein lateinamerikanisches Gegenstück zu Antonio Vivaldis »Vier Jahreszeiten«. Solistin ist Sophia Dobra (Violine), die stellvertretende Konzertmeisterin des Loh-Orchesters Sondershausen.

Am Dirigentenpult der scheidende Generalmusikdirektor Gábor Hontvári, eine letzte Chance, den Maestro in seiner Funktion als GMD zusammen mit dem Loh-Orchester Sondershausen zu erleben.

Musikalische Leitung Gábor Hontvári
Violine Sophia Dobra
Loh-Orchester Sondershausen

Tickets
Theaterkasse: 03631 6260-555, kasse@theater-nordhausen.de
und bellis Drogeriemarkt, Am Markt 13, 99755 Ellrich sowie an der Abendkasse
    
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