Wanderfreunde ziehen Bilanz
Das erste Halbjahr geht zu Ende
Die Temperaturen sind gegenüber den letzten Tagen des Mais etwas moderater. Für uns Wanderer ist das kein Nachteil. Regen und Gewitter haben sich am Vorabend des 3. Juni ausgetobt. Damit hat man beim Hainleite-Wanderklub für die Wanderung nach Lützensömmern beinahe ideale Bedingungen…
Vom Agrarbetrieb Keitel im Südwesten Greußens beginnen wir den Marsch in den Nachbarkreis. Dabei laufen wir zunächst ein geraumes Stück über den Novalis-Weg. Dessen Namensgeber, der romantische Dichter Friedrich von Hardenberg, war ab 1794 in der Verwaltung Bad Tennstedts tätig. In dieser Zeit pflegte er eine Beziehung zu Sophie von Kühn in Grüningen bei Greußen und verlobte sich mit ihr. Leider verstarb sie schon im Jahr 1797 im jugendlichen Alter von 15 Jahren. Novalis besuchte sie in dieser Zeit 47-mal und nutzte dabei diesen Weg.
Reiter des Gestüts Niederbösa und Schüler des Hardenberg Gymnasiums in Greußen haben die Tradition entwickelt, einmal im Jahr diesen Ritt von Bad Tennstedt nach Grüningen nachzuvollziehen und erinnern so an den Romantiker. Als wir in Lützensömmern ankommen, ist das Spargelzelt noch leer und es dauert nicht lange bis wir unsere vorbestellten Schnitzel mit Spargel serviert bekommen. Beinahe gleichzeitig kommt ein Reisebus an und das Zelt ist jetzt gut besetzt. Gestärkt treten wir den Rückmarsch nach Greußen an. Am Abend schalte ich das TV-Gerät an. Auf SWR läuft der Tatortkrimi Spargelzeit mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Alles Zufall?
Einmal im Jahr überfällt die Wanderinnen und Wanderer das Reisefieber und sie packen ihre Koffer, um weiter entfernte Wanderrouten zu erkunden. In diesem Jahr fuhren 42 von ihnen vom 08. bis zum 11. Juni nach Masserberg. Quartier bezogen sie im Werrapark Resort Hotel Frankenblick im Ortsteil Schnett. Am Montag startete, noch vor Bezug der Hotelzimmer, die erste Wanderung. Brigitte Asche führte die Gruppe zur echten Werraquellebei Fehrenbach. Jeder konnte einen kräftigen Schluck des frischen Quellwassers genießen. Der Rückweg gestaltete sich aufregend, da der geplante Weg mehrfach wegen Holzeinschlags gesperrt war. Trotzdem erreichten wir kurz vor Tourende die Rennsteigwarte, den einzigen Aussichtsturm direkt auf dem Rennsteig.Er steht auf dem Eselsberg in einer Höhe von 842 Meter über dem Meeresspiegel. Wer wollte konnte in der Turmbaude einen Kaffee genießen. Wer mehr Action brauchte, konnte den Turm erklimmen und die Aussicht genießen.
Am zweiten Tag führte uns Fritz Rasch über den Naturpfadweg Schwarze Kuppe um den kleinen Ort Hinternah. Startpunkt war am Naturparktor Waldauer Höhe (Stempelstelle 384 Touringen). Im Ort gibt es eine alte Wassermühle, in der seit 1575 Getreide gemahlen wurde.
Die Technik ist zwar noch in Takt, aber gemahlen wird hier schon länger nicht mehr. Da der jetzige Besitzer zu Hause war, durften wir sie besichtigen. Mitten im Ort stießen wir auf die Gaststätte Schilling. Wer wollte konnte hier den Stempel Nr. 385 in das Heft stempeln. Über die Stempelstellen Schwarze Kuppe (Stempel 386) und die Schutzhütte Ansbachtal (Stempel Nr. 387) kamen wir wieder an unseren Ausgangspunkt, Waldauer Höhe, zurück.
Am Mittwoch führt uns Fritz durch die Fehrenbacher Schweiz. Diesmal beginnt die Tour direkt am Hotel. Auf den Bergwiesen blühen Arnika, Waldstorchschnabel, Lupinen, die Ährige Teufelskralle und andere Pflanzen. Am Schnetter Berg steht die kleine Waldkapelle St. Wolfgang Schutzpatron der Reisenden). Unten im Ort steht die St. Wolfgangskirche Heubach. Diese wurde im Jahr 1623 errichtet. Kapelle und Kirche liegen an der alten Handelsstraße zwischen Franken und Thüringen. Sie waren Wallfahrts- und Schutzort für die Reisenden und Händler. An einem weiteren ehmaligen Gotteshaus machen wir Rast, um dann gestärkt durch die Felsenlandschaft der Fehrenbacher Schweiz, teils zu laufen, teils zu klettern. Auch die Füße wurden nass. Durch die Felsenschluchten schlängeln sich mehrere Bäche. Diese Landschaft aus wuchtigen Felsformationen, Geröll und Wasser, begann sich vor 297 Millionen Jahren zu entwickeln. Wieder zurück im Ort steigen wir in einen Linienbus und fahren zurück zum Hotel.
Schon wieder ist eine Woche vergangen. In diesem Jahr haben wir bisher noch keine Wanderung im Kyffhäusergebirge unternommen. Heute treffen wir uns am Fernsehturm Kulpenberg. Marina führt uns zunächst Richtung Norden. Dann müssen wir die B85 überqueren. Weiter geht es durch den Kyffhäuserwald. Am Rand des Hangweges zwischen Rothenburg und Kaiserdenkmal stoßen wir auf ein Denkmal, welches den meisten von uns noch nicht bekannt war. Ein absolut mystischer Ort. Man fühlt sich ins Reich der Inkas versetzt. Über eine steile Steintreppe gelangt man zum Grab der Johanna Westphal, das durch die sich durch uralte Bäume brechende Sonne erleuchtet wird. Der Gedenktafel können wir entnehmen, dass diese von 1854 bis 1930 gelebt hat. Sie war die Frau von Prof. Dr. Alfred Westphal, dem Protagonisten / Initiator des Kaiserdenkmals auf dem Kyffhäuser. Seine Urne wurde im Denkmal beigesetzt. Es war der Wunsch seiner Frau, ihm auch im Tode nahe zu sein. Dann kamen wir an der Baustelle des neuen Informationszentrums an. An dem ebenfalls hier befindlichen Kiosk gab es gute Bratwürste, kalte Getränke und wer wollte, bekam auch einen Kaffee. Von hier ging es, quer durch den Wald, wieder zurück zum Fernsehturm.
Am 20. Juni nahm eine kleine Gruppe von sechs Wanderinnen und Wanderern aus unseren Reihen am 34. Thüringer Wandertag in Bad Tabarz teil. Die am 24. Juni geplante Wanderung fiel der zu erwartenden Hitze zum Opfer.
Wenn wir uns zu unserer nächsten Wanderung treffen werden, sind wir schon im dritten Quartal. Bald beginnt die Weinlese. Die Wälder werden bunt, gelb werden die Stoppelfelder. Der Herbst beginnt. Bald schon öffnen die ersten Weihnachtsmärkte. Glühwein- und Bratenduft liegen in der Luft. Der Winter naht und der weiße Schnee bedeckt unsere Natur. Liebe Wanderinnen, die ihr immer die guten Plätzchen backt, sucht schon einmal die Rezepte hervor.
Wolfgang Lehmann
Hainleite-Wanderklub
Vom Agrarbetrieb Keitel im Südwesten Greußens beginnen wir den Marsch in den Nachbarkreis. Dabei laufen wir zunächst ein geraumes Stück über den Novalis-Weg. Dessen Namensgeber, der romantische Dichter Friedrich von Hardenberg, war ab 1794 in der Verwaltung Bad Tennstedts tätig. In dieser Zeit pflegte er eine Beziehung zu Sophie von Kühn in Grüningen bei Greußen und verlobte sich mit ihr. Leider verstarb sie schon im Jahr 1797 im jugendlichen Alter von 15 Jahren. Novalis besuchte sie in dieser Zeit 47-mal und nutzte dabei diesen Weg.
Reiter des Gestüts Niederbösa und Schüler des Hardenberg Gymnasiums in Greußen haben die Tradition entwickelt, einmal im Jahr diesen Ritt von Bad Tennstedt nach Grüningen nachzuvollziehen und erinnern so an den Romantiker. Als wir in Lützensömmern ankommen, ist das Spargelzelt noch leer und es dauert nicht lange bis wir unsere vorbestellten Schnitzel mit Spargel serviert bekommen. Beinahe gleichzeitig kommt ein Reisebus an und das Zelt ist jetzt gut besetzt. Gestärkt treten wir den Rückmarsch nach Greußen an. Am Abend schalte ich das TV-Gerät an. Auf SWR läuft der Tatortkrimi Spargelzeit mit Jan Josef Liefers und Axel Prahl. Alles Zufall?
Einmal im Jahr überfällt die Wanderinnen und Wanderer das Reisefieber und sie packen ihre Koffer, um weiter entfernte Wanderrouten zu erkunden. In diesem Jahr fuhren 42 von ihnen vom 08. bis zum 11. Juni nach Masserberg. Quartier bezogen sie im Werrapark Resort Hotel Frankenblick im Ortsteil Schnett. Am Montag startete, noch vor Bezug der Hotelzimmer, die erste Wanderung. Brigitte Asche führte die Gruppe zur echten Werraquellebei Fehrenbach. Jeder konnte einen kräftigen Schluck des frischen Quellwassers genießen. Der Rückweg gestaltete sich aufregend, da der geplante Weg mehrfach wegen Holzeinschlags gesperrt war. Trotzdem erreichten wir kurz vor Tourende die Rennsteigwarte, den einzigen Aussichtsturm direkt auf dem Rennsteig.Er steht auf dem Eselsberg in einer Höhe von 842 Meter über dem Meeresspiegel. Wer wollte konnte in der Turmbaude einen Kaffee genießen. Wer mehr Action brauchte, konnte den Turm erklimmen und die Aussicht genießen.
Am zweiten Tag führte uns Fritz Rasch über den Naturpfadweg Schwarze Kuppe um den kleinen Ort Hinternah. Startpunkt war am Naturparktor Waldauer Höhe (Stempelstelle 384 Touringen). Im Ort gibt es eine alte Wassermühle, in der seit 1575 Getreide gemahlen wurde.
Die Technik ist zwar noch in Takt, aber gemahlen wird hier schon länger nicht mehr. Da der jetzige Besitzer zu Hause war, durften wir sie besichtigen. Mitten im Ort stießen wir auf die Gaststätte Schilling. Wer wollte konnte hier den Stempel Nr. 385 in das Heft stempeln. Über die Stempelstellen Schwarze Kuppe (Stempel 386) und die Schutzhütte Ansbachtal (Stempel Nr. 387) kamen wir wieder an unseren Ausgangspunkt, Waldauer Höhe, zurück.
Am Mittwoch führt uns Fritz durch die Fehrenbacher Schweiz. Diesmal beginnt die Tour direkt am Hotel. Auf den Bergwiesen blühen Arnika, Waldstorchschnabel, Lupinen, die Ährige Teufelskralle und andere Pflanzen. Am Schnetter Berg steht die kleine Waldkapelle St. Wolfgang Schutzpatron der Reisenden). Unten im Ort steht die St. Wolfgangskirche Heubach. Diese wurde im Jahr 1623 errichtet. Kapelle und Kirche liegen an der alten Handelsstraße zwischen Franken und Thüringen. Sie waren Wallfahrts- und Schutzort für die Reisenden und Händler. An einem weiteren ehmaligen Gotteshaus machen wir Rast, um dann gestärkt durch die Felsenlandschaft der Fehrenbacher Schweiz, teils zu laufen, teils zu klettern. Auch die Füße wurden nass. Durch die Felsenschluchten schlängeln sich mehrere Bäche. Diese Landschaft aus wuchtigen Felsformationen, Geröll und Wasser, begann sich vor 297 Millionen Jahren zu entwickeln. Wieder zurück im Ort steigen wir in einen Linienbus und fahren zurück zum Hotel.
Schon wieder ist eine Woche vergangen. In diesem Jahr haben wir bisher noch keine Wanderung im Kyffhäusergebirge unternommen. Heute treffen wir uns am Fernsehturm Kulpenberg. Marina führt uns zunächst Richtung Norden. Dann müssen wir die B85 überqueren. Weiter geht es durch den Kyffhäuserwald. Am Rand des Hangweges zwischen Rothenburg und Kaiserdenkmal stoßen wir auf ein Denkmal, welches den meisten von uns noch nicht bekannt war. Ein absolut mystischer Ort. Man fühlt sich ins Reich der Inkas versetzt. Über eine steile Steintreppe gelangt man zum Grab der Johanna Westphal, das durch die sich durch uralte Bäume brechende Sonne erleuchtet wird. Der Gedenktafel können wir entnehmen, dass diese von 1854 bis 1930 gelebt hat. Sie war die Frau von Prof. Dr. Alfred Westphal, dem Protagonisten / Initiator des Kaiserdenkmals auf dem Kyffhäuser. Seine Urne wurde im Denkmal beigesetzt. Es war der Wunsch seiner Frau, ihm auch im Tode nahe zu sein. Dann kamen wir an der Baustelle des neuen Informationszentrums an. An dem ebenfalls hier befindlichen Kiosk gab es gute Bratwürste, kalte Getränke und wer wollte, bekam auch einen Kaffee. Von hier ging es, quer durch den Wald, wieder zurück zum Fernsehturm.
Am 20. Juni nahm eine kleine Gruppe von sechs Wanderinnen und Wanderern aus unseren Reihen am 34. Thüringer Wandertag in Bad Tabarz teil. Die am 24. Juni geplante Wanderung fiel der zu erwartenden Hitze zum Opfer.
Wenn wir uns zu unserer nächsten Wanderung treffen werden, sind wir schon im dritten Quartal. Bald beginnt die Weinlese. Die Wälder werden bunt, gelb werden die Stoppelfelder. Der Herbst beginnt. Bald schon öffnen die ersten Weihnachtsmärkte. Glühwein- und Bratenduft liegen in der Luft. Der Winter naht und der weiße Schnee bedeckt unsere Natur. Liebe Wanderinnen, die ihr immer die guten Plätzchen backt, sucht schon einmal die Rezepte hervor.
Wolfgang Lehmann
Hainleite-Wanderklub




