Auszeichnung

Thüringer Verdienstorden für Erika Schirmer

Menschlichkeit und Völkerverständigung haben das Leben von Erika Schirmer über Jahrzehnte geprägt. Für ihr gesellschaftliches und künstlerisches Lebenswerk ist die Nordhäuserin gestern mit dem Thüringer Verdienstorden ausgezeichnet worden...

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Erika Schirmer erhielt gestern von Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Thüringer Verdienstorden. (Foto: TSK ToniplusTobi)
Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) verlieh der 99-Jährigen die Auszeichnung am gestrigen Mittwoch im Pflegeheim Sonnenhof in Ilfeld. Am 31. Juli begeht Erika Schirmer ihren 100. Geburtstag. Die Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen lebt seit nahezu zehn Jahren im Seniorenpflegeheim Sonnenhof in Ilfeld. Dort bereichert sie das Leben der Bewohner bis heute auf vielfältige Weise. Die Einrichtungsleitung des Seniorenpflegeheims Sonnenhof, Kerstin Jülich, beschreibt Erika Schirmer als einen Menschen, der trotz zahlreicher Ehrungen stets bescheiden geblieben ist: „Frau Schirmer beeindruckt uns immer wieder aufs Neue. Sie ist dankbar, herzlich und bescheiden. Mit ihrer Lebensfreude, ihrer Kreativität und ihrem Interesse an den Menschen bereichert sie unser Haus in ganz besonderer Weise. Für unsere Bewohnerinnen und Bewohner ist sie Vorbild und Inspiration zugleich.“

Schirmer gehört zu insgesamt sechs Thüringerinnen und Thüringern, die in diesem Jahr mit dem Verdienstorden des Freistaats geehrt wurden. Die Auszeichnung zählt zu den höchsten Ehrungen, die Thüringen zu vergeben hat.

Bekannt wurde die gebürtige Schlesierin weit über die Grenzen ihrer Heimatstadt hinaus als Schöpferin des Liedes „Kleine weiße Friedenstaube“. Das Lied steht bis heute sinnbildlich für ihr jahrzehntelanges Engagement für Frieden, Menschlichkeit und Verständigung zwischen den Völkern.

Nach ihrer Ankunft in Thüringen widmete Schirmer ihr Berufsleben den Jüngsten der Gesellschaft. Als Kindergärtnerin und Pädagogin verstand sie Bildung nicht nur als Wissensvermittlung, sondern auch als Grundlage für ein friedliches Miteinander. Stets ging es ihr darum, humanitäre Werte zu vermitteln und das Gute im Menschen zu stärken.

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Erika Schirmer erhielt gestern von Thüringens Ministerpräsidenten Mario Voigt den Thüringer Verdienstorden. (Foto: TSK ToniplusTobi)
Besonders engagierte sich Schirmer zudem für die deutsch-polnische Verständigung. Über viele Jahre setzte sie sich für die Integration polnischer Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie für eine gute Nachbarschaft zwischen Deutschen und Polen ein. Für dieses Engagement erhielt sie bereits 1996 eine Auszeichnung für vorbildliche Integration von Aussiedlern durch die damalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth.

Neben ihrem gesellschaftlichen Wirken entstand ein umfangreiches künstlerisches Werk. Schirmer schrieb Gedichte, Kurzgeschichten und Lieder, zudem schuf sie zahlreiche Scherenschnitte. Mit ihren Arbeiten machte sie die kulturellen Besonderheiten Thüringens und ihrer Heimatregion einem breiten Publikum zugänglich.

Die Ehrung mit dem Thüringer Verdienstorden reiht sich in eine Reihe von Auszeichnungen ein. Bereits 2013 wurde Erika Schirmer zur Ehrenbürgerin der Stadt Nordhausen ernannt. Drei Jahre später überreichte ihr der damalige Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) im Auftrag von Bundespräsident Joachim Gauck das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Susanne Schedwill
    
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