IHK Wirtschafts-Umfrage für Nordhausen

Die Stimmung ist am Tiefpunkt

Die wirtschaftliche Stimmung im Landkreis Nordhausen hat sich im Frühjahr 2026 weiter deutlich verschlechtert. Der Konjunkturklimaindikator fällt auf nur noch 46 Punkte und erreicht damit einen neuen Tiefststand. Vom langjährigen Durchschnitt von 100 Punkten ist die regionale Wirtschaft derzeit weit entfernt...

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Um die Stimmung in der Nordhäuser Wirtschaft steht es schlecht; Symbolbild (Foto: IHK)

„Besonders die aktuelle Geschäftslage wird von den Unternehmen deutlich kritischer bewertet als noch zu Jahresbeginn“, so Christian Böduel, Leiter der Regionalbüros Nordthüringern der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt. Nur noch fünf Prozent der Betriebe bezeichnen ihre Situation als gut, während 47 Prozent von einer schlechten Geschäftslage sprechen. In der vorherigen Befragung lag das Verhältnis noch bei 18 zu 46 Prozent.

Auch die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate haben sich merklich eingetrübt. Zwar rechnen inzwischen fünf Prozent der Unternehmen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung, gleichzeitig stieg der Anteil der Pessimisten von 41 auf 68 Prozent. Nur noch 27 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung.


Die schwachen Aussichten wirken sich zunehmend auf den Arbeitsmarkt aus. Kein Unternehmen plant zusätzliche Einstellungen. Ein Drittel der Betriebe kann Stellenkürzungen nicht ausschließen. Zu Jahresbeginn lag dieser Wert noch bei 21 Prozent.

Das Investitionsklima bleibt ebenfalls angespannt. Lediglich fünf Prozent der Unternehmen wollen ihre Investitionen erhöhen, während 68 Prozent mit sinkenden Ausgaben oder einem Investitionsverzicht rechnen. Im Vergleich zur Vorumfrage ist die Investitionsbereitschaft damit nochmals zurückgegangen. Investitionen dienen überwiegend dem Ersatzbedarf.

Als größte Risiken nennen die Unternehmen steigende Energie- und Rohstoffpreise (85 Prozent), wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (67 Prozent) sowie hohe Arbeitskosten (60 Prozent). Gegenüber der Vorumfrage haben insbesondere die Sorgen über Energie- und Rohstoffpreise deutlich zugenommen.

Alf Grabinsky, Vorsitzender des IHK-Wirtschaftsbeirates des Landkreises Nordhausen und Geschäftsführer der LuterrA Holding & Beteiligungsgesellschaft in Nordhausen fasst die aktuelle Lage wie folgt zusammen: „Die Ergebnisse der Frühjahrsumfrage zeigen eine weitere Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage im Landkreis Nordhausen. Schwache Geschäftserwartungen, zunehmende Personalabbaupläne und eine geringe Investitionsbereitschaft verdeutlichen die anhaltende Verunsicherung der regionalen Wirtschaft.“
Christian Böduel
Leiter Regionalbüros Nordthüringen
    
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