Thüringer Fahrrad-Sternfahrt

Die Zukunft fährt Rad

Am Sonntag folgten Hunderte Radfahrende der Einladung des ADFC Thüringen zu einer Fahrrad-Sternfahrt nach Erfurt. Am Ziel forderten sie eine bessere Radverkehrsinfrastruktur und überreichten Verkehrsminister Steffen Schütz dazu ein Strategiepapier...

Anlässlich der ersten Thüringer Fahrrad-Sternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Thüringen machten sich am Wochenende 400 Menschen aus Eisenach, Jena, Apolda, Blankenburg, Suhl, Schleusingen, Nordhausen und vielen dazwischen liegenden Orten mit dem Rad auf den Weg nach Erfurt, um hier dem Thüringer Verkehrsminister Steffen Schütz ein Strategiepapier zur Förderung des Radverkehrs zu überreichen.

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Am Sonntag fand die Thüringen-Sternfahrt des ADFC statt (Foto: ADFC)

„Wir sind total begeistert von der Resonanz auf unseren Aufruf zur Sternfahrt. Die gemeinsame Fahrt mit so vielen Thüringerinnen und Thüringern war ein tolles Erlebnis!“, so Sophie Seher, Vorstandsmitglied des ADFC Thüringen und Teil des Orgateams der Sternfahrt.

Unterstützung bekamen die Radelnden von Kommunalvertretern, so u.a. dem Erfurter Oberbürgermeister Andreas Horn, dem Schleusinger Bürgermeister Alexander Brodführer und der Weimarer Beigeordneten für Bau und Verkehr und AGFK-Vorstandsmitglied Dr. Claudia Kolb. Ida und Joruna, zwei Viertklässlerinnen aus Erfurt, übergaben zudem dem Minister ein selbst gemaltes Bild und baten ihn, bei der Verkehrsplanung ganz besonders auch an die Sicherheit der Kinder zu denken.


Karsten Pehlke, Vorsitzender des ADFC Thüringen, fasste das Erlebnis des Tages zusammen: „Wir sind insgesamt etwa 10.000 km geradelt und haben dabei erlebt, wie leicht und sicher es sich unter Polizeischutz auf den gut ausgebauten Bundes-, Landes- und Kreisstraßen fährt. Wir sind hierhergekommen, weil wir dafür eintreten, zukünftig auf ähnlich gut ausgebauten Radwegenetzen im ländlichen Raum und in den Städten Thüringens sicher und komfortabel mobil sein zu können.“

Bisher fehlt es in Thüringen zumeist an der hierfür nötigen Infrastruktur. Es fehlt auch an einem ernst zu nehmenden Konzept, um das zu ändern. „Immer noch treffen wir in den Verwaltungen viele Menschen, die uns erklären, weshalb man das Tempo im Radwegebau nicht erhöhen kann, und wenige, die Lösungen für gute Radwege anbieten“, so Karsten Pehlke.

Der ADFC Thüringen plädiert für eine positive Lösungskultur und hat auf Grundlage vieler Gespräche mit Verantwortlichen in Politik und Verwaltung die bestehenden Hürden der Radverkehrsförderung und zugehörige Lösungsvorschläge in einem Strategiepapier zusammengefasst: https://thueringen.adfc.de/artikel/strategiepapier-zur-mobilitaetswende.

Vor der Staatskanzlei in Erfurt nahm Verkehrsminister Steffen Schütz dieses entgegen. Er betonte seinerseits, dass Radverkehr aus der politischen Ideologieecke herausgenommen und gemeinsam mit den anderen nachhaltigen Verkehrsarten zu einer Kernaufgabe der Infrastrukturplanung werden muss. Schütz sicherte messbare Ergebnisse zu und versprach, halbjährlich mit dem ADFC in Austausch zu treten, um den Fortschritt im Radverkehrsausbau zu prüfen.
    
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