AUF DIE FAHNE GESCHRIEBEN: EINANDER HELFEN – FREUDE BEREITEN

Es begann vor 30 Jahren

Der 27. März 1996 ist ein denkwürdiger Tag. Was sich da in der Bahnhofsgaststätte in Niedersachswerfen vollzog, kann historisch genannt werden. Es war die Geburtsstunde der Vereinigung der Landsenioren Nordhausen...

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Im Saal der Gaststätte Am Hagen in Günzerode feierte man das 30-jährige Jubiläum der Landseniorenvereinigung Nordhausen. (Foto: Rosalinde Frank)

Günter Sieger und Herbert Weschcke erinnern sich: Heino Reidemeister war im Landwirtschaftsamt tätig, Rolf Gäbert LPG-Vorsitzender in Nohra, Paul Heise arbeitete in der LPG in Wipperdorf, Günter Sieger fungierte als Geschäftsführer des Landhandels, Gottfried Friebel kam wie Reidemeister aus dem Landwirtschaftsamt, während Ingeborg Hahn der LPG-Großwechsungen angehörte.

Keiner von ihnen ahnte damals, dass sie den Grundstein für einen Verein legten, der zu einem festen Gefüge und künftiger Heimstatt vieler Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Nordhausen werden sollte. Die Wirren der Wendezeit hatten den Wunsch reifen lassen, einem ehemals festen Gefüge wieder eine Bindung zu geben.

In den Turbulenzen dieser Jahre hatte es seinen Zusammenhalt verloren. Mit ihm waren viele Gemeinsamkeiten der Landbevölkerung wie vom Winde verweht. Das wollten sie ändern. Mit der Gründung der Vereinigung der Landsenioren sahen sie die beste Voraussetzung. „Einander helfen – Freude bereiten“ sollte fortan ihr Handeln bestimmen.

Den Wünschen und Interessen älterer Menschen im ländlichen Bereich eine Stimme zu geben, ein Miteinander und Füreinander zu fördern und zu leben schrieben sie sich auf ihre Fahnen. Tatkräftig in ihren Bemühungen unterstützte sie der Kreisbauernverband mit seinen damaligen Vorsitzenden, Dieter Göbel, und seiner Geschäftsführerin Monika Teuber.

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Günter Sieger war Gründungsmitglied der Vereinigung der Landsenioren Nordhausen vor 30 Jahren. Heute lebt der 96-Jährige im Seniorenzentrum in Salza. (Foto: Rosalinde Frank)

Der heute 96-jährige Günter Sieger erinnert sich: 27 Personen waren bei der Gründungsversammlung zugange. Heino Reidemeister setzte sich den Hut auf. Elf Jahre leitete er die Vereinigung. Das Miteinander begann mit einer gemeinsamen Busfahrt in das Hessische. Organisiert und weitgehend finanziert hatte sie Wilhelm Emde, der Feldbaubrigadier in Neustadt.

Reibungslos wie Butter in der Sonne lief es anfangs nicht. Das Arbeitsamt benannte zunächst eine Person, der man zutraute, sich um Organisation und Finanzen zu kümmern. Doch es hakte mal da, mal dort, weiß Sieger. Ärgerlich war das. Erst als Marina Döring, die damals noch Fahrland hieß, die Sache in ihre Hände nahm, lief es ohne Fehl und Tadel. Bis heute! Ihr Engagement wusste schon Reidemeister zu schätzen. Etwa elf Jahre stand er auf der Kommandobrücke. Ihm folgte kurzzeitig Rolf Gäbert. Besonders verdient machte sich mit 16 Jahren als Kapitän Herbert Weschcke. Aktuell hält Manfred Birkefeld das Ruder.

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Verdienstvolle Mitglieder der Landseniorenvereinigung erhielten die Ehrennadel der Deutschen Landsenioren in Silber und eine Blumenschale. Von links: Marina Döring aus Sundhausen, Helga Kopf aus Nordhausen, Heinz Rosenbusch aus Hain, Reinhard Penzler aus Görsbach. Rechts im Bild Vorsitzender Manfred Birkefeld. (Foto: Rosalinde Frank)

Die Vereinigung der Landsenioren zählt derzeit an die 120 Mitglieder. Zugänge gleichen Abgänge aus, halten die Zahl seit Jahren konstant. Mit etlichen Tagesfahrten und zwei Mehrtagesreisen im Jahr in die schönsten Gegenden Deutschlands, mit ihren Vorträgen und Festen zu allen Jahreszeiten hat sie einen festen Platz im gesellschaftlichen Leben gefunden. Heute eine Stätte der Begegnung, Information, Bildung, Kommunikation, Freude und Geselligkeit.

30 Jahre Vereinigung der Landsenioren. Im Saal der Gaststätte „Am Hagen“ in Günzerode feierte man das Jubiläum entsprechend, dankte Sponsoren, Unterstützern und ehrenamtlichen Helfern, die das Herz der Vereinigung kräftig schlagen lassen.
Kurt Frank
    
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