Waldjugendspiele im Park Hohenrode

Wer weiß was im Wald los ist?

Rund 200 Kinder tummelten sich heute im Park Hohenrode, denn hier fanden am Vormittag wieder die traditionellen Waldjugendspiele statt. An elf Stationen gab es viel Wissenwertes rund um den Wald, seine Tiere und Pflanzen und den Menschen zu erfahren…

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Im Park Hohenrode fanden heute wieder die Waldjugendspiele statt (Foto: agl)

Einem Viertklässler exponentielles Wachstum anschaulich zu erklären ist keine einfache Aufgabe. Bei den Waldjugendspielen im Park Hohenrode wurde die heute allerdings spielend leicht gelöst und nebenher konnten die Kinder auch noch etwas zu Fichte, Förster und Borkenkäfer erfahren.

Man nehme also: eine Schulklasse, etwa 20 an der Zahl und teile diese in zwei Gruppen auf. Gruppe eins sind die Fichten, die sich sanft im Wind wiegen, sonst aber nicht bewegen können. Alle anderen sind die Borkenkäfer, die jeweils zu zweit einen Baum befallen der dann nach einem kurzen Spruch - eins, zwei, drei; mit der Fichte ist es jetzt vorbei - selber zum Käfer wird. Mir nichts, dir nichts ist der kleine Wald leer gefegt und es blieben allein die Käfer übrig, wenn es in der nächsten Runde nicht auch noch die Förster gäbe, die versuchen die Käfer, mitunter auch vergebens, zu stoppen.


An anderer Stelle wurde ein menschlicher Zaun erdacht, den die mit kleinem Plüschgeweih verzierten Rehe überwinden sollen, um die frisch gepflanzten Setzlinge zu kommen, am Warttürmchen wartete die Feuerwehr mit forsttauglichem Löschfahrzeug, Werkzeug, Wasserrucksack und Fragen zur Waldbrandgefahr und auch sportlich fordernde Stationen wie der „Eichhörnchenlauf“ und das Baumscheiben-Sägen standen auf dem Tagesprogramm. Und natürlich wurde auch Wissen abgefragt und da, versichern die Förster auch in diesem Jahr, ist der Nachwuchs meist ganz gut aufgestellt.

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Knapp 200 Kinder nahmen an den Waldjugendspielen im Park heute teil (Foto: agl)

Insgesamt elf Stationen für elf Klassen wurden so durchlaufen, wobei jeder Schulklasse ein echter Förster (oder Försterin) als Pate zur Seite stand, oft mit tierischer Begleitung. Auch Forstamtsleiter Gerd Thomsen hatte seine zwei Gefährten mitgebracht, Watson und Fleur. „Die Waldjugendspiele gibt es schon seit den 90er Jahren und die längste Zeit fand das nur einmal im Jahr statt. Logistisch war das für die Schulen oft schwierig, wenn man irgendwo im Landkreis in den Wald eingeladen wird, muss man da ja erst einmal hinkommen. Seit ein paar Jahren sind wir dazu übergegangen, statt einer Runde drei Veranstaltungen an verschiedenen Orten im Landkreis anzubieten, das macht es den Schulen leichter und wir erreichen viel mehr Kinder“, berichtet Thomsen am Rande.

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Die heimlichen Stars des Tages: die Förster-Gefährten auf vier Beinen (Foto: agl)

Für Nordhausen ist der Park Hohenrode ideal, auch wenn das Arboretum nicht im eigentlichen Sinne „Wald“ ist und so war man hier schon zum dritten Mal zu Gast und es war für Groß und Klein wieder ein großer Spaß. Nachwuchsprobleme haben die Südharzer Förster im übrigen laut Thomsen keine und einige der jüngeren Kollegen waren als Kinder selber bei den Waldjugendspielen mit dabei. Drei Jahrzehnte Jugendarbeit haben da womöglich auch ihre Früchte getragen.
Angelo Glashagel