Nach monatelanger Verzögerung: Hortcontainer eingeweiht
Außen dunkles Anthrazit, innen hell und modern: An der Käthe-Kollwitz-Grundschule in Nordhausen wurde heute das neue Hortcontainer-Gebäude eröffnet. Bis dahin war es jedoch ein unerwartet langer Weg...
Schulleiterin Sabine Schreiber und Hortkoodinatorin Carmen Gerlach durchschneiden gemeinsam mit Margarete, Emilian und Arne das Band zum neuen Hortgebäude. (Foto: ssc)Als Schulleiterin Sabine Schreiber die Worte sprach: Wir freuen uns, heute endlich unser Hortgebäude einzuweihen, brandete Jubel auf. Lehrer, Erzieher, anwesende Eltern, vor allem aber die 280 Mädchen und Jungen der Käthe-Kollwitz-Grundschule hatten diesen Tag lange herbeigesehnt. Besonders deshalb, weil die Containeranlage bereits seit Monaten vollständig aufgebaut auf dem Schulgelände stand. Doch bis zuletzt fehlten die notwendigen statischen Nachweise und Brandschutzprüfungen, um das Modulgebäude in Betrieb nehmen zu können.
Dabei wirbt die bauausführende Firma BplusL aus Limbach-Oberfrohna im Erzgebirge auf ihrer Internetseite mit den Vorteilen der modularen Bauweise: Sie bietet einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht es, Räume in deutlich kürzerer Zeit zu realisieren und gleichzeitig flexibel anzupassen. Dass es anders kommen würde, ahnte man im Nordhäuser Rathaus bei der Bestellung noch nicht.
Mit einem kleinen Programm haben die Mädchen und Jungen der Käthe-Kollwitz-Grundschule die neuen Hortcontainer eingeweiht. (Foto: ssc)Schon einmal erhielt die Käthe-Kollwitz-Grundschule einen Hortcontainerbau. Damals vergingen von der Planung bis zur Eröffnung lediglich neun Monate. Diesmal dauerte es fast zwei Jahre. Schon im Dezember 2024 wurden die Container angeliefert. Das Problem seien nach Auskunft von Thomas Müller, Sachgebietsleiter Hochbau bei der Stadt Nordhausen, deutlich gestiegene Anforderungen an Brandschutz und Statik bei Schul- und Hortgebäuden. Das hat die Modulfirma vor große Probleme gestellt, die für uns auch die Genehmigungsverfahren übernehmen sollte. Immer wieder mussten Sachen nachgebessert werden, sagte Müller und ergänzt: Die Firmen müssen unbedingt nachbessern, wie die Nachweise geführt werden, damit sie den Prüfungen standhalten." Ähnliche Erfahrungen habe die Stadt bereits beim Bau der Containeranlage an der Förstemann-Grundschule gemacht. Auch dort konnten die Container mittlerweile eröffnet werden. Allerdings verzögerte sich die Inbetriebnahme ebenfalls, weil Prüfergebnisse fehlten. Dort war jedoch eine andere Firma für den Bau verantwortlich.
Die Gesamtkosten des Projekts an der Käthe-Kollwitz-Grundschule belaufen sich auf 1,41 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt Nordhausen beträgt 141.026 Euro. Finanziert wurde das Vorhaben mit Fördermitteln aus dem Programm Ganztagsinvest II des Landes Thüringen. Mindestens 20 Jahre müssen die Container als Hort genutzt werden, damit keine Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Grundsätzlich sollen die zusätzlichen Modulgebäude jedoch deutlich länger genutzt werden.
Jeder der vier Horträume ist in anderen Farben gehalten. (Foto: ssc)Trotz aller Schwierigkeiten ist man nun froh, die vier zusätzlichen Horträume nutzen zu können. Das wird ein ganz anderes Arbeiten, sagte Schulleiterin Sabine Schreiber. Jeder Raum verfügt über ein eigenes Farbkonzept bei Stühlen und Sitzsäcken sowie über einen großen Spielteppich. Breite Flure bieten ausreichend Platz für die Schulranzen. Hinzu kommen Toiletten im Erd- und Obergeschoss, eine große Küche, ein Hausanschlussraum sowie Außenverschattungen an den Fenstern.
Die Schule umfasst zwölf Klassen mit jeweils bis zu 24 Kindern. Durch den Neubau steht jetzt deutlich mehr Platz zur Verfügung. Gleichzeitig sorgt das Gebäude für eine klare Trennung zwischen Unterricht und Freizeit. Auf klassische Tafeln in den Horträumen wurde bewusst verzichtet. Im neuen Schuljahr wird vermutlich nur noch eine Klasse ihren Klassenraum gleichzeitig als Hortraum nutzen müssen, sagte Schulleiterin Schreiber. Bisher war das für viele Klassen Realität.
Weil der neue Hortbereich auf dem bisherigen Bolzplatz neben der Turnhalle entstanden ist, soll an anderer Stelle Ersatz geschaffen werden. Wie Thomas Müller erklärte, sind die Mittel für den neuen Fußballplatz bereits im Haushalt eingeplant. Sofern der Stadtrat den Haushalt in seiner nächsten Sitzung am kommenden Montag beschließt, könnten die Bauarbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Der neue Bolzplatz soll dann auf der Wiese hinter der Turnhalle entstehen und damit unmittelbar hinter dem neuen Hortgebäude. Susanne Schedwill