Sparkassen-Kunstwerk findet neue Heimat

Ein guter Platz für Käthe Kollwitz

Vor gut drei Jahren zeigte man in der Kreissparkasse Nordhausen die Ausstellung „Widerspenstige Collagen“ des Pariser Künstlers Mustapha Boutadjine. Unter den Werken fand sich auch ein Porträt der Käthe Kollwitz, dass in Nordhausen blieb und nun eine passende Heimat gefunden hat…

An der Grund- und Regelschule Käthe-Kollwitz ist die Namensgeberin stets präsent: vor dem Tor steht ihre Statue, auf dem Flur ist ihr Konterfei auch zu finden und im Sekretariat wird man schon seit Ende der Ausstellung von einer Miniatur des großformatigen Porträts begleitet, das heute endgültig einen neuen Platz am Eingangsportal der Schule bekam.

Sparkassenvorstand Thomas Seeber, die Schulleiter Karsten Spieß und Sabine Schreiber sowie die Schülersprecher Konstantina, Lea und Milad vor dem Käthe Kollwitz Porträt (Foto: agl) Sparkassenvorstand Thomas Seeber, die Schulleiter Karsten Spieß und Sabine Schreiber sowie die Schülersprecher Konstantina, Lea und Milad vor dem Käthe Kollwitz Porträt (Foto: agl)

Dass man die fein gearbeitete Collage hier Aufhängen konnte, hat man auch dem Umstand zu verdanken, dass die Welt doch irgendwie ein Dorf ist: der Schöpfer des Werkes, der Pariser Künstler Mustapha Boutadjine, hat über seine Frau Verbindung nach Nordhausen, ihre Mutter war hier Lehrerin und ein paar engagierten ehemaligen Schülern noch bekannt, die damals auf der Strecke Paris-Nordhausen den Transport organisierten.

Dass es drei Jahre gedauert hat, ehe das Kollwitz-Porträt auch an die Kollwitz-Schule kam, war Wiederrum dem Pech geschuldet: eine Havarie im Keller des Schulhauses machten größere Sanierungsarbeiten nötig und statt das Bildnis zwischen Staub und Dreck aufzuhängen, beließ man es in den sicheren Räumen der Kreissparkasse.

Bis heute, die Schulleiter Carsten Spieß und Sabine Schreiber freuten sich über den Neuzugang, der nicht allein der Zierde sondern auch der Pädagogik dienen kann. „Käthe Kollwitz war Pazifistin, die auf das Leid und die Not, die der Krieg mit sich brachte, aufmerksam gemacht hat. Es ist gut, wenn wir heute wieder öfter an sie denken und ihrem Werk und ihren Worten folgen.“, so Spieß. „Saatfrüchte sollen nicht vermahlen werden“ heißt eines ihrer bekanntesten Werke, das Zitat stammt von Goethe. Sie selbst soll einmal gesagt haben: „Eine Gabe ist auch Aufgabe“. Die Aufgabe der Gegenwart wäre es, wieder zum vernünftigen Denken zu finden und statt der Habsucht wieder das Miteinander in den Mittelpunkt zu rücken, meint Spieß. Vielleicht kann das prominente Kollwitz Porträt den jungen Schülerinnen und Schülern dabei helfen, das nicht zu vergessen.