Mehreinnahmen in 2025

Thüringer Fiskus nahm neun Milliarden Euro ein

Finanzministerin Katja Wolf hat heute Bilanz der Thüringer Finanzämter des Jahres 2025 vorgestellt. Demnach nahmen die Finanzämter mehr als 9 Milliarden Euro Steuereinnahmen ein, ein Plus von knapp 2,3 Prozent im Vergleich zum Jahr davor...

„Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der elf Thüringer Finanzämter leisten an der Schnittstelle zwischen Staat und Bürgerinnen und Bürgern eine tolle Arbeit, im Sinne aller Menschen im Freistaat“, so Katja Wolf. Insgesamt haben die Finanzämter im vergangenen Kalenderjahr Steuern in Höhe von 9.026.438.984,42 Euro (also knapp 9 Milliarden Euro) eingenommen. Das sind 2,3 Prozent mehr als im Jahr 2024.

Das Lohnsteueraufkommen im Freistaat stieg um rund 144 Millionen Euro im Vergleich zu 2024. Bei der Umsatzsteuer konnten rund 91 Millionen Euro mehr eingenommen werden. Das ist ein Zuwachs von rund 3,3 Prozent.

Zurückgegangen sind im Vergleich zum Jahr 2024 die Einnahmen aus der Erbschaft- und Schenkungsteuer. Das Erbschaft- und Schenkungsteueraufkommen belief sich im Jahr 2025 auf 38.202.571,62 Euro und lag damit 4,95 Prozent unter dem Vorjahreswert (2024: 40.192.706,00 Euro). Auch bei dem Aufkommen der Grunderwerbsteuer sowie der Körperschaftsteuer ist im Vergleich zum Jahr 2024 ein Rückgang zu verzeichnen. Bei der Grunderwerbsteuer wurden rund 145.166.000 Euro eingenommen. Das sind 0,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Auch das Körperschaftsteueraufkommen liegt mit 12,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Es beträgt im Jahr 2025 exakt 434.562.264,76 Euro (2024: 494.526.317,21 Euro).

Veranlagungen
Die Finanzämter veranlagten in 2025 insgesamt 877.366 Steuerfälle und damit über 44.000 Steuerfälle mehr als im Jahr 2024. Die durchschnittliche Bearbeitungsdauer der Steuererklärungen für die Arbeitnehmerfälle betrug im Jahr 2025 41,4 Tage und somit im Schnitt 5,9 Tage mehr als im Vorjahr.

Die Gesetzesänderung zur Verlängerung der Abgabefristen für Steuererklärungen verursachte eine Verschiebung des Erklärungseingangs und in der Folge eine Verschiebung der Bearbeitung der Steuererklärungen. Aufgrund der sich daraus ergebenden Belastungsspitzen in den Finanzämtern war eine zeitnahe Abarbeitung der Erklärungen nicht in jedem Fall gewährleistet. Für die Veranlagung von Gewerbetreibenden und Selbständigen benötigten die Finanzämter 64,9 Tage und somit im Schnitt 2,3 Tage weniger als im Vorjahr.

„Mit der erreichten Durchlaufzeit liegt Thüringen im Bundesvergleich auf Rang 4. Das ist ein gutes Ergebnis. Ich danke unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Finanzämtern für ihren Einsatz. Sie sorgen mit ihrer Arbeit dafür, dass Bürgerinnen und Bürger im Freistaat nicht lange auf ihren Einkommensteuerbescheid warten müssen. Steuerpflichtige, die mit Erstattungen rechnen können, bekommen diese schnell und verlässlich ausgezahlt. Das ist toll und stärkt das Vertrauen der Menschen in die Verwaltung“, sagt Finanzministerin Katja Wolf.

Durchführung der Grundsteuerreform
Die Aufgaben im Zusammenhang mit der Umsetzung der Grundsteuerreform führten auch in 2025 zu einer immensen Arbeitsbelastung der Bediensteten in den Thüringer Finanzämtern und konnten weitestgehend abgeschlossen werden. Die Bearbeitung der geltend gemachten Einsprüche wird weiterhin kontinuierlich durch die Finanzämter fortgesetzt. Zum 31.12.2025 wurden fast 28.000 Einsprüche bearbeitet.

Zudem wurde das Thüringer Gesetz zur Anpassung der Grundsteuerreform durch den Thüringer Landtag beschlossen, wonach für den Stichtag 01.01.2027 und die folgenden Stichtage für die sog. Wohngrundstücke und Nichtwohngrundstücke neue Grundsteuermesszahlen anzuwenden sind.

Damit soll der durch das umgesetzte Bundesgesetz entstandenen Unwucht zu Lasten der Wohngrundstücke bei der Grundsteuer entgegengewirkt werden. Die entsprechenden Grundsteuermessbescheide für die Eigentümerinnen und Eigentümer von Grundbesitz sowie die elektronischen Daten für die Städte und Gemeinden sollen planmäßig im Juni 2026 versandt werden.

Online-Steuererklärungen und vollmaschinelle Veranlagungen
Insgesamt 465.473 der für den Veranlagungszeitraum 2024 im Jahr 2025 veranlagten Einkommensteuererklärungen wurden durch die Thüringer Bürgerinnen und Bürger auf elektronischem Weg eingereicht. Das entspricht einer Steigerung von 1,6 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr.

„Die Zahl der Online-Steuererklärungen im Freistaat ist erneut leicht angestiegen. Wir erleben in Thüringen seit über zehn Jahren einen stetigen Anstieg der digitalen Steuererklärungen. Mit einer ELSTER-Quote von 79,5 Prozent liegt Thüringen im Bundesvergleich aktuell im Mittelfeld“, so Finanzministerin Katja Wolf.

Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 233.386 Einkommensteuerfälle vollmaschinell veranlagt. Das sind rund 23.000 Fälle mehr als noch im Jahr 2024. Im Arbeitnehmerbereich wurden Steuerbescheide in 202.156 Fällen vollmaschinell erstellt, was einer Quote von 38 Prozent entspricht.

Bilanz der Steuerfahndung und Bußgeld- und Strafsachenstelle
Die Steuerfahndungsstellen in Gera und Gotha haben im vergangenen Jahr über 28 Millionen Euro an zusätzlichen Steuern ermittelt. Durch gezielte Fahndungsprüfungen konnten sie das Geld für die Allgemeinheit sichern und wieder ein Stück mehr zur Steuergerechtigkeit beitragen.

Die 67 Thüringer Steuerfahnderinnen und Steuerfahnder haben im vergangenen Jahr neben 348 Fahndungsprüfungen insgesamt 278 Strafverfahren eingeleitet. Überdies ermittelten sie in 217 Amts- und Rechtshilfeersuchen im Auftrag anderer Behörden und Dienststellen.

Mit 1.525 eingeleiteten und 1.279 abgeschlossenen Straf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren haben die beiden Bußgeld- und Strafsachenstellen in Gera und Gotha haben zusätzlich rund 1.157.805 Euro an reinen Geldauflagen und Geldbußen aus Steuerstraf- und Ordnungswidrigkeitsverfahren eingenommen.

Zudem ergingen Zusammenarbeit mit den Gerichten rechtskräftige Urteile, in denen 7.764.552 Euro an reinen hinterzogenen Steuern festgestellt wurden, und die zusätzlich Geldstrafen von insgesamt 488.075 Euro nach sich zogen.

Insgesamt verhängte die Justiz aufgrund der Ermittlungen der Steuerfahndungen und der Bußgeld- und Strafsachenstellen Freiheitsstrafen von insgesamt 29 Jahren und 5 Monaten.

Personal
Zum Stichtag 01.01.2025 sind in den Thüringer Finanzämtern insgesamt 2.583 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig gewesen.

Dazu befanden sich 104 Steueranwärterinnen und Steueranwärter in Ausbildung an der Landesfinanzschule in Gotha und 161 Studierende waren am Fachbereich Steuern der Thüringer Verwaltungshochschule in Gotha eingeschrieben.