"Ruhiges Jahr" für Feuerwehren im Kreis Nordhausen
Ölspuren, Türöffnungen und knapp 200 Brände
Ölspuren, Türöffnungen, Tragehilfen: Der Alltag der Feuerwehren im Landkreis Nordhausen wird vor allem von kleineren Hilfeleistungen geprägt. Insgesamt ist die Zahl der Einsätze 2025 leicht gesunken, größere Schadenslagen blieben aus...
Am 6. Juli letzten Jahres rückten elf Wehren zu einem Feldbrand bei Trebra aus. (Foto: Archivbild: Silvio Dietzel)
Nach Angaben des Landkreises wurden die Feuerwehren im vergangenen Jahr zu insgesamt 1.551 Einsätzen alarmiert. Das sind 92 Einsätze weniger als 2024. Den größten Anteil machten Hilfeleistungseinsätze aus. Oft handelt es sich dabei um eher unspektakuläre, aber wichtige Einsätze etwa Tragehilfen für den Rettungsdienst, Türöffnungen oder das Beseitigen von Ölspuren. Sie machen rund 64 Prozent (991) aller Einsätze aus.
Fast gleichbleibend ist auch die Zahl der Brandeinsätze: 197 Brände wurden registriert, zehn mehr als im Jahr zuvor. Brände machen gerade einmal 13 Prozent aller Einsätze aus. Im Vergleich dazu ist sogar die Zahl der Fehlalarmierungen größer: 363 Mal wurden die Wehren in 2025 fälschlicherweise alarmiert. Das macht gut 23 Prozent des Einsatzgeschehens aus.
Zu Fehlalarmierungen kommt es aus unterschiedlichen Gründen: etwa durch sogenannte blinde Alarme, bei denen eine Gefahr nur vermutet wird, beispielsweise durch angebranntes Essen oder Rauchentwicklung. Auch technische Störungen oder Fehlbedienungen von Brandmeldeanlagen spielen eine Rolle. Zudem wurden im Jahr 2025 insgesamt sieben böswillige Alarme registriert, die einen Straftatbestand darstellen. Daneben kommt es zu weiteren Auslösungen etwa durch Rauchwarnmelder oder automatische Notrufe.
Insgesamt bewege sich das Einsatz- und Brandgeschehen über die Jahre hinweg auf einem stabilen Niveau, erklärte Kreisbrandinspektor Daniel Kunze. Das Jahr 2025 sei dabei vergleichsweise ruhig verlaufen. Größere Schadenslagen oder herausragende Einzelereignisse habe es nicht gegeben.
Zusammenarbeit und Technik bei Waldbränden
Bei der Bekämpfung von Waldbränden arbeitet der Landkreis eng mit dem benachbarten Landkreis Harz zusammen. Dort steht ein kleines Löschflugzeug zur Verfügung, das bei Bedarf angefordert werden kann. Das kann jederzeit von uns angefragt werden, sagte Kunze. Im vergangenen Jahr sei dies allerdings nicht notwendig gewesen, da größere Waldbrände im Südharz ausgeblieben seien.
Im Ernstfall setzt der Landkreis jedoch vorrangig auf Polizeihubschrauber. Diese können über einen Lasthaken große Wasserbehälter aufnehmen und das Löschwasser gezielt über Brandherden abwerfen. In einer halben Stunde nach Anforderung ist der Hubschrauber bei uns, erklärte Tobias Mielke, Fachbereichsleiter Rettunsdienst im Landratsamt.
Technik und Struktur im Überblick
Zur weiteren Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist neue Technik eingeplant: Mitte dieses Jahres solle je ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF20 KatS an die Feuerwehren in Bleicherode und Sundhausen übergeben werden. Zusätzlich soll ein Mannschaftstransportwagen für den Dekontaminations-Einsatz (MTW Dekon V) in den Landkreis kommen.
Im Landkreis Nordhausen seien inzwischen alle vorgeschriebenen Fahrzeuge vorhanden, sagte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Der Landkreis sei damit insgesamt gut aufgestellt. Es habe sich ausgezahlt, frühzeitig in Technik zu investieren: Heute haben wir Wartezeiten von bis zu zwei Jahren und die Fahrzeuge sind doppelt so teuer.
Alle Technik hilft wenig, wenn sie nicht mit den entsprechenden Feuerwehrleuten besetzt werden kann. Auch hier sei man im Landkreis gut aufgestellt, so Kunze. In den vergangenen neun Jahren sei die Zahl der Feuerwehrmitglieder kontinuierlich gestiegen. 1.442 Mitglieder zählen die Einsatzabteilungen der Wehren im Kreis. Einen großen Run erleben gegenwärtig viele Jugendfeuerwehren. "Teilweise gibt es sogar einen Aufnahmestopp", so Kunze.
Im Landkreis Nordhausen gibt es 15 Feuerwehren, darunter eine Berufsfeuerwehr, 71 Ortsteilfeuerwehren sowie 47 Jugendfeuerwehrabteilungen.
Susanne Schedwill
Am 6. Juli letzten Jahres rückten elf Wehren zu einem Feldbrand bei Trebra aus. (Foto: Archivbild: Silvio Dietzel)
Fast gleichbleibend ist auch die Zahl der Brandeinsätze: 197 Brände wurden registriert, zehn mehr als im Jahr zuvor. Brände machen gerade einmal 13 Prozent aller Einsätze aus. Im Vergleich dazu ist sogar die Zahl der Fehlalarmierungen größer: 363 Mal wurden die Wehren in 2025 fälschlicherweise alarmiert. Das macht gut 23 Prozent des Einsatzgeschehens aus.
Zu Fehlalarmierungen kommt es aus unterschiedlichen Gründen: etwa durch sogenannte blinde Alarme, bei denen eine Gefahr nur vermutet wird, beispielsweise durch angebranntes Essen oder Rauchentwicklung. Auch technische Störungen oder Fehlbedienungen von Brandmeldeanlagen spielen eine Rolle. Zudem wurden im Jahr 2025 insgesamt sieben böswillige Alarme registriert, die einen Straftatbestand darstellen. Daneben kommt es zu weiteren Auslösungen etwa durch Rauchwarnmelder oder automatische Notrufe.
Insgesamt bewege sich das Einsatz- und Brandgeschehen über die Jahre hinweg auf einem stabilen Niveau, erklärte Kreisbrandinspektor Daniel Kunze. Das Jahr 2025 sei dabei vergleichsweise ruhig verlaufen. Größere Schadenslagen oder herausragende Einzelereignisse habe es nicht gegeben.
Zusammenarbeit und Technik bei Waldbränden
Bei der Bekämpfung von Waldbränden arbeitet der Landkreis eng mit dem benachbarten Landkreis Harz zusammen. Dort steht ein kleines Löschflugzeug zur Verfügung, das bei Bedarf angefordert werden kann. Das kann jederzeit von uns angefragt werden, sagte Kunze. Im vergangenen Jahr sei dies allerdings nicht notwendig gewesen, da größere Waldbrände im Südharz ausgeblieben seien.
Im Ernstfall setzt der Landkreis jedoch vorrangig auf Polizeihubschrauber. Diese können über einen Lasthaken große Wasserbehälter aufnehmen und das Löschwasser gezielt über Brandherden abwerfen. In einer halben Stunde nach Anforderung ist der Hubschrauber bei uns, erklärte Tobias Mielke, Fachbereichsleiter Rettunsdienst im Landratsamt.
Technik und Struktur im Überblick
Zur weiteren Stärkung des Brand- und Katastrophenschutzes ist neue Technik eingeplant: Mitte dieses Jahres solle je ein neues Löschfahrzeug vom Typ LF20 KatS an die Feuerwehren in Bleicherode und Sundhausen übergeben werden. Zusätzlich soll ein Mannschaftstransportwagen für den Dekontaminations-Einsatz (MTW Dekon V) in den Landkreis kommen.
Im Landkreis Nordhausen seien inzwischen alle vorgeschriebenen Fahrzeuge vorhanden, sagte Landrat Matthias Jendricke (SPD). Der Landkreis sei damit insgesamt gut aufgestellt. Es habe sich ausgezahlt, frühzeitig in Technik zu investieren: Heute haben wir Wartezeiten von bis zu zwei Jahren und die Fahrzeuge sind doppelt so teuer.
Alle Technik hilft wenig, wenn sie nicht mit den entsprechenden Feuerwehrleuten besetzt werden kann. Auch hier sei man im Landkreis gut aufgestellt, so Kunze. In den vergangenen neun Jahren sei die Zahl der Feuerwehrmitglieder kontinuierlich gestiegen. 1.442 Mitglieder zählen die Einsatzabteilungen der Wehren im Kreis. Einen großen Run erleben gegenwärtig viele Jugendfeuerwehren. "Teilweise gibt es sogar einen Aufnahmestopp", so Kunze.
Im Landkreis Nordhausen gibt es 15 Feuerwehren, darunter eine Berufsfeuerwehr, 71 Ortsteilfeuerwehren sowie 47 Jugendfeuerwehrabteilungen.
Susanne Schedwill