Gemeinderat Harztor stellt weichen für Arealentwicklung

Eigenheime statt DDR-Schule in Ilfeld

Die Zeit der alten Ilfelder Grundschule am Ortsrand ist gezählt. Im Sommer wird die neue Grundschule eröffnet. Was aus dem alten Schulgebäude werden soll…

Das alte Schulgebäude am Ortseingang in Ilfeld soll abgerissen werden. (Foto: ssc) Das alte Schulgebäude am Ortseingang in Ilfeld soll abgerissen werden. (Foto: ssc)
Die Entscheidung fiel am Mittwochabend einstimmig: Der Harztor-Gemeinderat hat Bürgermeister Stephan Klante (parteilos) ermächtigt, alle notwendigen Schritte einzuleiten, um das ehemalige Schulgebäude in der Schröderstraße 35 in Ilfeld technisch von der benachbarten Turnhalle zu trennen. Damit ebnet die Kommune den Weg für den Abriss der Schule und eine Neuentwicklung des Areals. Das Gebäude und die Fläche werden dafür vom Landkreis Nordhausen an die Gemeinde rückübertragen. Für die Kommune entstehen durch die Rückübertragung laut Klante keine Kosten, da Ilfeld zu DDR-Zeiten den Schulbau finanziert hatte und nach der Wende dieser an den Kreis übertragen wurde.

„Dass wir das Areal unbedingt für Familienwohnen, möglicherweise auch für seniorengerechtes Wohnen entwickeln wollen, ist ja schon lange Thema“, sagte Klante. Bereits in unmittelbarer Nähe des Schulareals wurden in der Vergangenheit eine ganze Reihe neuer Einfamilienhäuser gebaut. Auch Gewerbeflächen sind denkbar, denn das Areal liegt am Rand eines Gewerbegebietes.

Bereits im November 2023 hatte der Gemeinderat einem öffentlich-rechtlichen Vertrag zwischen dem Landkreis Nordhausen und der Gemeinde Harztor zugestimmt. Dieser Vertrag regelt die Rückübertragung von Grundstücken sowie die verkehrstechnische Erschließung des Neubaus der Grundschule in Ilfeld.

Nach Angaben der Gemeinde soll der Abriss des alten Schulgebäudes bereits zeitnah erfolgen, um Vandalismus zu verhindern. Die Gemeinde will dafür Fördermittel akquirieren. Einen konkreten Zeitplan gibt es allerdings noch nicht.

Nachfrage nach Bauflächen
Mit neuen Baugrundstücken für Familien will die Gemeinde dem demografischen Wandel entgegenwirken. Vor allem junge Familien interessieren sich nach Angaben der Kommune für Bauflächen in Ilfeld. „Wir sehen darin auch die Chance, wichtige Einrichtungen wie Kindertagesstätte und Grundschule langfristig zu sichern“, so Klante.

Für die örtlichen Vereine gibt es eine gute Nachricht: Die Turnhalle soll trotz der geplanten Veränderungen erhalten bleiben und auch künftig von den Vereinen genutzt werden. Unter anderem trainieren dort die Fußballer, Ilfelder Radballer und die Tischtennisabteilung des MTV Niedersachswerfen. Aber auch die Grundschule wird die Halle vorerst weiter nutzen. Eine Turnhallenlösung am neuen Standort fehlt nämlich noch.

Die neue Schule in Holzbauweise soll zum Start des neuen Schuljahres im August in Betrieb genommen werden. (Foto: ssc) Die neue Schule in Holzbauweise soll zum Start des neuen Schuljahres im August in Betrieb genommen werden. (Foto: ssc)
Neubau liegt im Zeitplan
Unterdessen liegt der Schulneubau im Zeitplan: Er soll zum Start des neuen Schuljahres im August dieses Jahres seinen Betrieb aufnehmen. Das bestätigte am Mittwoch Kreissprecherin Jessica Piper. Der eingeschossige Holzbau kostet 6,5 Millionen Euro, wovon das Land Thüringen 4,5 Millionen Euro übernimmt.
Susanne Schedwill