Rechte Partei will junge Wähler werben
Wirbel um AfD-Stand vor Nordhäuser Gymnasium
Die AfD wird nach den Osterferien einen Infostand unweit des Herder-Gymnasiums in Nordhausen aufbauen. Das ist erlaubt. Doch nicht alle finden das gut…
Bei einem Teil der Eltern, Lehrer und Schüler ist es seit Wochen ein Hauptgesprächsthema: Am 23. April will die AfD-Landtagsabgeordnete und Stadträtin Kerstin Düben-Schaumann einen Infostand vor der Wiedigsburg 7/8 aufbauen. Und zwar genau gegenüber dem Haupteingang des Herder-Gymnasiums. Geplant ist die Aktion ab 13.30 Uhr für zwei Stunden.
Einige Schüler und auch Lehrer hatten die Idee eines Demokratiefestes oder einer ähnlichen Aktion auf dem Schulgelände. Doch seitens der Schule wird es keine Maßnahmen geben. Schulleiter Andreas Trump, selbst Mitglied und Fraktionschef der CDU im Stadtrat, beruft sich auf das Neutralitätsprinzip von Schulen. Er habe dazu auch mit Schulamt und Bildungsministerium im Kontakt gestanden. Ich finde es generell nicht gut, wenn Parteien vor Schulen parteipolitisch aktiv werden, unabhängig von der Partei, sagte Trump gegenüber nnz-online. Den AfD-Infostand könne er jedoch nicht verbieten, da es sich um öffentliches Gelände vor der Schule handele. Darauf habe er keinen Einfluss. Er hat, wie er sagt, dazu auch mit der Stadtverwaltung Rücksprache gehalten.
Bannmeile von 100 Metern
Derweil liegt ein Antrag des Bündnisses Nordhausen Zusammen vor, der an alle Stadtratsfraktionen verschickt wurde. Darin wird gefordert, rund um Nordhäuser Schulen und Kindergärten eine Bannmeile von 100 Metern einzurichten. In diesem Bereich sollen parteipolitische Aktivitäten verboten sein. Auf der Tagesordnung des nächsten Stadtrats, der einen Tag vor dem geplanten Infostand stattfindet, nämlich am 22. April, gibt es bis jetzt keine Beschlussvorlage dazu. Für Schulleiter Trump wäre dieser Vorschlag allerdings nur bedingt praktikabel. Was ist, wenn sich eine Partei dann einfach ein paar Meter weiter aufstellt? Oder genau zwischen die beiden Gymnasien der Stadt, gibt er zu bedenken.
Infostand: Ursprünglicher Termin an Hitlers Geburtstag?
Pikant an der Geschichte: Nach Informationen von nnz-online war ursprünglich ein anderes Datum geplant. Demnach sollte der AfD-Infostand zunächst am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, vor der Schule aufgebaut werden. Auf Drängen der Stadtverwaltung sei der Termin jedoch verschoben worden. Kerstin Düben-Schaumann weist den Vorwurf zurück, den 20. April bewusst gewählt zu haben. Diesen Vorwurf weise ich von mir, sagte sie nnz-online.
Düben-Schaumann: Wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen
Die Aufregung um die gesamte Aktion kann sie nach eigenen Angaben überhaupt nicht nachvollziehen. Sie wolle lediglich mit den Schülern ins Gespräch kommen und erfahren, was der Jugend in der Stadt fehle. Im Landtag habe sie bereits Fragen von Schulklassen beantwortet, habe dabei viele wichtige Themen erfahren. Darüber bin ich auf die Idee mit dem Infostand vor der Schule gekommen, so Düben-Schaumann. Weitere ähnliche Aktionen an anderen weiterführenden Schulen im Landkreis sind nach Auskunft der Politikerin derzeit nicht geplant, erst recht nicht vor Grundschulen.
Dass die rechte Partei durchaus sehr erfolgreich um junge Wähler wirbt, vor allem in den sozialen Medien, machen die hohen Followerzahlen vieler AfD-Politiker deutlich.
Susanne Schedwill
Bei einem Teil der Eltern, Lehrer und Schüler ist es seit Wochen ein Hauptgesprächsthema: Am 23. April will die AfD-Landtagsabgeordnete und Stadträtin Kerstin Düben-Schaumann einen Infostand vor der Wiedigsburg 7/8 aufbauen. Und zwar genau gegenüber dem Haupteingang des Herder-Gymnasiums. Geplant ist die Aktion ab 13.30 Uhr für zwei Stunden.
Einige Schüler und auch Lehrer hatten die Idee eines Demokratiefestes oder einer ähnlichen Aktion auf dem Schulgelände. Doch seitens der Schule wird es keine Maßnahmen geben. Schulleiter Andreas Trump, selbst Mitglied und Fraktionschef der CDU im Stadtrat, beruft sich auf das Neutralitätsprinzip von Schulen. Er habe dazu auch mit Schulamt und Bildungsministerium im Kontakt gestanden. Ich finde es generell nicht gut, wenn Parteien vor Schulen parteipolitisch aktiv werden, unabhängig von der Partei, sagte Trump gegenüber nnz-online. Den AfD-Infostand könne er jedoch nicht verbieten, da es sich um öffentliches Gelände vor der Schule handele. Darauf habe er keinen Einfluss. Er hat, wie er sagt, dazu auch mit der Stadtverwaltung Rücksprache gehalten.
Bannmeile von 100 Metern
Derweil liegt ein Antrag des Bündnisses Nordhausen Zusammen vor, der an alle Stadtratsfraktionen verschickt wurde. Darin wird gefordert, rund um Nordhäuser Schulen und Kindergärten eine Bannmeile von 100 Metern einzurichten. In diesem Bereich sollen parteipolitische Aktivitäten verboten sein. Auf der Tagesordnung des nächsten Stadtrats, der einen Tag vor dem geplanten Infostand stattfindet, nämlich am 22. April, gibt es bis jetzt keine Beschlussvorlage dazu. Für Schulleiter Trump wäre dieser Vorschlag allerdings nur bedingt praktikabel. Was ist, wenn sich eine Partei dann einfach ein paar Meter weiter aufstellt? Oder genau zwischen die beiden Gymnasien der Stadt, gibt er zu bedenken.
Infostand: Ursprünglicher Termin an Hitlers Geburtstag?
Pikant an der Geschichte: Nach Informationen von nnz-online war ursprünglich ein anderes Datum geplant. Demnach sollte der AfD-Infostand zunächst am 20. April, dem Geburtstag Adolf Hitlers, vor der Schule aufgebaut werden. Auf Drängen der Stadtverwaltung sei der Termin jedoch verschoben worden. Kerstin Düben-Schaumann weist den Vorwurf zurück, den 20. April bewusst gewählt zu haben. Diesen Vorwurf weise ich von mir, sagte sie nnz-online.
Düben-Schaumann: Wollen mit jungen Menschen ins Gespräch kommen
Die Aufregung um die gesamte Aktion kann sie nach eigenen Angaben überhaupt nicht nachvollziehen. Sie wolle lediglich mit den Schülern ins Gespräch kommen und erfahren, was der Jugend in der Stadt fehle. Im Landtag habe sie bereits Fragen von Schulklassen beantwortet, habe dabei viele wichtige Themen erfahren. Darüber bin ich auf die Idee mit dem Infostand vor der Schule gekommen, so Düben-Schaumann. Weitere ähnliche Aktionen an anderen weiterführenden Schulen im Landkreis sind nach Auskunft der Politikerin derzeit nicht geplant, erst recht nicht vor Grundschulen.
Dass die rechte Partei durchaus sehr erfolgreich um junge Wähler wirbt, vor allem in den sozialen Medien, machen die hohen Followerzahlen vieler AfD-Politiker deutlich.
Susanne Schedwill
