Rückzug des Einzelhandelskette aus Deutschland

Was Tegut-Aus für Nordhausen bedeutet

Tegut steht vor dem Aus: Der Schweizer Eigentümer Migros zieht sich aus Deutschland zurück und verkauft alle 300 Filialen. Zur Zukunft der Filiale in Nordhausen gibt es noch keine sichere Antwort...

Ob der Tegut in Salza von Edeka übernommen wird, ist derzeit noch nicht klar.  (Foto: ssc) Ob der Tegut in Salza von Edeka übernommen wird, ist derzeit noch nicht klar. (Foto: ssc)

„Wir sind weiterhin für dich da“, steht in großen Buchstaben auf einem unscheinbaren Zettel. Er hängt am Infoboard im Eingangsbereich des Tegut-Supermarktes in Salza. Die Botschaft soll die Kundschaft beruhigen. Es geht weiter wie bisher. Der Supermarkt bleibt geöffnet.

Denn: Tegut steht vor dem Aus. Anfang März wurde bekannt, dass sich der Schweizer Eigentümer Migros komplett aus Deutschland zurückzieht. Die rund 300 Märkte in sechs Bundesländern, etwa 40 davon in Thüringen, werden verkauft. Rund 200 Filialen sollen an Edeka gehen, auch Rewe will eine hohe zweistellige Zahl übernehmen.

Der Zettel informiert die Kunden am Eingang, dass der Markt weiter geöffnet bleibt.  (Foto: ssc) Der Zettel informiert die Kunden am Eingang, dass der Markt weiter geöffnet bleibt. (Foto: ssc) Laut Medienberichten haben Migros und Edeka den Vertrag bereits unterzeichnet. Allerdings steht die Zustimmung des Bundeskartellamts noch aus. Die Behörde prüft aktuell, ob der Verkauf den Wettbewerb im deutschen Lebensmittelhandel einschränkt. Denn Edeka ist bereits Marktführer. Entsprechend genau dürfte das Kartellamt prüfen, wenn der Konzern nun hunderte weitere Filialen übernehmen will.

Wie es konkret in Nordhausen weitergeht, dazu darf sich die Marktleitung nicht gegenüber der Presse äußern. Hinter vorgehaltener Hand heißt es aber, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Salzaer Tegut würden von Edeka weiterbeschäftigt. Offiziell will das nnz-online aber niemand sagen.

Von der Migros-Pressestelle heißt es auf Anfrage, der Verkauf an Edeka stehe weiterhin unter Vorbehalt der kartellrechtlichen Zustimmung. Erst danach könnten konkrete Aussagen zu einzelnen Standorten, Zahlen und Zeitplänen, und damit auch für die Filiale in Nordhausen, gemacht werden. Die Märkte blieben bis zur Übernahme geöffnet, Ziel sei ein möglichst reibungsloser Übergang, teilt Sprecherin Annabel Ott nnz-online mit.

„Die Arbeitsplätze in den rund 300 Tegut-Märkten, wo der Großteil der Mitarbeitenden innerhalb der Tegut-Gruppe arbeiten, sollten erhalten werden können. Edeka übernimmt einen wesentlichen Teil der Märkte mit ihren Verkaufsmitarbeitenden. Die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze und die Fortführung der Filialen stehen im Mittelpunkt der Überlegungen“, so die Migros-Sprecherin weiter.

Tegut wurde 1947 in Fulda gegründet, 2013 übernahm Migros die Kette.
Susanne Schedwill