Neue Brunnenkammer für den Blasii-Kirchplatz

27 Tonnen versenkt

An der Blasii-Kirche stand einst der Pferdemarkt-Brunnen: Die Überreste der Anlage wurden im Zuge der Sanierungen des Platzes schon vor einiger Zeit wieder entdeckt. In diesem Jahr soll das Wasserspiel in neuem Gewand zurückkehren. Die nötigen Voraussetzungen dafür wurden heute in der Erde versenkt...

Mit schwerem Gerät wurde heute an der Blasii-Kirche die Grundlagen für zwei neue Brunnen gelegt (Foto: agl) Mit schwerem Gerät wurde heute an der Blasii-Kirche die Grundlagen für zwei neue Brunnen gelegt (Foto: agl)

Per Kran wurde heute morgen die Technikkammer für die neuen Brunnenanlagen in das Erdreich hinabgelassen. Keine Arbeit, die man alle Tage erledigt, erzählt Mario Manolow vom Amt für Stadtentwicklung. Allein den Kran über den Platz an die richtige Stelle zu manövrieren sei kein leichtes Unterfangen gewesen. Kurz nach acht Uhr ist aber klar: Es ist alles gut gegangen. Die 27 Tonnen schwere Kammer ist versenkt und abgedeckt. Trotz des schweren Geräts und wenig Platz haben die Bäume vor der Kirche keinen Schaden davon getragen.

Die massive Technikkammer kann zwei Brunnen samt Wasserspiel versorgen (Foto: agl) Die massive Technikkammer kann zwei Brunnen samt Wasserspiel versorgen (Foto: agl)


Die Kammer bietet genug Platz für Reservoir und Pumpen, um zwei Brunnen mit Wasser zu versorgen - den Pferdemarktbrunnen und den Märchenbrunnen. Ersterer gehörte über Jahrhunderte zum Stadtbild und war einst zentraler Bestandteil der städtischen Trinkwasserversorgung. Einst schmückte den Brunnen das Meerpferdchen, das heute zwischen Post und Bäckerstraße sprudelt. Die neue Anlage ist dem historischen Vorbild zwar nachempfunden, wird aber ohne Hippocampus auskommen müssen.

Hinter der Haltestelle am Pferdemarkt soll der alte Brunnen neu entstehen (Foto: agl) Hinter der Haltestelle am Pferdemarkt soll der alte Brunnen neu entstehen (Foto: agl)

Trotzdem werde der Brunnen ein Hingucker, versichert Manolow. "Die Umrandung wird aus massivem Granit gestaltet, das Becken mit einem Durchmesser von sieben Metern wird aus Cortenstahl gefertigt und im Laufe des Sommers eingefügt. An Umrandung und Becken werden außerdem LED-Leuchten angebracht. Das wird ein sehr schöner Brunnen."

Brunnenbauwerk Nummer Zwei ist der Märchenbrunnen, der im Zuge der Sanierung umgestaltet werden soll. Das Wasserspiel wurde 1986 errichtet und war seit einiger Zeit nicht mehr in Betrieb, die Freifläche wurde durch das Restaurant Rustica genutzt. Im neuen Brunnen soll wieder Wasser fließen, zur Gestaltung wird aber noch diskutiert. Im Beirat für die 1.100-Jahrfeier sähe man es gerne, wenn hier statt dem Märchen- ein Mathildenbrunnen entstehen könnte, inklusive Figur der Nordhäuser Stadtgründerin. Da der Bau des Brunnens erst im dritten Bauabschnitt liegt, sind die Messen hierzu noch nicht gesungen. Zuletzt wurde im Ausschuss für Stadtentwicklung am Montag zum Thema diskutiert. Die vom Künstler Karl Lemke geschaffene Märchen-Plastik könnte an der Ecke Kranichstraße/Engelsburg einen neuen Platz finden, während Mathilde auf dem Brunnen thronen soll.

Gespeist werden die beiden Wasserspiele mit Trinkwasser, als Trinkbrunnen sind die Anlagen aber nicht vorgesehen. Für derlei Bedürfnisse soll es in Zukunft einen Wasserspender in der Kranichstraße geben.

Bis zum Herbst sollen die Arbeiten am 2. Bauabschnitt und damit auch am Pferdemarktbrunnen abgeschlossen sein. Im September oder Oktober könnte das Wasser im neuen, alten Brunnen ehe der Winter kommt also bereits fließen, wenn auch nur kurz.
Angelo Glashagel