Auszeichnung durch Deutsche Dendrologische Gesellschaft
Nordhäuser Eiche soll Nationalerbe-Baum werden
Die große Krone von Flehmüllers Eiche bei Krimderode ist weithin sichtbar. Seit mindestens 600 Jahren steckt der Baum mit seinen Wurzeln in der Südharzer Erde. Nun soll die knorrige Eiche als einer von 100 Nationalerbe-Bäume Deutschlands ausgezeichnet werden...
Stand wohl schon während des 30-Jährigen Krieges auf dem Liethberg bei Krimderode: Flehmüllers Eiche (Foto: ssc)
Wir haben einen der 100 tollsten Bäume Deutschlands direkt vor unserer Haustür, sagte Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) am Rande des Finanzausschusses. Am 5. Juni soll die 21 Meter hohe Stieleiche als Nationalerbe-Baum in die Liste der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) aufgenommen werden. Zu diesem Anlass wird auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in Nordhausen erwartet.
Initiative will alte Bäume in Deutschland besser schützen
Er hatte Flehmüllers Eiche für diese Auszeichnung ausgewählt. Zuvor hatte ihm die DDG drei andere Thüringer Bäume vorgeschlagen. Professor Andreas Roloff von der Technischen Universität Dresden hatte vor etwa sechs Jahren die Idee für die Initiative der Nationalerbe-Bäume entwickelt. Ziel sei es, Uraltbäume zu schützen und bei Bedarf zu pflegen, um ihnen langfristig ein Altern in Würde zu ermöglichen.
In Deutschland gebe es nur noch wenige wirklich alte Bäume, möglicherweise keinen einzigen, der älter als 1000 Jahre ist. Eine der Ursachen dafür dürfte sein, dass unsere Sicherheitserwartung inzwischen zu hoch geworden ist: Zu viele dieser Bäume werden verstümmelt oder gekappt, um sie vermeintlich verkehrssicher zu machen. Dies sowie vielfältige weitere Stressfaktoren und Standortprobleme führen zur vorzeitigen Alterung bis hin zum Absterben, heißt es auf der Internetseite der Nationalerbe-Bäume-Initiative von Roloff.
Förderung und Pflege für Nationalerbe-Bäume gesichert
Für Stadt und Landkreis ist die Aufnahme der Eiche in die Liste auch praktisch von Bedeutung: Die DDG übernimmt künftig die fachliche Betreuung der ausgewählten Baumveteranen und finanziert Pflege- sowie Sicherungsmaßnahmen, die für die Uraltbäume nicht unerheblich sind. Die Eva Mayr-Stihl-Stiftung stellt dafür die notwendigen Mittel bereit. Derzeit gibt es bundesweit 60 Nationalerbe-Bäume; bis 2028 oder 2029 soll die Zahl auf 100 steigen.
Vereinbarung zur Ausweisung in Vorbereitung
Die Stadt hat nach Auskunft Buchmanns alle Vorbereitungen für die Ausweisung getroffen. Jetzt fehle nur noch die Unterschrift aus dem Landratsamt. Kreissprecherin Jessica Piper teilte nnz-online darufhin mit: Dem Landkreis liege inzwischen die Vereinbarung zwischen dem Kuratorium Nationalerbe-Bäume – TU Dresden – und der Stadt Nordhausen zum Schutz und zur Erhaltung von Flehmüllers Eiche als Nationalerbe-Baum vor. Diese wurde von der Stadt Nordhausen eingereicht mit der Bitte um Gegenzeichnung. Aktuell befindet sich das Dokument in der internen Prüfung und soll zeitnah unterzeichnet werden.
Mindestens 600 Jahre alte Eiche auf dem Liethberg
Die Eiche steht auf dem 235 Meter hohen Liethberg am nördlichen Stadtausgang von Nordhausen. Sie ist rund 21 Meter hoch, ihre Krone erreicht einen Durchmesser von etwa 22 Metern. Der massige Stamm misst nahezu sieben Meter im Umfang. Der riesige Baum soll mindestens 600 Jahre alt sein. In manchen Quellen steht, die Eiche sei sogar bis zu 1000 Jahre alt. Das genaue Alter weiß niemand. Fest steht, dass die riesige Eiche wohl einer der ältesten Bäume im Südharz und schon seit 1935 ein Naturdenkmal ist.
Sage erzählt den Ursprung der Eiche
Gepflanzt haben soll den Baum vor vielen Jahrhunderten ein Müller, so erzählt es zumindest die Sage. Der Müller, der einmal eine Gipsmühle an der Zorge betrieb, die unterhalb des Berges fließt, flüchtete bei jedem Hochwasser auf den Liethberg. Dort betet er immer zu Gott und bat für seine Familie und den Erhalt seiner Mühle um Hilfe. Der Müller erhielt deshalb bald den Namen Flehmüller. Offenbar wurde er auch erhöht, die Mühle wurde vom Zorgehochwasser nie zerstört. Aus Dankbarkeit, soll der Müller auf dem Berg diese Eiche gepflanzt haben. Zunächst stand der Baum in einem Eichenwald, dem Kirchholz. Ab 1829 wurde der Eichenwald langsam gerodet. Heute steht die dicke Eiche fast allein auf einer großen grünen Hochebene.
Susanne Schedwill
Stand wohl schon während des 30-Jährigen Krieges auf dem Liethberg bei Krimderode: Flehmüllers Eiche (Foto: ssc)
Wir haben einen der 100 tollsten Bäume Deutschlands direkt vor unserer Haustür, sagte Nordhausens Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) am Rande des Finanzausschusses. Am 5. Juni soll die 21 Meter hohe Stieleiche als Nationalerbe-Baum in die Liste der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft (DDG) aufgenommen werden. Zu diesem Anlass wird auch Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) in Nordhausen erwartet.
Initiative will alte Bäume in Deutschland besser schützen
Er hatte Flehmüllers Eiche für diese Auszeichnung ausgewählt. Zuvor hatte ihm die DDG drei andere Thüringer Bäume vorgeschlagen. Professor Andreas Roloff von der Technischen Universität Dresden hatte vor etwa sechs Jahren die Idee für die Initiative der Nationalerbe-Bäume entwickelt. Ziel sei es, Uraltbäume zu schützen und bei Bedarf zu pflegen, um ihnen langfristig ein Altern in Würde zu ermöglichen.
In Deutschland gebe es nur noch wenige wirklich alte Bäume, möglicherweise keinen einzigen, der älter als 1000 Jahre ist. Eine der Ursachen dafür dürfte sein, dass unsere Sicherheitserwartung inzwischen zu hoch geworden ist: Zu viele dieser Bäume werden verstümmelt oder gekappt, um sie vermeintlich verkehrssicher zu machen. Dies sowie vielfältige weitere Stressfaktoren und Standortprobleme führen zur vorzeitigen Alterung bis hin zum Absterben, heißt es auf der Internetseite der Nationalerbe-Bäume-Initiative von Roloff.
Förderung und Pflege für Nationalerbe-Bäume gesichert
Für Stadt und Landkreis ist die Aufnahme der Eiche in die Liste auch praktisch von Bedeutung: Die DDG übernimmt künftig die fachliche Betreuung der ausgewählten Baumveteranen und finanziert Pflege- sowie Sicherungsmaßnahmen, die für die Uraltbäume nicht unerheblich sind. Die Eva Mayr-Stihl-Stiftung stellt dafür die notwendigen Mittel bereit. Derzeit gibt es bundesweit 60 Nationalerbe-Bäume; bis 2028 oder 2029 soll die Zahl auf 100 steigen.
Vereinbarung zur Ausweisung in Vorbereitung
Die Stadt hat nach Auskunft Buchmanns alle Vorbereitungen für die Ausweisung getroffen. Jetzt fehle nur noch die Unterschrift aus dem Landratsamt. Kreissprecherin Jessica Piper teilte nnz-online darufhin mit: Dem Landkreis liege inzwischen die Vereinbarung zwischen dem Kuratorium Nationalerbe-Bäume – TU Dresden – und der Stadt Nordhausen zum Schutz und zur Erhaltung von Flehmüllers Eiche als Nationalerbe-Baum vor. Diese wurde von der Stadt Nordhausen eingereicht mit der Bitte um Gegenzeichnung. Aktuell befindet sich das Dokument in der internen Prüfung und soll zeitnah unterzeichnet werden.
Mindestens 600 Jahre alte Eiche auf dem Liethberg
Die Eiche steht auf dem 235 Meter hohen Liethberg am nördlichen Stadtausgang von Nordhausen. Sie ist rund 21 Meter hoch, ihre Krone erreicht einen Durchmesser von etwa 22 Metern. Der massige Stamm misst nahezu sieben Meter im Umfang. Der riesige Baum soll mindestens 600 Jahre alt sein. In manchen Quellen steht, die Eiche sei sogar bis zu 1000 Jahre alt. Das genaue Alter weiß niemand. Fest steht, dass die riesige Eiche wohl einer der ältesten Bäume im Südharz und schon seit 1935 ein Naturdenkmal ist.
Sage erzählt den Ursprung der Eiche
Gepflanzt haben soll den Baum vor vielen Jahrhunderten ein Müller, so erzählt es zumindest die Sage. Der Müller, der einmal eine Gipsmühle an der Zorge betrieb, die unterhalb des Berges fließt, flüchtete bei jedem Hochwasser auf den Liethberg. Dort betet er immer zu Gott und bat für seine Familie und den Erhalt seiner Mühle um Hilfe. Der Müller erhielt deshalb bald den Namen Flehmüller. Offenbar wurde er auch erhöht, die Mühle wurde vom Zorgehochwasser nie zerstört. Aus Dankbarkeit, soll der Müller auf dem Berg diese Eiche gepflanzt haben. Zunächst stand der Baum in einem Eichenwald, dem Kirchholz. Ab 1829 wurde der Eichenwald langsam gerodet. Heute steht die dicke Eiche fast allein auf einer großen grünen Hochebene.
Susanne Schedwill
