Wolkramshausen: Neue Festscheune und Kulturpläne
Herrenhaus Hue de Grais startet in die Saison
Mit dem Frühling erwacht auch das Denkmal Schloss Hue de Grais in Wolkramshausen wieder zum Leben. Ab diesem Jahr gibt es dort mit der Festscheune einen neuen Ort für Veranstaltungen. Was dort geplant ist …
Die Morgensonne taucht das Herrenhaus in sanftes Licht. Hausherr Manfred Werthern steht auf der Terrasse. Dort, wo bald wieder Tische und Stühle für sein Hofcafé stehen. Wir servieren ab Mai im Hofcafé an jedem Wochenende warme und kalte Getränke sowie mit der Jahreszeit wechselnde Kuchenarten und andere Köstlichkeiten. Neu in diesem Jahr ist, dass wir unsere Festscheune in Betrieb nehmen und so auch wetterunabhängiger sind, sagt Werthern. Für die Köstlichkeiten sorgt Marion Neuhaus. Sie ist Inhaberin der Kleine Hexerei – Marmeladenmanufaktur. Seit vier Jahren arbeitet die Limlingeröderin mit Werthern zusammen, backt für sein Café die Kuchen und Torten, kümmert sich um das Catering seiner Veranstaltungen.
Erste Hochzeitsfeiern geplant
Das Hofcafé soll an den Wochenenden jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Mit der neuen Festscheune erweitert sich zugleich das Angebot: Bis zu 100 Menschen finden dort Platz. Wir haben in diesem Jahr unsere ersten beiden Hochzeiten, sagt Neuhaus. Perspektivisch gibt es noch größere Pläne. Ziel ist es, das Schloss und den angrenzenden Barockpark als Außenstelle des Bleicheröder Standesamtes zu etablieren. Seit drei Jahren wartet Werthern dafür auf die Genehmigung. Solange das noch nicht möglich ist, bietet er sein Anwesen zunächst weiterhin als reine Feierlocation an.
Blick auf das Ensemble Hue de Grais aus dem Barockgarten heraus. Rechts sieht man die Festscheune. (Foto: ssc)
Doch nicht nur private Feiern stehen im Fokus. Auch kulturell soll das Anwesen in den warmen Monaten wieder belebt werden und das schon kurzfristig. Den Auftakt für die Veranstaltungen gibt es bereits am kommenden Wochenende. Am Samstag ab 14.30 Uhr spielt Goran Stevanovich, der mit seinem Konzertakkordeon im Rahmen der Thüringer Bachwochen auftritt. Goran ist ein international gefragter, mit vielen Preisen ausgezeichneter Meister seines Instrumentes.
Ostereiersuche und Männertag
Im Jahresverlauf folgen weitere Veranstaltungen, die sich bereits etabliert haben. Ostersamstag organisieren Werthern und Neuhaus ab 14 Uhr gemeinsam mit dem DRK-Ortsverband wieder eine Ostereiersuche. Hunderte Eier werden in dem knapp vier Hektar großen Barockpark versteckt. Auch zum Männertag öffnet Hue de Grais für Gäste: Der Nordhäuser Konzertchor wird dann wieder auftreten. Es gibt neben Kaffee und Kuchen auch Bratwurst und Bier für die Herren, verspricht Neuhaus.
Ein Teil der Produkte, die im Café verkauft werden, stammt direkt vom Gelände. Das Obst für Kuchen und Marmeladen sammelt Neuhaus auf der zur Anlage gehörenden Streuobstwiese. Diese rückte auch im Januar in den Fokus, als sich dort die Streuobstinitiative traf. Das Ergebnis des Treffens stand schnell fest: Am 27. September sind wir Gastgeber hier in Hue de Grais für den Südharzer Apfeltag, berichtet Neuhaus.
Werthern selbst denkt derweil schon weiter. Der 82-jährige Rechtsanwalt gilt als umtriebig, liebt gute Musik und möchte Haus und Barockgarten dauerhaft mit Leben füllen. Bereits im Mai wird er zehn Musikerinnen und Musiker des Treppenhaus-Orchesters in seinem Haus begrüßen. Nach seinen Vorstellungen soll das Ensemble im kommenden Jahr regelmäßig in der Hainleite-Region zu hören sein. Die will er den Musikern erst einmal zeigen.
Vorbild ist für ihn das Sea Sounds Festival auf der Nordseeinsel Norderney. Vier Wochen lang spielt das Orchester dort ein vielseitiges Programm – am Strand, auf dem Dancefloor, in der Inselkirche, mit verbundenen Augen, auf dem Fahrrad sowie zum Sonnenauf- und -untergang. Das kann ich mir auch gut hier in der Region vorstellen, sagt Werthern. Er möchte ein solches Format selbst organisieren und dafür unter anderem Fördermittel bei der Bundeskulturstiftung beantragen.
Parallel treibt er die Gründung des Hainleite-Kultur-Vereins voran. Gemeinsam mit der Landesmusikakademie, der Hochschule Nordhausen und weiteren lokalen Partnern in Bleicherode will er neue kulturelle Impulse setzen.
Letzte Wandbespannungen werden restauriert
Auch am Gebäude selbst wird weiter gearbeitet. Derzeit werden die letzten Wandbespannungen aus Leinen von einem Restauratorinnen-Kollektiv aus Erfurt aufwendig restauriert und nach und nach im Alkovenzimmer wieder angebracht. Es handelt sich um die ältesten Bespannungen aus dem Jahr 1721, dem Baujahr des Herrenhauses. Spätestens zum Tag des offenen Denkmals im September sollen Besucher diese wieder besichtigen können.
Susanne Schedwill
Die Morgensonne taucht das Herrenhaus in sanftes Licht. Hausherr Manfred Werthern steht auf der Terrasse. Dort, wo bald wieder Tische und Stühle für sein Hofcafé stehen. Wir servieren ab Mai im Hofcafé an jedem Wochenende warme und kalte Getränke sowie mit der Jahreszeit wechselnde Kuchenarten und andere Köstlichkeiten. Neu in diesem Jahr ist, dass wir unsere Festscheune in Betrieb nehmen und so auch wetterunabhängiger sind, sagt Werthern. Für die Köstlichkeiten sorgt Marion Neuhaus. Sie ist Inhaberin der Kleine Hexerei – Marmeladenmanufaktur. Seit vier Jahren arbeitet die Limlingeröderin mit Werthern zusammen, backt für sein Café die Kuchen und Torten, kümmert sich um das Catering seiner Veranstaltungen.
Erste Hochzeitsfeiern geplant
Das Hofcafé soll an den Wochenenden jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet sein. Mit der neuen Festscheune erweitert sich zugleich das Angebot: Bis zu 100 Menschen finden dort Platz. Wir haben in diesem Jahr unsere ersten beiden Hochzeiten, sagt Neuhaus. Perspektivisch gibt es noch größere Pläne. Ziel ist es, das Schloss und den angrenzenden Barockpark als Außenstelle des Bleicheröder Standesamtes zu etablieren. Seit drei Jahren wartet Werthern dafür auf die Genehmigung. Solange das noch nicht möglich ist, bietet er sein Anwesen zunächst weiterhin als reine Feierlocation an.
Blick auf das Ensemble Hue de Grais aus dem Barockgarten heraus. Rechts sieht man die Festscheune. (Foto: ssc)
Ostereiersuche und Männertag
Im Jahresverlauf folgen weitere Veranstaltungen, die sich bereits etabliert haben. Ostersamstag organisieren Werthern und Neuhaus ab 14 Uhr gemeinsam mit dem DRK-Ortsverband wieder eine Ostereiersuche. Hunderte Eier werden in dem knapp vier Hektar großen Barockpark versteckt. Auch zum Männertag öffnet Hue de Grais für Gäste: Der Nordhäuser Konzertchor wird dann wieder auftreten. Es gibt neben Kaffee und Kuchen auch Bratwurst und Bier für die Herren, verspricht Neuhaus.
Ein Teil der Produkte, die im Café verkauft werden, stammt direkt vom Gelände. Das Obst für Kuchen und Marmeladen sammelt Neuhaus auf der zur Anlage gehörenden Streuobstwiese. Diese rückte auch im Januar in den Fokus, als sich dort die Streuobstinitiative traf. Das Ergebnis des Treffens stand schnell fest: Am 27. September sind wir Gastgeber hier in Hue de Grais für den Südharzer Apfeltag, berichtet Neuhaus.
Werthern selbst denkt derweil schon weiter. Der 82-jährige Rechtsanwalt gilt als umtriebig, liebt gute Musik und möchte Haus und Barockgarten dauerhaft mit Leben füllen. Bereits im Mai wird er zehn Musikerinnen und Musiker des Treppenhaus-Orchesters in seinem Haus begrüßen. Nach seinen Vorstellungen soll das Ensemble im kommenden Jahr regelmäßig in der Hainleite-Region zu hören sein. Die will er den Musikern erst einmal zeigen.
Vorbild ist für ihn das Sea Sounds Festival auf der Nordseeinsel Norderney. Vier Wochen lang spielt das Orchester dort ein vielseitiges Programm – am Strand, auf dem Dancefloor, in der Inselkirche, mit verbundenen Augen, auf dem Fahrrad sowie zum Sonnenauf- und -untergang. Das kann ich mir auch gut hier in der Region vorstellen, sagt Werthern. Er möchte ein solches Format selbst organisieren und dafür unter anderem Fördermittel bei der Bundeskulturstiftung beantragen.
Parallel treibt er die Gründung des Hainleite-Kultur-Vereins voran. Gemeinsam mit der Landesmusikakademie, der Hochschule Nordhausen und weiteren lokalen Partnern in Bleicherode will er neue kulturelle Impulse setzen.
Letzte Wandbespannungen werden restauriert
Auch am Gebäude selbst wird weiter gearbeitet. Derzeit werden die letzten Wandbespannungen aus Leinen von einem Restauratorinnen-Kollektiv aus Erfurt aufwendig restauriert und nach und nach im Alkovenzimmer wieder angebracht. Es handelt sich um die ältesten Bespannungen aus dem Jahr 1721, dem Baujahr des Herrenhauses. Spätestens zum Tag des offenen Denkmals im September sollen Besucher diese wieder besichtigen können.
Susanne Schedwill


