Fußballer feiern 125. Jubiläum in würdigem Rahmen

Das Feuer der Tradition weitergeben

Mit einer beeindruckenden Festveranstaltung begingen Samstagabend die Langensalzaer Fußballer mehrerer Generationen ihr großes Jubiläum. Seit 125 Jahren können Jungs und Männer, und inzwischen auch Mädchen und Frauen, im Verein organisiert der schönsten Nebensache der Welt nachgehen. Grund sich zu erinnern und zu feiern …

Der FSV Preußen feierte seine Stars und sich selbst (Foto: oas) Der FSV Preußen feierte seine Stars und sich selbst (Foto: oas)


Es war am 14. März des Jahres 1901 als sich fußballbegeisterte junge Männer in Langensalza zu einem Verein zusammenschlossen und eine lange und erfolgreiche Tradition ins Leben riefen. Deshalb eröffnete Preußen-Präsident Benno Harbauer die Feierstunde im örtlichen Kino auch pünktlich um 19.01 Uhr. Zu den ersten Gratulanten gehörte der Präsident des Thüringer Fußball-Verbands, Udo Penßler-Beyer, der mit einer Ehrenplakette des DFB und einem 500-Euro-Scheck für „einen der erfolg- und traditionsreichsten Fußballvereine der Region“ aufwartete. Bürgermeister Matthias Reinz würdigte den Verein als wichtigen Faktor im gesellschaftlichen Leben der Stadt, konnte allerdings leider kein neues Sozialgebäude für das Stadion versprechen. Er versicherte den Fußballern jedoch die fortlaufende Unterstützung der Stadt bei all ihren Unternehmungen.

Auch der berühmteste Langensalzaer Fußballer aller Zeiten, Ex-Nationalspieler Marco Engelhardt, folgte dem Ruf der Heimat und lobte seinen FSV Preußen, wo er einst die ersten Dribblings in Richtung einer faszinierenden Profi-Karriere zelebrieren durfte und dessen Entwicklung er mit Interesse und Freude weiterhin verfolgt. Außerdem müsse er ja zum nächsten Salza-Cup wiederkommen und seinen Titel verteidigen, erinnerte ihn Benno Harbauer im lockeren Gespräch vor der großen Kinoleinwand, über die später noch Fotos und kleine Filmchen aus dem letzten eineinviertel Jahrhundert flimmern sollten.

Glücksfall Benno Harbauer: Der umtriebige Preußen-Präsident wurde mit der Gutsmuths-Plakette in Silber ausgezeichnet (Foto: oas) Glücksfall Benno Harbauer: Der umtriebige Preußen-Präsident wurde mit der Gutsmuths-Plakette in Silber ausgezeichnet (Foto: oas)


Nicht weniger bejubelt wurde der zweite sensationelle Ehrengast, der am Nachmittag schon den Ehrenanstoß in der Thüringenliga-Partie gegen Arnstadt absolvieren durfte. Lothar Sommer ist heute 91 Jahre alt und hat zeitlebens für den Langensalzaer Fußball mit all seinen Höhen und Tiefen gearbeitet. Erst als Spieler und später als Funktionär verdiente er sich berechtigte Anerkennung. Auch Hans Georg Widder und Klaus Oppel wussten noch Geschichtchen aus längst vergangenen Tagen zu erzählen, da der Langensalzaer Fußball aus den Tiefen der Kreisklasse aufstieg bis in die DDR-Liga und tausende Fans im Stadion der Freundschaft begeisterte.

Stadionsprecher und Vereinsvorstandsmitglied Markus Fromm interviewte weitere verdienstvolle Helden in Schwarz-Weiß in einer familiären und respektvollen Art und Weise, die aufzeigte, wie verbunden die oft beschworene Preußen-Familie wirklich ist. Im voll besetzten Saal hörten die gut gelaunten Mitstreiter, Gäste und Fans einige Anekdoten, die zum Schmunzeln waren oder gar zu spontanen Sprechchören animierten. Einem längeren „Benno, Benno“-Gesang sah sich nach der Bier- und Bratwurstpause der Vereinschef ausgesetzt, der (für ihn selbst überraschend) vom Geschäftsführer des Kreissportbunds, Florian Fischer, mit der wichtigsten Sportauszeichnung des Freistaats Thüringen, der Gutsmuths-Ehrenplakette in Silber ausgezeichnet wurde. Eine Ehrung, die er allein schon für die Vorbereitung dieser Feierstunde verdient gehabt hätte, doch zusätzlich führt der ehemalige Spieler Benno Harbauer den größten Sportverein der Kurstadt seit zwölf Jahren als inzwischen etablierten Thüringenligisten mit 400 Mitgliedern und über 200 Spielern und Spielerinnen im Spielbetrieb souverän und gekonnt durch die nicht nur finanziell schwierigen Zeiten. „Der hat zwei Herzen“, attestierte ihm André John, einer seiner Vorgänger auf dem Präsidentenstuhl. „Eins für seine Familie und eins für den FSV Preußen!“

Und nachdem die Klein, Ritter, Fellenbach, Zimmermann und Schmidt, Otto, Mender und Schambach zu Wort gekommen waren, widmeten sich die Veranstalter noch weiterer Rekordspieler und bester Torschützen, wo dann auch die Heroen aus jüngster Vergangenheit wie Maik Junghans, Pascal Steinmetz, Martin Fiß und Max Domeinski sich präsentierten. Nach 120 Minuten, der Länge eines Fußballspiels mit Verlängerung, ging der Abend im Burgtheater zu Ende und alle Anwesenden waren des Lobes voll über eine gelungene und hoch professionell verlaufene Veranstaltung. Der Blick aller Preußen und familiär oder/und freundschaftlich verbundener Angehöriger und Mitstreiter richtet sich nun wieder in die Zukunft, in der ein starker FSV Preußen weiterhin Aushängeschild der Stadt und der ganzen Region sein will und in der die Tradition und die Veteranen weiter so würdig bewahrt und geehrt werden wie an diesem 14. März 2026.
Olaf Schulze