Vortrag in der Neanderklinik
Ilfeld - geistlicher und politischer Knotenpunkt
Ein Abend der Hohnsteiner Geschichte im Museum Krypta der Neanderklinik Ilfeld. Wer am vergangenen Freitagabend den Nordwestflügel der Neanderklinik Harzwald betrat und die Türen zur Museumskrypta öffnete, spürte sofort: Hier würde kein gewöhnlicher Vortrag stattfinden. Der Raum im Erdgeschoss, sonst ein stiller Ort der Erinnerung, verwandelte sich in ein Fenster in eine Zeit, die bis zu neunhundert Jahre zurückliegt – und doch bis heute nachwirkt…
Referent Tim Schäfer nahm die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die frühen Jahrhunderte Ilfelds. Eine Reise, die nicht nur aus Daten und Urkunden bestand, sondern aus Geschichten, Menschen, Entscheidungen und Spuren, die dieses Tal geprägt haben. Der Vortrag war das Ergebnis von drei Jahren intensiver Forschung in Archiven, Regesten und päpstlichen Bullen – und das spürte man in jedem Satz. Schäfer zeigte, dass Ilfeld im Hochmittelalter kein Randgebiet war, sondern ein Knotenpunkt geistlicher und politischer Bedeutung.
Die Hohnsteiner Grafen, deren Ilfelder Linie spätestens ab den 1170er Jahren das Tal prägte, standen im Zentrum des Abends. Besonders eindrucksvoll war die Einordnung der Pilgerreise Heinrichs des Löwen nach Jerusalem im Jahr 1172: Ein Graf von Hohnstein wird in den Quellen als hochrangiger Begleiter des Herzogs genannt. Ein Detail, das die Besucherinnen und Besucher spüren ließ, wie weit die Verbindungen dieses kleinen Tales einst reichten – bis nach Jerusalem, Rom und Paris.
Mit großer Klarheit zeichnete Schäfer die Gründung des Prämonstratenserklosters Ilfeld nach, das bewusst anders war als Walkenried: gelehrter, europäischer, stärker in die Kirchenpolitik eingebunden. Mehrere Päpste – darunter Innozenz III., Innozenz IV. und Alexander IV. – stellten das Kloster unter ihren direkten Schutz. Ein Rang, der die besondere Bedeutung Ilfelds im 12. und 13. Jahrhundert eindrucksvoll unterstreicht.
Besonders bewegend war der Abschnitt über das Ilfelder Hospital, das bereits um 1230–1250 bestand. Eine Urkunde des emeritierten Bischofs Konrad von Friedberg aus dem Jahr 1257 gewährt einen 40-Tage-Ablass für alle, die die Armen im Ilfelder Hospital unterstützen.
Schäfer zog eine klare Linie von dieser frühen Fürsorge zur heutigen Neanderklinik Harzwald – eine Traditionslinie, die im Publikum spürbare Resonanz auslöste. Ein atmosphärisches Highlight des Abends war der Moment, in dem das Publikum dank der eindrucksvollen Schilderungen das Gefühl hatte, selbst im mittelalterlichen Refektorium des Klosters zu sitzen. Die Stille, die Ordnung, das Licht, die Lesungen – all das wurde so lebendig, dass eine Besucherin sagte, sie hätte für einen Augenblick im 13. Jahrhundert gesessen.
"Ein herzlicher Dank gilt dem interessierten und fachkundigen Publikum, das diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis machte. Ebenso danken wir Herrn Krohne, der dem kleinen Ilfelder Museum ein Glasbild der 600-Jahr-Feier Einung Ilfelds von 1985 schenkte, welches künftig einen Ehrenplatz in der Museumskrypta erhalten wird. Unser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Neanderklinik Harzwald, die die Veranstaltung aufmerksam und freundlich begleitet haben", so Schäfer weiter.
Vortrag über Napola-Zeiten
Bereits am 24. April folgt ein weiterer Höhepunkt der Neander-Kulturmomente: Die Geschichte des Hauses in der NS-Zeit, als Ilfeld Sitz einer Napola (NPEA) war, wird in einer besonderen Veranstaltung beleuchtet. Mit dabei ist Dr. Helen Roche (University of Durham), eine der führenden Expertinnen zur Geschichte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Der Abend umfasst eine wissenschaftliche Einführung, eine Diskussion, die Präsentation eines Dokumentarfilms sowie Beiträge von Tim Schäfer zu ausgewählten Ereignissen in Ilfeld in den Jahren 1944/45.
Zu den jährlichen Höhepunkten zählen auch in diesem Jahr wieder das Mittelalterliche Klosterfest am 4. Juni 2026 sowie der Mittelalterliche Klosterweihnachtsmarkt am 4. Dezember 2026, die sich längst zu beliebten Familienereignissen und Publikumsmagneten entwickelt haben.
Referent Tim Schäfer nahm die zahlreichen Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch die frühen Jahrhunderte Ilfelds. Eine Reise, die nicht nur aus Daten und Urkunden bestand, sondern aus Geschichten, Menschen, Entscheidungen und Spuren, die dieses Tal geprägt haben. Der Vortrag war das Ergebnis von drei Jahren intensiver Forschung in Archiven, Regesten und päpstlichen Bullen – und das spürte man in jedem Satz. Schäfer zeigte, dass Ilfeld im Hochmittelalter kein Randgebiet war, sondern ein Knotenpunkt geistlicher und politischer Bedeutung.
Die Hohnsteiner Grafen, deren Ilfelder Linie spätestens ab den 1170er Jahren das Tal prägte, standen im Zentrum des Abends. Besonders eindrucksvoll war die Einordnung der Pilgerreise Heinrichs des Löwen nach Jerusalem im Jahr 1172: Ein Graf von Hohnstein wird in den Quellen als hochrangiger Begleiter des Herzogs genannt. Ein Detail, das die Besucherinnen und Besucher spüren ließ, wie weit die Verbindungen dieses kleinen Tales einst reichten – bis nach Jerusalem, Rom und Paris.
Mit großer Klarheit zeichnete Schäfer die Gründung des Prämonstratenserklosters Ilfeld nach, das bewusst anders war als Walkenried: gelehrter, europäischer, stärker in die Kirchenpolitik eingebunden. Mehrere Päpste – darunter Innozenz III., Innozenz IV. und Alexander IV. – stellten das Kloster unter ihren direkten Schutz. Ein Rang, der die besondere Bedeutung Ilfelds im 12. und 13. Jahrhundert eindrucksvoll unterstreicht.
Besonders bewegend war der Abschnitt über das Ilfelder Hospital, das bereits um 1230–1250 bestand. Eine Urkunde des emeritierten Bischofs Konrad von Friedberg aus dem Jahr 1257 gewährt einen 40-Tage-Ablass für alle, die die Armen im Ilfelder Hospital unterstützen.
Schäfer zog eine klare Linie von dieser frühen Fürsorge zur heutigen Neanderklinik Harzwald – eine Traditionslinie, die im Publikum spürbare Resonanz auslöste. Ein atmosphärisches Highlight des Abends war der Moment, in dem das Publikum dank der eindrucksvollen Schilderungen das Gefühl hatte, selbst im mittelalterlichen Refektorium des Klosters zu sitzen. Die Stille, die Ordnung, das Licht, die Lesungen – all das wurde so lebendig, dass eine Besucherin sagte, sie hätte für einen Augenblick im 13. Jahrhundert gesessen.
"Ein herzlicher Dank gilt dem interessierten und fachkundigen Publikum, das diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis machte. Ebenso danken wir Herrn Krohne, der dem kleinen Ilfelder Museum ein Glasbild der 600-Jahr-Feier Einung Ilfelds von 1985 schenkte, welches künftig einen Ehrenplatz in der Museumskrypta erhalten wird. Unser Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Neanderklinik Harzwald, die die Veranstaltung aufmerksam und freundlich begleitet haben", so Schäfer weiter.
Vortrag über Napola-Zeiten
Bereits am 24. April folgt ein weiterer Höhepunkt der Neander-Kulturmomente: Die Geschichte des Hauses in der NS-Zeit, als Ilfeld Sitz einer Napola (NPEA) war, wird in einer besonderen Veranstaltung beleuchtet. Mit dabei ist Dr. Helen Roche (University of Durham), eine der führenden Expertinnen zur Geschichte der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten. Der Abend umfasst eine wissenschaftliche Einführung, eine Diskussion, die Präsentation eines Dokumentarfilms sowie Beiträge von Tim Schäfer zu ausgewählten Ereignissen in Ilfeld in den Jahren 1944/45.
Zu den jährlichen Höhepunkten zählen auch in diesem Jahr wieder das Mittelalterliche Klosterfest am 4. Juni 2026 sowie der Mittelalterliche Klosterweihnachtsmarkt am 4. Dezember 2026, die sich längst zu beliebten Familienereignissen und Publikumsmagneten entwickelt haben.