Thüringens Beauftragter für jüdisches Leben zu Gast in Nordhausen

Klares Signal gegen Antisemitismus

Was kann eine Hochschule konkret tun, um jüdisches Leben zu stärken und Antisemitismuskritik zu leben? In dieser Woche suchte die Hochschule Nordhausen gemeinsam mit Michael Panse nach Antworten – und die zeigen: Es braucht mehr als gute Absichten...

Michael Panse, Beauftragter des Freistaats Thüringen für jüdisches Leben und zur Bekämpfung von Antisemitismus, im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschule Nordhausen über Maßnahmen zur Stärkung jüdischen Lebens und zur Antisemitismusprävention an Hochschulen.  (Foto: Tim Rückschloß) Michael Panse, Beauftragter des Freistaats Thüringen für jüdisches Leben und zur Bekämpfung von Antisemitismus, im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern der Hochschule Nordhausen über Maßnahmen zur Stärkung jüdischen Lebens und zur Antisemitismusprävention an Hochschulen. (Foto: Tim Rückschloß)
Michael Panse, Beauftragter des Freistaats Thüringen für jüdisches Leben und zur Bekämpfung von Antisemitismus, war am 10. März in die Hochschule Nordhausen (HSN) eingeladen. Die Beauftragte gegen Antisemitismus, Prof. Dr. Cordula Borbe, der Hochschule Nordhausen, hatte das Treffen gemeinsam mit dem Präsidenten, Prof. Dr. Jörg Wagner, Prof. Sabrina Schramme, Kathleen Hahnemann und zwei Studierenden initiiert. Der Austausch ließ keine wichtige Frage aus: Wie lebt es sich als jüdischer Mensch in Thüringen heute? Wo hakt es an Hochschulen?

Panse brachte es auf den Punkt: Hochschulen sind keine neutralen Räume – sie sind Orte, an denen Haltungen geformt werden. Die Hochschule Nordhausen bekennt sich dazu, diese Verantwortung anzunehmen. Als inhaltlichen Kompass nutzt die Beauftragte gegen Antisemitismus für ihre Arbeit die IHRA-Arbeitsdefinition von Antisemitismus – ein bewährter internationaler Rahmen, um Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu erkennen.

Gemeinsam mit Panse wurden Brücken zu jüdischen Initiativen, Kultureinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Akteuren in der Region angedacht: durch Gastvorträge und Lehrveranstaltungen zu jüdischer Geschichte und Gegenwart, Kooperationen in Forschung und Erinnerungsarbeit sowie kulturelle Begegnungsformate auf dem Campus.

Cordula Borbe ist Mitglied des Unterstützerkreises des Netzwerks Jüdischer Hochschullehrender (NJH) – eine bundesweite Plattform für Sichtbarkeit, Austausch und gegenseitige Stärkung jüdischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Auf nationaler Ebene ist die Hochschule Nordhausen Teil des Kompetenznetzwerks Antisemitismusprävention an Hochschulen (KoNHAP) der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Was in Nordhausen erprobt wird, fließt in bundesweite Strategien ein – und umgekehrt.

Der Besuch von Michael Panse hat gezeigt: Die HSN will nicht nur mitreden. Sie will mitgestalten.„Antisemitismusprävention beginnt mit Haltung, Wissen und Begegnung. Als Hochschule tragen wir Verantwortung dafür, Räume zu schaffen, in denen jüdisches Leben sichtbar ist und Antisemitismus klar benannt und zurückgewiesen wird“, betont Cordula Borbe.