Handwerker-Frühstück

Mario Voigt zog Bilanz

Im Verlaufe eines Jahres gibt es für Journalisten diverse Möglichkeiten das Frühstück nicht in der heimatlichen Umgebung zu „verzehren“, sondern im Außendienst. Das sind dann Unternehmerfrühstück, Bauernfrühstück oder – wie heute Morgen – das Handwerkerfrühstück, zu dem die Mittelstandsvereinigung der CDU (MIT) im Landkreis Nordhausen eingeladen hatte…

150 Gäste frühstückten heute bei FFI in Nohra (Foto: nnz) 150 Gäste frühstückten heute bei FFI in Nohra (Foto: nnz)
Ganz klar, dass das Interesse an einer solchen Veranstaltung an einem Freitagvormittag einen Tick höher ist als an anderen Wochentagen. Vielleicht waren die Handwerker, die Unternehmer, Politiker und Kammervertreter aber auch nur neugierig, was Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt dem Publikum mitzuteilen hatte?

“Heute ist Freitag, der 13.“, so begrüßte Torsten Juch, der MIT-Kreisvorsitzende, die 150 Gäste des mittlerweile dritten Handwerkerfrühstücks. Er bedankte sich bei seinem Team des FFI in Nohra sowie bei den zahlreichen Sponsoren der Veranstaltung.

Handwerk hat immer noch oder wieder goldenen Boden, die Ausbildungszahlen gingen nach oben und an den Ministerpräsidenten gewandt, sagte Juch: „Die Handwerker und die Landwirte werden Thüringen in den nächsten 35 Jahren nicht verlassen. Darauf, Mario, kannst du dich verlassen!“

Der dankte natürlich dem Gastgeber und verkündete, das die Politik in Thüringen Druck habe und nun „schneller laufen müsse“. Für den MP komme es zukünftlich auf mehrere Themen an: 1. die vergangenen zehn Jahre, also unter RRG, sei es für die Wirtschaft nicht sonderlich gut gelaufen. Im vergangenen Jahr jedoch sei Thüringen das Bundesland mit dem stärksten Wirtschaftswachstum in Deutschland gewesen. Weitere Stichworte waren (immer noch) die unbedingte Technologieoffenheit bei Fahrzeugantrieben sowie der Dank an die Leistungen der Thüringer Handwerker. Die Politik könne hier tangierend helfen, zum Beispiel die Meisterausbildung kostenfrei stellen, damit der Nachwuchs auf dieser Ebene gesichert sei.

Ministerpräsident Mario Voigt im Gespräch mit dem Nordhäuser MIT-Chef Torsten Juch (rechts) und Unternehmer Silvio Wagner (Foto: nnz) Ministerpräsident Mario Voigt im Gespräch mit dem Nordhäuser MIT-Chef Torsten Juch (rechts) und Unternehmer Silvio Wagner (Foto: nnz)
2. In seinem bisherigen Job als Ministerpräsident habe er in seinem ersten Amtsjahr rund 1.500 Termine gemacht. Unter anderem einen Termin mit den Chefs aller Thüringer Behörden. Dabei habe er deutlich gemacht, dass er künftig nicht hören wolle, warum irgendetwas nicht geht, sondern wie eine Aufgabe erledigt werden könne.

3. Der Blick auf die Zapfsäule. Die hohen Preise seien ein Griff in die Tasche des kleinen Mannes. Was macht die Politik: die Preise nur einmal am Tag erhöhen. Irgendwann. An den Tischen rumorte es.

4. Die Bildungspolitik: Thüringen will mehr Lehrer einstellen und die älteren Pädagogen dazu bringen, länger zu arbeiten. Ergebnis: der Unterrichtsausfall wurde unter zehn Prozent gedrückt. Hinzu kommt das Handyverbot in der Grundschule, vielleicht demnächst auch in den weiterführenden Schulen.

5. Migration: Ganz schnell wurde eine Abschiebehafteinrichtung etabliert und das, so Voigt, war richtig: Wer straffällig ist, der geht in die Abschiebehaft. Wer sich in unserer Gesellschaft, in unser Leben einbringt und das deutsche soziale System nicht als Hängematte betrachtet, der sei willkommen.

Last but not least der Blick auf das Globale: „Wir können die Situation an der Straße von Hormus nicht ändern, aber müssen vorbereitet sein auf das, was unsere Gesellschaft stark macht. Unter anderem ist das die weitere Unterstützung des Ehrenamtes sowie die bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen“, so Mario Voigt. Die unterschiedlichen Förderstellen sollen von aktuell 19 auf 2 reduziert werden. Auch der Dschungel der Programme soll noch in diesem Jahr gelichtet werden.

Zusammenfassend: Thüringen muss zusammenstehen, die Menschen in diesem Land können mit Problemen besser umgehen, als zum Beispiel der westliche Teil dieses Landes. Sie haben das in den Wendejahren lernen müssen und aus diesen Erfahrungen lernen können. Anschließend wurde dann doch noch gefrühstückt und die eine oder andere Meinung ausgetauscht.

Im Anschluss besucht Voigt heute noch das Bergwerk in Bleicherode und fährt dort unter Tage. Wie Geschäftsführer Matthias Schmidt gegenüber nnz-online sagte, habe er Voigt die Einladung bereits bei der letzten Barbarafeier im November vergangenen Jahres ausgesprochen. Am Abend nimmt Voigt im Eichsfeld an einem traditionellen Schlachtessen teil.
Peter-Stefan Greiner