Frauen am Nordthüringer Arbeitsmarkt
Moderne Modelle bringen Bewegung in alte Rollenmuster
Frauen sind unverzichtbar für eine stabile Wirtschaft - sie stellen etwa die Hälfte aller Beschäftigten. Aber auch heute noch erschweren traditionelle Rollenmuster ihr Arbeitsleben. Danach sind Frauen hauptverantwortlich für Sorgearbeit. Teilzeitverträge sind oft die unweigerliche Folge um Beruf und Familie in Einklang miteinander bringen zu können...
Frauen können ihr Potenzial am Arbeitsmarkt viel stärker einbringen, wenn die Unternehmenskultur es Männern erleichtert, Familienaufgaben zu übernehmen, so Nicole Wedler-Wehlisch, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Thüringen Nord. Ein Paradigmenwechsel in diese Richtung sei langsam wahrnehmbar – in den letzten zehn Jahren stieg vor allem die Zahl der Männer in Teilzeitbeschäftigung.
Klassische Frauenberufe sind weniger konjunktursensibel
Letztes Jahr gingen mit 19.115 Beschäftigten im Kyffhäuserkreis 1.569 Personen weniger einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach als noch vor zehn Jahren. Frauen machten dabei zuletzt 48,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung im Landkreis aus. Der Beschäftigungsrückgang ist zum einen konjunkturell begründet. Gegenwärtige Betriebsschließungen und Entlassungen im gewerblichen Sektor betreffen vor allem Männer. Aber auch das Ausscheiden älterer Mitarbeitender sorgt für sinkende Zahlen, wenn ihre Stellen nicht nachbesetzt werden können. Die Demografie wirkt dabei branchenübergreifend und trifft sowohl Männer als auch Frauen. Während Männer im Kyffhäuserkreis insbesondere Berufe der Maschinenbau- und Betriebstechnik, im Hochbau und der Lagerwirtschaft ausüben, sind Frauen zumeist in konjunkturell weniger abhängigen Berufsfeldern tätig. Die meisten Frauen arbeiten im Landkreis in der Erziehung / Sozialarbeit / Heilerziehungspflege, im Büro und Sekretariat sowie im Verkauf.
Führung bleibt häufig Männersache
Selbst in Branchen, in denen Frauen mehr als die Hälfte aller Beschäftigten stellen, sind Führungspositionen häufiger von Männern besetzt. Im Kyffhäuserkreis zeigt sich das zum Beispiel im Bereich des Grundstücks- und Wohnungswesens. Dazu gehören beispielsweise der Handel und die Vermietung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen. Obwohl 57,1 Prozent der Beschäftigten dort weiblich sind, übernehmen Frauen nur 38,1 Prozent der Leitungsaufgaben.
Anders sieht es in Bereichen wie Erziehung und Unterricht oder auch im Gesundheits- und Sozialwesen aus. Hier sind mehr als drei Viertel aller Beschäftigten weiblich und auch die Leitungsaufgaben werden überwiegend von Frauen ausgeübt.
Mehr Führung in Teilzeit – bessere Chancen für Frauen
Die Zahl von Frauen in Führungspositionen ist im Kyffhäuserkreis in den letzten zehn Jahren um 12,3 Prozent auf 306 Beschäftigte gesunken. Damit sind 32,9 Prozent der Führungskräfte im Landkreis eine Frau. Thüringenweit liegt der Anteil von Frauen mit Leitungsaufgaben bei 32,1 Prozent.
Ein wichtiger Faktor für eine positive Entwicklung sind familienfreundliche Arbeitszeitmodelle: Die Zahl der weiblichen Teilzeitbeschäftigten mit Leitungsaufgaben wuchs seit 2015 um 18,9 Prozent; die der Vollzeitbeschäftigten sank um 20,7 Prozent. Letztes Jahr arbeiteten im Landkreis 88 weibliche Führungskräfte in Teilzeit und 218 in Vollzeit.
Langsamer Paradigmenwechsel – Mehr Männer in Teilzeit
Insgesamt ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Kyffhäuserkreis in den letzten zehn Jahren um 1,4 Prozent auf 6.123 Personen gestiegen. Besonders auffällig ist dabei der wachsende Männeranteil. Während vor zehn Jahren noch 15,7 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten Männer waren, lag ihr Anteil zuletzt bei 18,1 Prozent.
Der zunehmende Einstieg von Männern in Teilzeit kann langfristig dazu beitragen, Sorgearbeit gerechter zu verteilen und so auch die Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zu erhöhen.
Frauen können ihr Potenzial am Arbeitsmarkt viel stärker einbringen, wenn die Unternehmenskultur es Männern erleichtert, Familienaufgaben zu übernehmen, so Nicole Wedler-Wehlisch, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Thüringen Nord. Ein Paradigmenwechsel in diese Richtung sei langsam wahrnehmbar – in den letzten zehn Jahren stieg vor allem die Zahl der Männer in Teilzeitbeschäftigung.
Klassische Frauenberufe sind weniger konjunktursensibel
Letztes Jahr gingen mit 19.115 Beschäftigten im Kyffhäuserkreis 1.569 Personen weniger einer sozialversicherungspflichtigen Arbeit nach als noch vor zehn Jahren. Frauen machten dabei zuletzt 48,7 Prozent der Gesamtbeschäftigung im Landkreis aus. Der Beschäftigungsrückgang ist zum einen konjunkturell begründet. Gegenwärtige Betriebsschließungen und Entlassungen im gewerblichen Sektor betreffen vor allem Männer. Aber auch das Ausscheiden älterer Mitarbeitender sorgt für sinkende Zahlen, wenn ihre Stellen nicht nachbesetzt werden können. Die Demografie wirkt dabei branchenübergreifend und trifft sowohl Männer als auch Frauen. Während Männer im Kyffhäuserkreis insbesondere Berufe der Maschinenbau- und Betriebstechnik, im Hochbau und der Lagerwirtschaft ausüben, sind Frauen zumeist in konjunkturell weniger abhängigen Berufsfeldern tätig. Die meisten Frauen arbeiten im Landkreis in der Erziehung / Sozialarbeit / Heilerziehungspflege, im Büro und Sekretariat sowie im Verkauf.
Führung bleibt häufig Männersache
Selbst in Branchen, in denen Frauen mehr als die Hälfte aller Beschäftigten stellen, sind Führungspositionen häufiger von Männern besetzt. Im Kyffhäuserkreis zeigt sich das zum Beispiel im Bereich des Grundstücks- und Wohnungswesens. Dazu gehören beispielsweise der Handel und die Vermietung von Grundstücken, Gebäuden und Wohnungen. Obwohl 57,1 Prozent der Beschäftigten dort weiblich sind, übernehmen Frauen nur 38,1 Prozent der Leitungsaufgaben.
Anders sieht es in Bereichen wie Erziehung und Unterricht oder auch im Gesundheits- und Sozialwesen aus. Hier sind mehr als drei Viertel aller Beschäftigten weiblich und auch die Leitungsaufgaben werden überwiegend von Frauen ausgeübt.
Mehr Führung in Teilzeit – bessere Chancen für Frauen
Die Zahl von Frauen in Führungspositionen ist im Kyffhäuserkreis in den letzten zehn Jahren um 12,3 Prozent auf 306 Beschäftigte gesunken. Damit sind 32,9 Prozent der Führungskräfte im Landkreis eine Frau. Thüringenweit liegt der Anteil von Frauen mit Leitungsaufgaben bei 32,1 Prozent.
Ein wichtiger Faktor für eine positive Entwicklung sind familienfreundliche Arbeitszeitmodelle: Die Zahl der weiblichen Teilzeitbeschäftigten mit Leitungsaufgaben wuchs seit 2015 um 18,9 Prozent; die der Vollzeitbeschäftigten sank um 20,7 Prozent. Letztes Jahr arbeiteten im Landkreis 88 weibliche Führungskräfte in Teilzeit und 218 in Vollzeit.
Langsamer Paradigmenwechsel – Mehr Männer in Teilzeit
Insgesamt ist die Zahl der Teilzeitbeschäftigten im Kyffhäuserkreis in den letzten zehn Jahren um 1,4 Prozent auf 6.123 Personen gestiegen. Besonders auffällig ist dabei der wachsende Männeranteil. Während vor zehn Jahren noch 15,7 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten Männer waren, lag ihr Anteil zuletzt bei 18,1 Prozent.
Der zunehmende Einstieg von Männern in Teilzeit kann langfristig dazu beitragen, Sorgearbeit gerechter zu verteilen und so auch die Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsmarkt zu erhöhen.