Ehrenamt ohne viel Aufhebens

Ein Leben für das Wetter

Ungewöhnlicher Besuch hatte sich für den 2.Dezember im Haushalt des 83-jährigen Dietrich Gugel aus Etzleben angemeldet. Vertreter des Deutschen Wetterdienstes schauten herein und hatten Wichtiges im Gepäck...

Dietrich Kugel sendet seit 25 Jahren Wetterdaten an den Deutschen Wetterdienst und erhielt dafür eine Ehrenmedaille vom Bundesministerium (Foto: Schramm) Dietrich Kugel sendet seit 25 Jahren Wetterdaten an den Deutschen Wetterdienst und erhielt dafür eine Ehrenmedaille vom Bundesministerium (Foto: Schramm)


Immerhin waren Glückwünsche und eine Ehrenmedaille vom Bundesminister für Verkehr zu überbringen. Denn seit 25 Jahren werden Tag für Tag durch Dietrich, den alle als Dieter kennen, Wetterdaten gesammelt und an den Wetterdienst übermittelt. Anfangs noch bei Wind und -Achtung Wortspiel- Wetter mit der Hand und telefonisch, seit letzter Zeit schon halbautomatisch.



Aber nach wie vor sind althergebracht Listen zu führen und der dafür extra angeschaffte Computer mit Wetter-Daten zu füttern.

Stolz präsentierte Dieter dann auch „sein Schätzchen“ mitten im Garten. Eine Lambrecht Meteo -ermittelt die täglichen Regenmengen, misst beständig die Außentemperatur und wiegt den Schnee, wenn denn mal welcher gefallen ist. Wie?

"Nun ja, der Schnee wird mit einer integrierten Heizung geschmolzen und dann gewogen", berichtet Dieter. Parallel dazu muss aber die Schneehöhe noch gemessen und übermittelt werden.

Aber warum ausgerechnet in Etzleben? Begonnen hatte alles mit Kantor Schütze, welcher mehr oder weniger als Hobby eine kleine Wetterbeobachtungsstelle betrieb. Fortgeführt wurde die Arbeit dann zunächst von Gerd Leuthäuser. Nach dessen Ableben erklärte sich Dieter Gugel bereit, die Wetterbeobachtung für Etzleben fortzuführen.

Und so kam es, dass Etzleben 2018 auch als trockenster Ort von Deutschland bundesweit in die Schlagzeilen geriet und Fernsehteams anzog. Um ein Haar wäre Etzleben aber auch zum niederschlagreichsten Ort geworden, erzählt Dieter Gugel schmunzelnd.

Als nämlich der Rasensprenger versehentlich zu nah an der Maßstelle stand. Diese meldete sogleich Jahrhundertniederschläge für Etzleben und löste hektische Telefonaten aus.

Aber sei es drum. Dietrich Gugel hat trotz seiner 83 Jahre nicht vor diese Arbeit an den Nagel zu hängen. Daher und mit besten Wünschen. Auf zum nächsten Jubiläum.
Erik Schramm