Internationaler Tag des Ehrenamtes

Der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst sagt Danke

Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes am 5. Dezember nimmt der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst (AHPB) in Nordhausen diesen besonderen Anlass wahr, um seinen 33 engagierten Ehrenamtlichen von Herzen Danke zu sagen...


Sie tragen den Dienst und schenken schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen im gesamten Landkreis Zeit, Nähe und Menschlichkeit.
Der AHPB entstand im Jahr 2001 unter dem Hospizverein Nordhausen – in diesem Jahr beendete die erste Gruppe Ehrenamtlicher ihren Vorbereitungskurs.

Seit 2021 befindet sich der Dienst in der Trägerschaft des Seniorenwerks – und setzt seither die erfolgreiche, inzwischen über zwei Jahrzehnte gewachsene Hospizarbeit fort.

Die Ehrenamtlichen begleiten schwerstkranke und sterbende Menschen auf der Palliativstation des Südharz-Klinikums, in Pflege- und Seniorenheimen, in den Hospizen Haus Geborgenheit und Hospiz Am Stadtpark, in der Intensivpflege Nordthüringen, ebenfalls am Stadtpark sowie im häuslichen Umfeld. Sie sind zwischen Ende 20 und Ende 70 Jahre alt; 16 von ihnen stehen noch im Berufsleben, 17 sind bereits im Ruhestand.

Ein Dienst, getragen von Ehrenamt – und voller Dankbarkeit
Zwei hauptamtliche Koordinatoren strukturieren den Einsatz der Ehrenamtlichen, sichern Erreichbarkeit und sorgen dafür, dass Menschen in schwierigen Lebenslagen auf Unterstützung zählen können. Die Aufgaben reichen von Sterbe- und Angehörigenbegleitung über Trauerarbeit bis hin zu Öffentlichkeitsarbeit, Kooperationen mit Palliativeinrichtungen und kostenloser Beratung zu Vorsorgedokumenten und sozialrechtlichen Fragen. Für Betroffene entstehen keinerlei Kosten – die Finanzierung der Begleitungen erfolgt über die Krankenkassen. Der monatliche Trauercafé-Treff, die Einzeltrauerbegleitung sowie die Kontaktgruppe für früh verwaiste Eltern sind darüber hinaus feste Bestandteile des Angebots.

Als Mitglied im Thüringer Hospiz- und Palliativverband (THPV) ist der Dienst mit den bundesweiten Strukturen des Deutschen Hospiz- und Palliativverbands (DHPV) verbunden.

Verlässlichkeit, Professionalität und Engagement
Alle Ehrenamtlichen unterliegen der Schweigepflicht und entscheiden sich jedes Jahr bewusst erneut für ihren Dienst. Monatlicher Wechsel von Supervisionen und Ehrenamtstreffen mit den Koordinatoren sichern sowohl Qualität als auch Selbstfürsorge. Neue Ehrenamtliche durchlaufen einen sechsmonatigen Befähigungskurs, der Grundkurs, Praktikum und Aufbaukurs umfasst. Themen wie Kommunikation, Wahrnehmung, Tod und Sterben stehen dabei im Mittelpunkt. Das Zertifikat ist bundesweit gültig.
Warum dieses Ehrenamt? Stimmen von Begleitenden

Die persönlichen Einblicke der hier zitierten im Ehrenamt tätigen Frauen zeigen, wie sinnstiftend ihre Aufgabe ist:
  • C. Kurth, seit 2006 im Hospizdienst und vor allem auf der Palliativstation tätig: „Wöchentlich besuche ich Menschen mit lebensverkürzenden Diagnosen. Auch durch Gespräche und Zuwendung können wir auf die psychisch oft angespannte Situation in der letzten Lebensphase positiv Einfluss nehmen. Geben und Nehmen gehört zu unserem Leben und so verstehe ich auch meine begleitende und mich erfüllende Tätigkeit.“
  • H. Pfeng, seit 2023 in der Trauerbegleitung aktiv: „Als mein Mann plötzlich verstarb, geriet meine Welt aus den Fugen. In dieser schweren Zeit erfuhr ich vom Trauercafé in Nordhausen. Die Ehrenamtlichen dort haben mir ohne jede Erwartung geholfen, Schritt für Schritt wieder in meinen Alltag zurückzufinden. Gleichzeitig musste ich erleben, wie wenig Raum Trauer in unserer Gesellschaft bekommt und wie oft sie übergangen wird. Genau deshalb engagiere ich mich heute selbst: Ich möchte dazu beitragen, Trauer sichtbar zu machen und Verständnis für diese wichtige Arbeit zu schaffen.“
  • R. Völker, seit 2010 dabei und im Hospiz Neustadt und im Seniorenpflegeheim Sonnenhof in Ilfeld tätig: „In den Begleitungen habe ich viele Menschen, Schwerstkranke und Sterbende, aber auch ihre Angehörigen kennenlernen dürfen. Gespräche über Freude und Leid, einfach zuhören oder da sein in der letzten Lebensphase sind das Wesentliche bei diesen Begegnungen. Stille Umarmungen, auch manchmal Tränen, aber auch ein herzliches Lachen waren Begleiter in diesen vielen Jahren, wofür ich große Dankbarkeit empfinde.“
  • A. Kappler, seit 2025 im Hospiz Am Stadtpark engagiert: „Einmal wöchentlich besuche ich das Hospiz und schenke den Gästen für eineinhalb Stunden meine Zeit. Ich höre zu, ich unterhalte mich mit ihnen, ich lese vor. So kann ich bei manchen Gästen ein kleines Lächeln auf ihr Gesicht zaubern. Nach privaten Schicksalsschlägen habe ich für mich nach dem Kurs die Entscheidung getroffen, schwerkranken und sterbenden Menschen sowie deren Angehörigen zu begleiten.“
Ein herzliches Dankeschön
Zum Internationalen Tag des Ehrenamtes sagt der Ambulante Hospiz- und Palliativberatungsdienst in Nordhausen allen Ehrenamtlichen von Herzen Danke. Ihr Einsatz, ihre Zuwendung und ihr Mitgefühl sind ein unschätzbares Geschenk – für die Menschen, die sie begleiten und für unsere gesamte Region.

Interesse am Ehrenamt? Kontakt - Ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst
• Koordinatorinnen: Daniela Schröter und Judith Roscher
• Otto-Ludwig-Strasse 2, Nordhausen
• Büro-Sprechzeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag: 10.30 Uhr – 13.30 Uhr
• Termine nach Vereinbarung jederzeit möglich
• Telefon: 03631 / 6516283 (Erreichbarkeit auch außerhalb der Bürozeiten)
• E-Mail: hospiz-palliativberatungsdienst@seniorenwerk.de

Termine Trauercafé, Otto-Ludwig-Strasse 2, Nordhausen:
• Mittwoch, 3. Dezember 2025, 14-16 Uhr
• Mittwoch, 7. Januar 2026, 14-16 Uhr
• Mittwoch, 4. Februar 2026, 14-16 Uhr
• Mittwoch, 4. März 2026, 14-16 Uhr

Weitere Informationen zum Trauercafé, zum Ambulanten Hospiz- und Palliativberatungsdienst sowie zum Seniorenwerk unter: www.seniorenwerk.de