Nordhäuser Programm sorgt für Aufmerksamkeit

Junge Bürgergeldempfänger sollen arbeiten

Der Landkreis Nordhausen plant, vor allem jüngere Bürgergeld-Empfänger für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Der Start hat für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt...


Mit dem Start des Programms hatte es Landrat Matthias Jendricke heute bis in die BILD-Zeitung geschafft, "Ab heute! Arbeitspflicht für junge Bürgergeld-Empfänger", titelte das Blatt.

Wie der Landrat vergangene Woche eher nebenbei im Kreisausschuss bekannt gab, wolle man Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren für diverse Arbeiten heranziehen, mit dem Ziel sie für den Eintritt auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und zu motivieren. Für 1,20 Euro pro Stunde sollen die Teilnehmer etwa in den Werkstätten des Horizont Vereins in Bleicherode, Ellrich und Heringen tätig werden und einfachere Arbeiten verrichten.

Ganz so scharf geschnitten wie es die BILD formuliert ist das Verwaltungsschwert nicht, Bürgergeldempfänger sind qua Gesetz verpflichtet, an Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration teilzunehmen. Derlei gab es bereits in der Vergangenheit, die "Aktivierung" von Arbeitslosen für den ersten Arbeitsmarkt gehört zum festen Repertoire von Vereinen wie dem Horizont und ist täglich Brot für Jobcenter und Arbeitsagentur.

Ein erstes Treffen fand mit rund 30 Teilnehmern statt, geladen hatte man 60 Personen. Zur tatsächlichen Aufnahme einer Tätigkeit kamen nur acht junge Frauen und Männer der Einladung nach. Zur Aktivierung hatte man auch das Ordnungsamt los geschickt, viele der Abwesenden waren aber nicht anzutreffen. Das könnte Konsequenzen haben, man prüfe mögliche Leistungskürzungen, ist aus dem Landratsamt zu erfahren. Die nnz wird weiter berichten.
Angelo Glashagel