Ein Blick in die Statistik

20 Prozent mehr Pflegebedürftige in Thüringen

Mittwoch
23.11.2022, 10:26 Uhr
Autor:
red
veröffentlicht unter:
Am 15.12.2021 erhielten in Thüringen insgesamt 166 453 Pflegebedürftige Leistungen im Sinne des Elften Sozialgesetzbuches (SGB XI). Das waren laut Mitteilung des Thüringer Landesamtes für Statistik 30 861 Personen bzw. 22,8 Prozent mehr als zum Stichtag im Dezember 2019

Mit einem Anteil von 61,4 Prozent waren 102 130 Frauen, und damit rund jede 10. Thüringerin, von Pflegebedürftigkeit betroffen. Dies entspricht einem Anstieg um 22,0 Prozent bzw. 18 441 Fällen im Vergleich zum Referenzzeitraum von 2019. Der Anteil der männlichen Pflegebedürftigen erhöhte sich zeitgleich um 23,9 Prozent auf insgesamt 64 323 Pflegebedürftige. Die meisten Pflegebedürftigen befanden sich in der Altersgruppe zwischen 80 und 89 Jahren. Fast die Hälfte der zu pflegenden Frauen (48 089 Personen bzw. 47,1 Prozent) waren hier vertreten. Bei den männlichen Pflegebedürftigen belief sich der Anteil auf etwas mehr als ein Drittel (21 904 Fälle bzw. 34,1 Prozent).

Gemessen an der Gesamtbevölkerung waren Ende 2021 von den Thüringerinnen und Thüringern 7,9 Prozent pflegebedürftig. Etwa die Hälfte hiervon (86 158 Personen bzw. 51,8 Prozent) erhielt Pflegegeld, was einem Anstieg um 22,9 Prozent im Vergleich zu 2019 entspricht. Rund ein Viertel (38 649 Personen bzw. 23,2 Prozent) wurde ambulant betreut, womit auch hier ein Anstieg um 12,1 Prozent zu verzeichnen ist. Demgegenüber bleibt die Zahl der in einem Pflegeheim vollstationär versorgten Fälle mit 23 747 Pflegebedürftigen weiter rückläufig (2019: 25 307; -6,2 Prozent).

Durch den Medizinischen Dienst oder ein beauftragtes unabhängiges Gutachten wurden 21 377 Personen bzw. 12,8 Prozent dem Pflegegrad 1 („geringe Beeinträchtigungen“), 67 859 Personen bzw. 40,8 Prozent dem Pflegegrad 2 („erhebliche Beeinträchtigungen“) sowie 49 531 Personen bzw. 29,8 Prozent dem Pflegegrad 3 („schwere Beeinträchtigungen“) zugeordnet. Schwerste Beeinträchtigungen wurden bei 19 776 Personen bzw. 11,9 Prozent festgestellt (Pflegegrad 4). Schwerste Beeinträchtigungen mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung waren bei 7 873 Personen bzw. 4,7 Prozent auszumachen (Pflegegrad 5). Bei 37 Männern und Frauen war die Einstufung zum Erhebungsstichtag 15.12.2021 noch nicht abgeschlossen.