nnz-Forum: Nur der Name

Nach der Veröffentlichung des Antragsverfahrens zur Rücknahme des Namens für die Kulturbibliothek hat einer der Antragsteller mit Interesse die Kommentare verfolgt. Die Polemik zur Motivation und zu politischen Strategien geht ihm deutlich an der Wirklichkeit vorbei...


Es geht wirklich nur um einen Namen, wie ein Kommentator richtig feststellte. Aber dieser Name steht für den wichtigsten öffentlichen Kulturbau unserer Stadt, und der hat einen angemessenen Namen verdient. Andere Städte schauen mit Neid auf das Baugeschehen in Nordhausen und wir nennen es Bürgerhaus. Haben wir nicht genug kluge Menschen in dieser Stadt, die in der Lage sind der deutschen Sprache einen fantasievolleren Namen zu entlocken?

Der Antrag auf Rücknahme entstammt auch nicht aus der SPD-Fraktion, sondern ist ein persönlicher Antrag von zwei Stadträten, die sich bereits bei der Abstimmung gegen die Namensgebung ausgesprochen haben. Er wurde weder von Frau Rinke noch von dem Förderverein, zu dem ich im Übrigen keinen Kontakt habe, in Auftrag gegeben. Ich folge auch keiner Interessenlage christlicher Gruppen, ich gehöre keiner Konfession an. Ich finde diesen Namen einfach nur peinlich für eine solche kulturvolle, historische Stadt wie Nordhausen.

Wenn ich lesen muss, wie die Parteisoldaten sich im Protest erheben von Unverständnis und Unzuverlässigkeit der SPD reden, so sollten sie einhalten. Der Name, welcher eine Kulturstätte im Zentrum unserer Stadt über Jahre prägen wird, ist kein Wahlkampfthema.

Mit diesem Antrag möchte ich die Möglichkeit eröffnen, dass unsere Stadträte ihre Entscheidung noch einmal überdenken. Wenn so viele Bürger dieser Stadt eine neue Namensfindung wünschen, ich meine nicht nur die Umfrage in der nnz, dann sollten wir eine erneute Befragung vornehmen und dies mit offenem Ergebnis. Wir haben dafür noch ausreichend Zeit.
Hans-Georg Müller, Stadtrat

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