Einmal im Jahr gehört eine Wanderung auf den Brocken, unseren höchsten Berg im Norden Deutschlands, zum Programm, so auch in diesem Jahr. Das Wetter zeigte sich am 02. September warm und trocken. Unsere Wanderführerin, Karina Köhler, führte uns vom Parkplatz Oderbrück über das Bodemoor, dem ehemaligen Kolonnenweg und den Goetheweg hinauf zum Gipfel...
Wanderung im Herbst im Wolfgang Lehmann (Foto: Wolfgang Lehmann)
Im Verlauf des Kolonnenwegs entdeckten wir am Bodebruch einen neu errichteten Aussichtspunkt. Auf dem Gipfel angekommen, konnte jeder nach Belieben beim Brockenwirt eine Stärkung zu sich nehmen oder eine Runde über das Plateau laufen. Dann hieß es wieder Abschied nehmen, bis zum nächsten Jahr.
Unsere Obstwanderung am 09.09.2026 startet an der evangelischen Kirche St. Trinitatis in Holzengel. Unser Wanderführer Wolfgang Maresch führt uns zunächst durch den Wald in Richtung Oberbösa. Hier stoßen wir auf Streuobstwiesen mit Brombeeren, Äpfel, Birnen und Pflaumen. Die Restgebäude des einstigen Benediktinerinnen- Klosters sind die einzigen noch verbliebenen Reste des ehemaligen Dorfes Bonnrode.
Das Kloster wurde im Zuge der Reformation aufgehoben und im Jahr 1980 verlassen die letzten Bewohner das Dorf. Seit dem Jahr 2004 werden die noch vorhandenen Restgebäude des Klosters samt zugehörigen Grundstück durch einen eigennützigen Verein bewirtschaftet und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Das Hauptgebäude kann durch Familien oder auch Schulklassen zu Feiern und Übernachtung genutzt werden. Der Verein hat das einstige Backhaus rekonstruiert. Es kann heute wieder zum Backen, z.B. von Brot genutzt werden. Die Fertigstellung erfolgte im Jahr 2006. Nach einer ausgiebigen Rast ging es dann zurück zur Kirche in Holzengel.
Am 16. September führte uns Fritz Rasch von Hemleben im Nachbarkreis Sömmerda über Wiesen und durch Wälder hin zum tausendjährigen Schloss Beichlingen. Unterwegs gab es einen Aufenthalt am Weißen Berg, wo sich die Grabstätte des Grafen Georg von Werthern-Beichlingen befindet. Georg von Werthern war ein angesehener preußischer Staatsdiener und später Gesandter Preußens in Bayern. Im Ruhestand übernahm er 1888 die Verwaltung Beichlingens. Schloss Beichlingen ist ein Gemisch aus mittelalterlichen Bauten und eingefügten Neubauten.
Das liegt an der Nutzung als Ausbildungsstätte, zuletzt als Ingenieurschule für Veterinärmedizin während der DDR-Zeit. Heute beherbergt es auch ein Hotel und ist eine Stätte der Begegnung und Kultur. Wir besichtigten unter anderem die Schlosskirche, den Rittersaal mit den Wappen der heimischen und befreundeten Geschlechter und das in der Renaissance erbaute Hohe Haus. Nach einer Rast gingen wir gestärkt über den Finneweg zurück nach Hemleben.
Wir schreiben heute den 23. September, kalendarischer Herbstanfang. Das Wetter ist noch sommerlich schön. Heute besuchen wir die einst selbstständige Gemeinde Immenrode, heute ein Stadtteil Sondershausens. Unsere Wanderführerin, Petra Gräfe, ist hier aufgewachsen und kennt jeden Winkel. Über den Müllerberg gelangen wir zum jüdischen Friedhof. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es hier eine große jüdische Gemeinde. Der alte Friedhof wurde in den letzten Jahren renoviert und bietet einen gepflegten Eindruck. Vorbei am Grünen Herz von Immenrode, eine Baumgruppe, die aus der Ferne eine Herzform aufweist, gelangen wir zum Königsplatz.
Hier trafen sich am 01. Juni 1805 der preußische König Friedrich Wilhelm III. begleitet von seiner Gattin und Fürst Günther Friedrich Carl I,. Das war Anlaß für verschiedene Historikergruppen, dem Hainleite Wanderklub und Vertreter der Gemeinde im Jahr 2005, also 200 Jahre später, den Ort mit einer Gedenktafel und Sitzmöglichkeiten auszustatten. Die Wanderfreunde pflanzten eine Blutbuche. Wer mehr wissen will, kann darüber im Sondershäuser Heimatecho Nr. 6 von 2005 nachlesen.
Im Anschluß ging es wieder in Richtung Immenrode. Dort besichtigten wir die evangelische Kirche St. Trinitatis. Sie wurde in den Jahren 1874 bis 1876 erbaut, nachdem ein Vorgängerbau abgebrannt war. Petra lenkte unsere Aufmerksamkeit auf ein Denkmal für die in den Weltkriegen gefallenen einstigen Bewohner Immenrodes. Auf einer Tafel ist der Name Elfriede Gräfe zu lesen. Das war Petras Tante, Sie war eines der 134 Todesopfer des Grubenunglücks in der Schachtanlage Ludwigshall, bei Immenrode. Im Jahr 1942 war hier ein Granatenlager explodiert.
Auch am letzten Tag des Septembers schickte die Sonne ihre warmen Strahlen auf die Erde hernieder. Schäfchenwolken zeigten sich am Himmel, der sich jedoch nicht öffnete und kein Tropfen Regen fiel. Volker Friedrich führte uns heute um die kleine Harzgemeinde Neustadt. Nach passieren des schönen Stadttores durchquerten wir den Lönspark(Kurpark) bei der Fachklinik für Lungenkrankheiten. Weiter ging es über die Alte Poststraße, vorbei an einstigen Steinkohleschächten, hin zur Staumauer der Trinkwassertalsperre Neustadt.
Sie dient der Trinkwasserversorgung von rund 60.000 Bewohnern Nordhausens und umliegender Gemeinden. Nach einer Rast ging es wieder zurück in Richtung Neustadt. In einem Waldstück fanden wir Mammutbäume, solche hatten wir schon einmal im Stadtwald Mühlhausens bestaunen können. Angekommen an der Burgruine Hohnstein konnte man ausruhen. Wer wollte konnte auch bis auf den Turmgipfel steigen, um den herrlichen Blick ins Umland zu genießen. Nun ging es durch den kleinen, aber sehr gepflegten Ort zurück zum Parkplatz. Wolfgang Lehmann - Hainleite Wanderklub