Der neunte Immobilienabend des Immobilienexpertenteam-Südharz (IET-Südharz) am 7. Oktober6 um 18 Uhr findet wieder in der Wiedigsburgklause statt. Dieses Mal beschäftigen sich die Referenten mit der Situation eines plötzlichen, ungeplanten Eigentumsübergangs einer Immobilie und anderseits mit Fußangeln beim Immobilienkauf.
Immobilienmaklerin Manuela Hardt spricht über Fußangeln beim Immobilienkauf (Foto: IET) nnz: Herr Rische, in den letzten Veranstaltungen des IET-Südharz ging es darum, wie eine Immobilie möglichst sicher an die nächste Generation übertragen werden kann. Ihr Vortrag Plötzlich Eigentümer – was nun? unterstellt, dass man überraschend Eigentümer einer Immobilie werden kann. Wie kann so etwas passieren?
Karsten Rische (Vermessungsingenieur): Mit meinem Vortrag soll – zugegeben etwas provokant – darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Immobilienbesitzt immer auch eine Verpflichtung darstellt. Meist ist es in Familien so, dass nur ein Familienmitglied sich mit den Rechten und Pflichten der eigenen Immobilie beschäftigt. Kann dieses Familienmitglied seinen Verpflichtungen nicht nachkommen, müssen andere dies übernehmen.
nnz: Wie verhält es sich damit in der Praxis?
Karsten Rische (Vermessungsingenieur): Meist ist es so, dass sich die Familie zu sehr auf dieses Familienmitglied verlässt, welches sich um das Immobilieneigentum kümmert und häufig in dessen Alleineigentum es steht. In ländlich angehauchten Regionen ist es oft so, dass sich neben dem Familienwohnhaus auch weitere Immobilien im Eigentum befinden – beispielweise landwirtschaftliche Grundstücke wie Acker-, Grünland oder Wald. In städtischen Lagen kommen oft Eigentumswohnungen oder Mehrfamilienhäuser aber auch Garagengrundstücke hinzu. Nur wie geht man damit um? Zunächst sind alle Akteure herauszufinden. Bei Wald, wer ist der Pächter, wer der Förster etc. und beispielweise bei Wohnungseigentum, wer ist der Hausverwalter, ggf. wer sind die Mieter usw. nur um einige Beispiele zu nennen.
nnz: Was raten Sie, wie soll man sich darauf einstellen?
Karsten Rische (Vermessungsingenieur): Mein Vortrag stellt eine Orientierungshilfe für zukünftige Eigentümer dar. Dabei zeige ich auf, wie mit verschiedensten Immobilienarten aus dem Blickwinkel der Eigenverwaltung umgegangen werden muss.
nnz: Frau Hardt, setzt hier Ihr Vortrag Fußangeln beim Immobilienkauf – erkennen, entgehen, lösen an?
Manuela Hardt (Immobilienmaklerin): In meinem Vortrag steht weniger das plötzliche Erlangen, sondern eher der kontrollierte Eigentumsübergang aus Sicht eines Käufers im Mittelpunkt.
nnz: Könnten Sie uns hierfür Beispiele nennen?
Manuela Hardt (Immobilienmaklerin): Gern, ein Beispiel hierfür sind Eintragung im Grundbuch, aus denen sich daraus finanzielle Belastungen ergeben können. Daher sollte bereits bei der Anbahnung des Eigentumserwerbs ein aktueller Grundbuchauszug vorliegen, um solche Unwägbarkeiten auszuschließen. Nur solche Eintragung sind textlich meist in einer Form abgefasst, woraus sich nicht unmittelbar finanzielle Konsequenzen ableiten lassen. Ein Beispiel hierfür sind Nutzungsrechte (Leitungs- oder Überfahrtsrechte etc.), aber vielleicht auch uralte, aus heutiger Sicht eigenartig anmutende Verpflichtungen (Spanndienste, Zahlung von Geldbeträgen in Goldmark, Lieferung von Lebensmitteln oder Sachen etc.).
nnz: Interessant; gibt es aus Ihrer Praxis noch weitere Fallstricke bzw. Fußangeln?
Manuela Hardt (Immobilienmaklerin): Selbstverständlich gibt es eine Vielzahl weiterer Fußangeln. Ein häufig dabei völlig unterschätzter Aspekt ist die Legitimität einer baulichen Anlage. Das bedeutet, dass zunächst ausgeschlossen werden muss, dass es sich bei dem Gebäude oder auch nur einem Gebäudeteil um einen sogenannten Schwarzbau handelt. Denn die Verpflichtung der Legitimität einer baulichen Anlage geht beim Kauf einer Immobilie immer auf den Erwerber über. Strebt dieser beispielsweise nach dem Erwerb eine bauliche Veränderung an, müssen die vorhandenen baulichen Anlagen bereits bauordnungsrechtlich genehmigt worden sein. Ist dies nicht der Fall, können auf den neuen Eigentümer Kosten in unabsehbarer Höhe zukommen, nachträgliche Baugenehmigung, Überarbeitung der Statik usw. Genau bei diesen und vielen weiteren Punkten setze ich mit meiner Erfahrung an, um Käufern umfassende Sicherheit beim Immobilienkauf zu geben und einen möglich zuverlässigen Weg durch den Eigentumserwerbsdschungel zu ebnen.
nnz: Vielen Dank Frau Hardt, vielen Dank Herr Rische für das aufschlussreiche Gespräch. Wir freuen uns auf einen spannenden Immobilienabend am 07.10.2026 um 18 Uhr in der Wiedigsburgklause. Im Terminkalender der nnz gibt es aktuell u. a. auch die Daten für den zehnten Immobilienabend im November 2026 mit allen wichtigen Informationen.