nnz nachgehakt

Öffnet sich eine Toilettentür, schließt sich eine andere

Unter obiger Überschrift lies uns die AfD zu Beginn der Woche eine Pressemitteilung zukommen, gemeint sind die öffentlichen Örtlichkeiten am Gondelteich im Stadtpark. Die seien zur Zeit nicht zugänglich, ein Posse und ein Ärgernis, teilt die Partei mit. Die nnz hat nachgehakt…

"Wenige Wochen nach der Öffnung der jahrelang geschlossenen Bahnhofstoilette stehen die Nordhäuserinnen und Nordhäusern nun vor der geschlossenen Tür der öffentlichen Toilette am Gondelteich im Stadtpark - der einzigen öffentlichen Toilette im gesamten Stadtpark", moniert AfD Stadträtin Kerstin Düben-Schaumann in ihrer Mitteilung, was „wie ein Possenspiel“ anmute, sei vor allem ein Ärgernis. Man müsse wieder erleben, dass einfachste Dienstleistungen in Nordhausen nicht funktionierten.

Eine Erwähnung von Kindern und Senioren darf im Text nicht fehlen, wohl aber der Grund für die Schließung. Die nnz hat bei der Stadtverwaltung nachgefragt und hier ist zu erfahren, dass nicht die Toilette an sich defekt sei, sondern das Schließsystem der Tür in den letzten Wochen mehrfach Ausfälle hatte und die Toilette deswegen nicht genutzt werden konnte.

Im Rathaus wird vermutet, dass die Türen des Öfteren blockiert werden, um die Bezahlung zu umgehen. Entsprechende Beobachtungen habe die Reinigungsfirma mitgeteilt. „Die zuständigen Hausmeister kümmern sich stets zeitnah um die Reparatur, und starten das System neu, wodurch die Toilette wieder nutzbar ist – bis der Defekt dann schnell wieder vorliegt, wahrscheinlich durch unsachgemäße Bedienung“, heißt es weiter in der Antwort aus dem Rathaus. Aktuell sei die Toilette wieder in Betrieb. Die Örtlichkeit werde regelmäßig kontrolliert und der Systemfehler von der Fachfirma untersucht und fachmännisch behoben. Die Funktionstüchtigkeit werde nun weiter überwacht und weitere Schritte unternommen, sollte es neuerlich zu Defekten kommen.

Dass die Toilette nicht kostenfrei zugänglich ist, habe den einfachen Hintergrund, dass die Unterhaltungskosten zu decken seien. Außerdem verhindere der Zugang via Bezahlung nachweislich Vandalismus, wie die Toilette am Nikolaiplatz zeige, wo es vor Einführung des Bezahlsystems regelmäßig zu Vandalismus gekommen war.

Soweit die Antwort aus dem Rathaus. Antworten, die auch die AfD hätte bekommen können, immerhin die größte Fraktion im Nordhäuser Stadtrat und technisch betrachtet Teil der Verwaltung. Frau Düben-Schaumann als Stadträtin hat als solche direkten Zugang zu den zuständigen Stellen, die ihr gegenüber auskunftspflichtig sein sollten. Eine entsprechende Anfrage der Stadträtin oder ihrer Fraktion habe es zum Zeitpunkt unserer Nachfrage (am Montag dieser Woche) noch nicht gegeben, teilt das Rathaus auf Nachfrage der nnz mit.
Angelo Glashagel
    
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