AUF TOUR DURCH DEN HARZ

Unterwegs mit Elke Franke

Es war Mittwoch, der 8. September 2014. An jenem Tag lernte ich Elke Franke kennen. Originell als Kiepe-Frau verkleidet, empfing sie die Nordhäuser Landseniorinnen und-senioren am Scheunenhof in Sundhausen, um sie auf eine Tagestour durch den Harz zu führen. Am Ende des Tages stand eine Kombination von leiblichen und geistigen Genüssen und mein Entschluss, fortan möglichst jedes Jahr mit Elke Franke den Harz erkunden...

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Unterwegs mit Elke Franke (Foto: Otfried Pabst)

Nordhausen/Harz. Schon das leckere Frühstück in der Kaffeerösterei Löper in Halberstadt gab damals der Stimmung einen Vorschub. Das Auge lachte beim Blick über eine anmutige Landschaft. Der Gaumen lechzte bei der fürstlichen Tafelrunde im Benediktinerkloster Huysburg.

Die Zunge schnalzte im Keller des Jagdschlosses Spiegelberge, der einen Rekordhalter beherbergt: das älteste, größte und einzig noch original erhaltene Riesenweinfass der Welt. Hausherr Chris Schöne war nicht nur ein guter Erzähler, er schenkte auch vortrefflich Rotwein in die Gläser ein. Augen begannen zu glänzen.

Am späteren Nachmittag kam Gernrode und mit ihr die Likörfabrik. Wer wollte und sich konditionell nach dem Weinfass noch in der Lage fühlte, probierte all die Köstlichkeiten, zehn an der Zahl: Johannisbeeren, Sanddorn, Kirsch, Obstler, Hexenbitter, Nuss. Wer sich einen kleinen Affen holte, blieb ein Geheimnis. Am Ende dieser denkwürdigen Tour stand wie in Stein gemeißelt nur ein Wort: Einmalig.

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Elke Franke (Foto: Otfried Pabst)
Am Mittwoch waren wir Südharzer wieder mit Elke Franke auf Tour. Auch der - von ihr geschätzten - vielleicht schon 20. Tagesfahrt wollte sie Sinn und Inhalt geben. Allerdings, räumte sie ein, werde es immer schwieriger einen Plan zu erstellen, der Ansprüchen standhält – mit der Buchung einer geeigneten Lokalität für über 40 Personen mit Mittagstisch, einer Betriebsbesichtigung mit Führung, der Suche nach einem netten Cafe. Als Fazit sei für 16. September 2026 auch nur ein Wort gesetzt: Zufrieden.

Aschersleben und Quedlinburg standen an. Das Majoranwerk lebt von Kräutern und Gewürzen, wovon man sich im Verkaufsladen bei MAWEA überzeugen konnte. Thüringer Majoran, Thymian, Bohnenkraut, Basilikum, Kümmel und Küchenkräuter zählen zu den Hauptprodukten aus eigener Produktion.

Gestiefelt und gertenschlank vor ihren Gästen stehend, erläuterte Dr. Maya Behrens in Quedlinburger, was es mit dem Mathildengarten so alles auf sich hat: Historische Kräuter und Heilpflanzen auf einer drei Hektar großen parkähnlichen Gartenfläche, malerische Kulisse, Bäume und die Orangerie laden zum Flanieren und Verweilen ein. Namensgeberin war von 966 an bis zu ihrem Tod die erste Äbtissin auf dem Stiftsberg.

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Unterwegs mit Elke Franke (Foto: Otfried Pabst)

In drei Jahren könnte Elke Franke die Sektkorken lautstark knallen lassen: 30 Jahre im Dienst des Tourismus als selbstständige Unternehmerin. Liebe zur Heimat wecken, sie erklär -und erlebbar machen schrieb sie sich auf ihre Fahnen. Sie organisiert und begleitet Touren durch Harz, Städte und Schlösser. Als Kiepenfrau, Köhler-Liesel, Hexe oder Kammerzofe. Figuren, die der 66-Jährigen maßgeschneidert auf den Leib geschrieben sind. Sie liebt, lebt und spielt sie. Mit Leidenschaft.

Bis zum Jubiläum will sie durchhalten, danach in ruhige Fahrwasser. Elke Franke, alles Gute! Und mit dir, mindestens, bis 2029 durch den Harz mit der Südharzer Truppe.
Kurt Frank
    
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