Mitte Oktober bringt das Theater Eisleben Friedrich Schillers berühmtes Versdrama Tell auf die Große Bühne. Die Inszenierung verbindet den zeitlosen Mythos des Schweizer Freiheitskämpfers mit drängenden Fragen unserer Gegenwart und setzt dabei auf ein ganz besonderes Highlight: Neben dem professionellen Ensemble stehen Eisleber Bürgerinnen und Bürger auf der Bühne...
Die Geschichte des Jägers Wilhelm Tell, der vom unpolitischen Individualisten zum Tyrannenmörder und Vorkämpfer einer direkten Demokratie wird, hat auch über 200 Jahre nach der Entstehung nichts von ihrer Relevanz verloren. Schillers Werk stellt die entscheidenden Fragen unserer Zeit, ohne einfache Antworten zu geben: Wie begegnet eine Gesellschaft komplexen Problemen?
Schillers "Tell" kommt am 17. Oktober auf die Eislebener Bühne (Foto: Theater Eisleben)
Das Stück umkreist die Themen Freiheit und Gemeinschaft. Wie ist die Freiheit des Menschen unabhängig von allen äußeren Vereinnahmungen zu begründen? Wie kann Gemeinschaft als gutes Miteinander gelingen, in dem alle geschätzt werden? Oder können wir nur ein Wir sein, indem wir andere ausschließen, unterdrücken, verdrängen? Wenn die Inszenierung von Kai O. Schubert vom Spannungsfeld zwischen dem Einzelnen und der Gemeinschaft erzählt, wird dies in Eisleben unmittelbar erfahrbar: Menschen aus der Region verleihen dem Volksaufstand mit dem Bürger*innenchor eine Stimme. Das Theater wird so zu einem Ort der Begegnung, an dem Stadtgesellschaft und Kunst miteinander verschmelzen.
Schillers historische Schweiz dient auf der Großen Bühne als Spiegel für aktuelle Themen. Die Inszenierung schlägt eine Brücke zwischen dem alten Mythos und unserer heutigen Gesellschaft, um deren Widersprüche sichtbar zu machen.
Inszenierung: Kai O. Schubert
Ausstattung: Frauke Menzinger
Es spielen in verschiedenen Rollen: Marcel Frank, Annette Baldin, Julius Christodulow, Friederike Fink, Oliver Beck, Vivian Micksch, Christopher Wartig