Was für ein Abend voller Genuss. Das üppige, abwechslungsreiche und atmosphärische Buffet” traf sämtliche Geschmacksnerven des durch die Sommerpause ausgehungerten Theaterpublikums und war ein Hochgenuss. Für die Nordthüringer Online-Zeitungen war Sabine Schröder mit dabei…
Dirigent Georg Köhler führte durch den Abend (Foto: S. Schröder)
Der brillante Dirigent Georg Köhler führte charmant, witzig und mit blumigen Ausschmückungen und Garnierungen durch den rundum fantastischen Abend. Die Zutaten für die Speisekarte waren ideenreich zusammengestellt und von emotionaler Intensität geprägt. Und das bewies, dass Oper und gutes Essen vieles gemeinsam haben: die verschiedenen Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, scharf und bitter.
Und bei jedem Gang spürte man die Leidenschaft und Freude der Künstler: berührend, mitreißend und ansteckend. Ja, das ist eine Theaterfamilie, in der alle mit dem gleichen Kochlöffel rühren – für uns, für ihr Publikum, aber auch für sich, weil es allen sichtlich Spaß macht.
Eine großartige Julia Ermakova bewies wieder einmal ihr herausragendes künstlerisches Können, der Opernchor ließ mich tatsächlich manchmal ehrfürchtig die Luft anhalten bei seinen emotional mitreißenden Darbietungen und das LOH-Orchester ist sowieso immer eine Klasse für sich mit seinen ausdrucksstarken, klang gewaltigen und nuancenreich überraschendem Spiel. Und nun stelle man sich das präzise Zusammenspiel dieser drei Bereiche für einen fulminanten Cocktail vor. Was für ein Abend.
Der Gruß aus der Küche kam nicht nur zum Schluss, weil nach nicht enden wollendem Applaus und stehenden Ovationen natürlich noch ein Nachschlag fällig war, sondern er kam auch zwischendrin.
Wenn man ein Menü serviert bekommt, erlebt man dieses mit allen Sinnen und ganz zuerst isst ja das Auge bekanntlich mit. Was dafür aber alles in der Küche vorher getan werden muss, von der Idee über das Beschaffen der Zutaten, bis hin zum Kochen und zur Garnierung und Präsentation – das hat man manchmal gar nicht so auf dem Schirm. Und so ist es auch mit dem Theater.
Die beiden Preisträgerinnen: Anja Schulz-Hentrich (2. von links) und Carolin Flucke (2. von rechts) waren sichtlich gerührt. (Foto: S. Schröder)
Und genau ein Teil von dem, was in der Küche an Vorarbeit alles geleistet werden muss, wurde im Rahmen dieser Gala mit dem 19. Theaterpreis ausgezeichnet. Ausstatterin Anja Schulz-Hentrich und Ausstattungsassistentin Carolin Flucke erhielten unter tosendem Applaus den diesjährigen Theaterpreis. Wer einmal bei Inszenierungseinführungen war, bei denen in der Regel auch erklärt wird, was man sich bei der Ausstattung dachte, was man bedachte, der blickt mit Ehrfurcht auf das, was dann bei der Aufführung auf der Bühne zu sehen ist. Die beiden haben sich das mehr als verdient.
Wolfgang Kurima Rauschning (Ausstattungsleiter) und Kati Herzberg (Damengewandmeisterin und Leiterin der Kostümabteilung) waren die Laudatoren und manches, was dort über die beiden Preisträgerinnen gesagt wurde, war in dieser Fülle dem Publikum gar nicht so bewusst. Rauchning beschrieb es zusammenfassend so: Liebe Anja, liebe Caro, wir freuen uns von Herzen, dass der Nordhäuser Theaterpreis 2026 an euch beide geht. Er ist eine Würdigung eurer Kreativität, eures Engagements, eurer Professionalität und eurer Leidenschaft für das Theater. Aber für uns persönlich ist dieser Preis noch etwas anderes. Er ist ein großes Dankeschön. Danke für eure Freundschaft, danke für eure Ideen, danke für eure Geduld, Danke für euren Humor, danke für eure Verlässlichkeit, danke für unzählige Stunden, Diskussionen, Lösungen und Morgenandachten. Und vor allem danke, dass ihr beide so seid, wie ihr seid. Überwältigt von dieser Auszeichnung war in den Dankensworten beider vor allem eines herauszuhören: sie empfinden ihre Tätigkeit nicht als Arbeit, sondern als Tun aus purer Freude in einen großartigen Familie.
Ein unvergesslicher, genussvoller Abend und eine absolute Empfehlung für die nächsten Vorstellungen am 18.09.2026 um 19.30 Uhr und am 27.09.2026 um 18.00 Uhr im Theater im Anbau und am 20.09.2026 um 18.00 Uhr im Achteckhaus in Sondershausen. Sabine Schröder