Wer spielt beim 1. Open Zorgeufer Festival?

Echte Nordhäuser Musik (3)

Sommer, Sonne, Musik und drumherum rauscht die Zorge vor sich hin: Freitag kommender Woche wird zum 1. "Open Zorgeufer Festival" geladen. Auf der Wasserbühne stehen dann sechs Nordhäuser Bands, die handgemachte Musik spielen. Wer da "echte Nordhäuser Musik" macht, will die nnz in einer kleinen Reihe vorstellen. Heute: das "Triomalöhr"...

Wenn eingängige Themen auf komplexe Klangwelten treffen, steht die Formation Triomalöhr auf der Bühne. Mit ihrer eigenen Spielweise von modernem Instrumentaljazz abseits klassischer Schubladen hat sich das Trio bereits einen Namen gemacht. Ein herausragender Meilenstein gelang dem Trio jüngst mit seinem fulminanten Auftritt beim traditionsreichen "Jazz Rabazz" im Theater Nordhausen als Support für Götz Alsmann.

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Das "Triomalöhr" spielt ebenfalls beim Zorgefestival (Foto: Triomalöhr)

Das Konzept: Außergewöhnliches Zusammenspiel und Dynamik
Die Musik von Triomalöhr zeichnet sich durch eine besondere instrumentale Konstellation aus. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal der Formation liegt beim Pianisten: Er spielt sowohl das Klavier als auch den Kontrabass gleichzeitig auf einer Klaviatur, was den Kompositionen in ihrer Anlage sowohl ein perfekt abgestimmtes Innenleben als auch lebendige Strahlkraft nach Außen verleiht.

Die E-Gitarre setzt dazu geschickt eigene Akzente – ihre Bandbreite reicht von präsenten, „crunchigen“ Sounds bis hin zu melodischen Passagen und sehr ausdrucksstarken und energiegeladenen Soloparts. Komplettiert wird das Trio durch das Schlagzeug, eine Jazzbatterie, die mit Gespür für Dynamik und die Formen der Komposition intuitiv agiert und den Melodien einen besonderen Charakter einhaucht. Anstatt nur den Takt vorzugeben, lässt das Schlagzeug die Songs im Verlauf eines Liedes ganz bewusst lauter und leiser wirken, was den Eigenkompositionen eine besondere atmosphärische Spannung und Klangfarbe verleiht.


Von „Winterkind“ bis „Krypto-Git“
Diese stilistische Vielfalt spiegelt sich auch in den eigenwilligen Titeln der Stücke wider. Kompositionen wie das feinsinnig, stürmische „Winterkind“ oder das assoziative „Sakura“ stehen im Kontrapunkt zu rhythmisch experimentellen Werken wie „Song for Brad“, „Schweres Stückchen“ oder „Krypto-Git“. Auch Titel wie „Kalte Landschaft“ oder „GAb mit Schlepp“ zeigen, dass sich das Trio bewusst jenseits von Konventionen bewegt und dabei regelmäßig eindrucksvoll rhythmische und harmonische Finesse beweist. Das ist in der Region einzigartig und macht Lust diese Titel live zu erleben.

Wer sich einen Eindruck von diesem besonderen Zusammenspiel verschaffen möchte, findet auf der offiziellen Instagram-Seite der Band Hörproben einzelner Stücke sowie einen Live-Teaser mehrerer Songs.

Erfolg beim Jazz Rabazz
Dass dieses Konzept weit über einen Geheimtipp hinausreicht, bewies das Trio eindrucksvoll im Theater Nordhausen. Im Vorprogramm von Götz Alsmann zog das Trio das Publikum in seinen Bann, setzte ein dickes musikalisches Ausrufezeichen und erntete begeisterte Resonanz. Triomalöhr demonstriert damit, dass moderner Instrumentaljazz sowohl tiefgründig als auch mitreißend dynamisch sein kann.
    
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