Wie wichtig eine enge Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Bergwacht ist, zeigte eine gemeinsame Übung in Ellrich eindrucksvoll. Beteiligt waren der Rettungsdienst Ellrich sowie die ehrenamtliche DRK-Bergwacht Ellrich/Südharz des DRK-Kreisverbandes Nordhausen...
Im Mittelpunkt der Übung standen zwei anspruchsvolle Einsatzszenarien, bei denen die medizinische Versorgung und die technische Rettung aus schwer zugänglichem Gelände miteinander verbunden werden mussten.
Rettung aus einer Karsthöhle
Im ersten Szenario war ein Höhlengänger in einer Karsthöhle nahe Ellrich verunglückt. Nach der Übungsannahme war er von einem herabfallenden Stein am Kopf getroffen worden und anschließend bewusstlos zusammengebrochen.
Die Bergretter trainieren für den Ernstfall (Foto: Ann-Kathrin Heinemann)
Da sich der Unfallort in einer kalten, nassen und schwer zugänglichen Höhle befand, wurden neben dem Rettungsdienst auch die Einsatzkräfte der Bergwacht alarmiert. Während der Rettungsdienst für die medizinische Versorgung und Stabilisierung des Patienten verantwortlich war, übernahm die Bergwacht die Absicherung des Zugangs und die Vorbereitung des Transports durch das unwegsame Gelände.
Über einen schmalen und abschüssigen Weg gelangten die Einsatzkräfte in die Höhle. Der Patient lag auf einer Geröllhalde, war nicht ansprechbar und wies eine blutende Kopfverletzung auf. Da der Unfallhergang nicht direkt beobachtet worden war, musste zusätzlich von einer möglichen Wirbelsäulenverletzung ausgegangen werden.
Um dem Rettungsdienst einen sicheren Zugang zu ermöglichen, errichteten die Kameradinnen und Kameraden der Bergwacht zunächst ein Seilgeländer. Daran konnten sich die Einsatzkräfte beim Abstieg festhalten und sichern.
Der Rettungsdienst untersuchte den Patienten, versorgte die Wunde und stabilisierte die Wirbelsäule. Parallel bereitete die Bergwacht die technische Rettung vor. Mithilfe von Seilen, Sicherungsgeräten und Umlenkrollen wurde eine Gebirgstrage bis zum Patienten gebracht. Diese spezielle Trage dient dem sicheren Transport von verletzten Personen in schwer zugänglichem Gelände.
Der Patient wurde anschließend mithilfe einer Schaufeltrage möglichst rückenschonend auf die Gebirgstrage umgelagert. Danach begann der aufwendige Transport aus der Höhle. Über steinige, abschüssige und ansteigende Wege wurde die Trage unter ständiger Sicherung nach draußen gebracht. Teilweise kam dabei auch ein Flaschenzug zum Einsatz.
Nach rund einer Stunde konnte der Patient an den Rettungswagen übergeben werden. Während der gesamten Rettung wurde er durch den Rettungsdienst kontinuierlich überwacht und medizinisch versorgt.
Glücklicherweise handelte es sich nicht um einen realen Notfall, sondern um ein von der Bergwacht vorbereitetes Übungsszenario. Ziel war es, die Abläufe und die Zusammenarbeit zwischen Rettungsdienst und Bergwacht weiter zu verbessern.
Zweites Szenario am Steilhang
Das zweite Übungsszenario wurde durch den Rettungsdienst vorbereitet. Angenommen wurde, dass ein Läufer im Wald an einem Steilhang gestürzt und gegen mehrere Bäume geprallt war.
Auch hier übernahm der Rettungsdienst die medizinische Versorgung des Patienten, der unter starken Schmerzen litt. Die Bergwacht war erneut für die Sicherung und den Transport aus dem unwegsamen Gelände verantwortlich.
Hauptamt und Ehrenamt ergänzen sich
Die beiden Übungen zeigten deutlich, wie gut sich der hauptberufliche Rettungsdienst und die ehrenamtliche Bergwacht ergänzen. Während der Rettungsdienst die medizinische Versorgung sicherstellt, verfügt die Bergwacht über die notwendige Ausrüstung und Erfahrung für Rettungen in schwierigem Gelände.
Eine solche Einsatzlage wäre für eine Organisation allein nur schwer zu bewältigen. Durch klare Absprachen, gegenseitiges Vertrauen und eine abgestimmte Zusammenarbeit konnte die Übung jedoch erfolgreich abgeschlossen werden.
Der DRK-Kreisverband Nordhausen e.V. ist stolz auf diese verlässliche Zusammenarbeit und dankt allen Beteiligten für ihr Engagement.
Nach der gemeinsamen Auswertung ließen die Einsatzkräfte den Übungstag bei einem Mittagessen im Asternhof ausklingen. Ein besonderer Dank gilt dem Seniorenwerk für die freundliche Unterstützung.
Interesse an der Bergwacht?
Wer sich für die Arbeit der DRK-Bergwacht interessiert, sich ehrenamtlich engagieren und Teil eines starken Teams werden möchte, kann sich ganz unverbindlich bei unserer Ehrenamtskoordinatorin melden.
Vorkenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Wichtig sind vor allem Interesse, Teamgeist, Verantwortungsbewusstsein und die Bereitschaft, sich aus- und fortbilden zu lassen.