Bekannte Streaming-Portale unter. to-Domain nicht mehr erreichbar
Über viele Jahre galten. to-Domains als verlässlicher Rückzugsort für deutschsprachige Streaming-Portale. Nun hat sich die Situation geändert: Die bekannten Adressen s.to und bs.to wurden deaktiviert und sind nicht mehr erreichbar. Auslöser dürfte eine gerichtliche Anordnung aus Indien gewesen sein...
Streamen (Symbolbild) (Foto: Mohamed Hassan from Pixabay)
Wer die bisherigen Domains aufruft, erhält inzwischen lediglich eine Fehlermeldung. Nach Informationen von TorrentFreak soll eine Entscheidung des High Court in Neu-Delhi den Anstoß für die Maßnahme gegeben haben. Entscheidend war offenbar ein Wechsel des Domain-Registrars. Erst der neue Registrar Tucows aus Kanada konnte die entsprechenden DNS-Einträge außer Kraft setzen und die Domains deaktivieren.
Betreiber hatten bereits vorgesorgt
Die Verantwortlichen der betroffenen Plattformen reagierten schnell und verweisen inzwischen über eine alternative Internetadresse auf die neuen Zugangsmöglichkeiten. Bereits vor einigen Jahren, als große deutsche Internetanbieter den Zugriff auf die Hauptdomains erschwerten, hatten sie eine separate Informationsseite eingerichtet. Dort werden ausschließlich Hinweise zu den aktuell verwendeten Domains veröffentlicht.
Zusätzlich finden Besucher dort Erläuterungen, wie sich einfache DNS-Sperren umgehen lassen. Die jetzige Deaktivierung der Domains stellt jedoch eine deutlich weitergehende Maßnahme dar. Bislang betrifft sie lediglich die ursprünglichen Hauptadressen. Neue Domains sind nicht betroffen, so ist bs.to mit der neuen Domain burning-series.io wieder online. Sollte das Vorgehen künftig auch auf weitere Domains ausgeweitet werden, könnte dies auf eine dauerhafte Änderung der bisherigen Praxis in Tonga hindeuten.
Dynamische Sperrverfügung als möglicher Auslöser
Nach Angaben der Betreiber geht die Abschaltung auf eine sogenannte dynamische Sperrverfügung zurück, die der High Court in Indien bereits im Dezember erlassen haben soll. Solche Anordnungen beziehen sich nicht nur auf bekannte Domains, sondern können auch neu registrierte Internetadressen erfassen, sofern sie mit den betroffenen Angeboten in Verbindung stehen.
Die Verfügung richtet sich demnach ebenfalls an die zuständigen Registrare. In der Vergangenheit soll Tonga entsprechende Maßnahmen nur selten umgesetzt haben. Mit der aktuellen Abschaltung könnte sich diese Haltung nun geändert haben. Ob dies künftig zum Regelfall wird, bleibt abzuwarten.
.to-Domains verlieren ihren bisherigen Sonderstatus
Die Top-Level-Domain. to erfreute sich über Jahre großer Beliebtheit bei verschiedensten Plattformbetreibern, da sie als vergleichsweise beständig galt. Sollte Tonga künftig konsequenter gegen entsprechende Domains vorgehen, könnte sich dieser Ruf nachhaltig verändern.